Bald rollt der Rappen

ANDWIL. Die Solargenossenschaft Andwil kann womöglich noch in dieser Woche erstmals Strom ins Netz speisen. Auch wenn im Moment kaum die Sonne scheint, geht die Rechnung bis jetzt auf.

Sebastian Schneider
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Der Trakt B des Schulhauses Ebnet in Andwil bekommt ein zweites Dach. (Bild: pd)

Der Trakt B des Schulhauses Ebnet in Andwil bekommt ein zweites Dach. (Bild: pd)

Genossenschaft gründen, Baufirma bestellen, Bewilligung einholen, Homepage erstellen, bauen. Dies alles hat die IG Energie Andwil, respektive die Solargenossenschaft Andwil, innert weniger als drei Monate umgesetzt. «Wir haben alle Vollgas gegeben», sagt Genossenschaftspräsident Andreas Glogg. Heute und morgen werden die Solarpanels auf dem Dach des Schulhauses Ebnet fertig installiert. Glogg hofft, dass bereits am Donnerstag oder Freitag Solarstrom ins Netz eingespeist werden kann. Die Eile zahlt sich aus: Die Andwiler Solarstromproduzenten haben es in den aktuellen KEV-Tarif des Bundes geschafft, der etwa 25 Prozent höher ist als der neue sein wird.

Jeder Rappen zählt

Allerdings hätten die Andwiler noch etwas mehr Zeit gehabt. Der Bundesrat beschloss Mitte November, den Tarif erst per Ende März 2015 anstatt per Jahresende zu senken. Künftige Anlagen werden pro Kilowattstunde nur noch mit 19,9 Rappen anstatt mit 25 Rappen vergütet. Die Solarzellen, die auf dem Trakt B eine Fläche von 283 Quadratmetern bedecken, sollen jährlich 43 400 Kilowattstunden Strom produzieren. Glogg rechnet während der nächsten 20 Jahre mit KEV-Einnahmen von jährlich knapp 10 000 Franken. Und da die Investition 116 000 Franken betrug, entsteht in diesen 20 Jahren eine Differenz von etwa 84 000 Franken. Damit wird der Unterhalt, die Versicherung und der Zins für die Genossenschaftsmitglieder gezahlt. Wie hoch dieser ausfällt, ist von der Gewinn- und Verlustrechnung abhängig und wird an der Generalversammlung festgelegt.

Bald auch Turnhallendach blau?

Andreas Glogg und seine Freunde ruhen jetzt aber nicht aus. Schon länger suchen sie weitere Geldgeber, die sich mit Darlehen oder Anteilscheinen an der nächsten Etappe beteiligen. «Ziel ist es, im April Solarpanels auf das Dach der Doppelturnhalle zu installieren», sagt Glogg. Doch für die etwas grössere Anlage braucht die Genossenschaft nicht nur neue Geldgeber, sondern auch das Einverständnis der politischen Gemeinden Andwil und Gossau, die Eigentümerinnen der Halle sind. Trakt B gehört der Schulgemeinde Andwil-Arnegg. Sie hat das Dach den Solarstromproduzenten unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Man unterstütze das Projekt «mit Freude», liess der Schulrat im September verlauten. Ob auch die politischen Gemeinden das Projekt fördern, ist noch offen. Glogg sei natürlich sehr froh, dass er fürs Dach keine Miete zahlen müsse und hofft, dass dies auch bei der Turnhalle möglich sein wird. Bei diesem Projekt gehe es ja auch um Solidarität, sagt er. «Wir arbeiten alle ehrenamtlich.»