ANDWIL: Ein Dorffest mit Schwung

Die Verantwortlichen des Schwingfests ziehen eine durchwegs positive Bilanz. Auch der einsetzende Regen vermochte die heitere Stimmung nicht zu trüben.

Manuela Bruhin
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Gut 280 Jungschwinger und 90 Aktive wälzten sich am vergangenen Samstag in Andwil im Sägemehl. (Bilder: Michel Canonica)

Gut 280 Jungschwinger und 90 Aktive wälzten sich am vergangenen Samstag in Andwil im Sägemehl. (Bilder: Michel Canonica)

Manuela Bruhin

redaktiongo@tagblatt.ch

«Los, zieh en!» – «Nomol, chum!» – «Jawohl!» – Die Zurufe, die den jungen Schwingern im Sägemehl galten, waren schon von Weitem zu hören. Wer den Festplatz in Andwil betrat, wurde sogleich vom bunten Treiben erfasst: Kinder, die Zuckerwatte und gebrannte Mandeln naschten, Erwachsene, die die Schwinger anfeuerten, Experten, welche die Sportler nicht aus den Augen liessen – das Schwingfest verwandelte die Gemeinde Andwil am Samstag in ein grosses Dorffest. Zwar war der Himmel meist bedeckt, die Sonne liess sich kaum blicken. Doch der Regen setzte viel später ein als prognostiziert. «Zum Glück», bringt es Christoph Zingg, Medienverantwortlicher des Schwingfests in Andwil, auf den Punkt.

Wetterfestes Programm

So versöhnlich sich Petrus während des Tages zeigte, so gnadenlos war er am Abend. Gerade als die aktiven Schwinger ins Sägemehl traten, begann es zu regnen. Das Programm wurde trotzdem durchgezogen, die Zuschauer hatten auch vom Festzelt aus einen guten Blick zu den Wettkampfplätzen. Besonderes Augenmerk galt dem Neueidgenossen und Vorjahressieger des Abendschwingets, Martin Hersche, sowie dem Eidgenossen Raphael Zwyssig.

Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
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Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)
Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)

Verbandsschwingfest in Andwil (Bild: Michel Canonica)

Der Schwingerverband St. Gallen und Umgebung organisiert jedes Jahr ein Schwingfest. Der Austragungsort wechselt stetig. 30 Jahre ist es her, seitdem in Andwil ein solcher Anlass durchgeführt wurde. Das Wetter stellte in diesem Jahr die grösste Herausforderung dar: Der viele Regen und Schnee der letzten Tage zwang die Verantwortlichen zu einem Standortwechsel. Der Austragungsort wurde hinter das Schulhaus Ebnet verlegt. «Die Platzverhältnisse an diesem Standort sind eingeschränkt. Für die Stimmung ist es hingegen positiv», sagt Zingg. Es «verlaufe» sich nichts, das gesamte Fest sei konzentrierter zusammengefasst. Überhaupt findet er für die Atmosphäre nur lobende Worte. «Die Zuschauer haben mitgefiebert, aber alles auf einer friedlichen Basis», sagt Zingg. Die Besucherzahl wird auf rund 1000 geschätzt. Da keine Eintrittsbändel verteilt wurden, können aber keine genauen Zahlen genannt werden.

Ein über die Jahre eingespieltes Team

Organisiert wurde der Anlass vom Schwingerverband St. Gallen und Umgebung sowie der Landjugend Gossau und Umgebung. Insgesamt standen 80 Helfer im Einsatz. Da das Schwingfest jedes Jahr stattfinde, seien die Verantwortlichen bereits ein eingespieltes Team. Trotzdem seien die Voraussetzungen immer wieder anders. «Im Organisationskomitee sind zwei Andwiler vertreten, die sich in der Gemeinde bestens auskennen», so Zingg. Deshalb wurden die richtigen Ansprechpersonen schnell gefunden. Ohnehin sei die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sehr gut verlaufen.

Rund 280 Jungschwinger und 90 Aktive massen sich am vergangenen Samstag im Sägemehl. Eine zufriedenstellende Anzahl, so Zingg. Der Schwingsport erfreue sich nach wie vor grosser Beliebtheit, eine Stagnation sei nicht abzusehen. «Es ist eine Sportart, die das Publikum in friedlichem Beisammensein verfolgen kann», so Zingg. «Swissness» sei populär.

Nach dem Abendschwingen ging es im Festzelt weiter. Zum Duo «Die Bodenständige» wurde bis tief in die Nacht getanzt und gesungen. Zudem sorgten Fahnenschwinger, Alphornbläser und das Jodelchörli für beste Stimmung. «Swissness» eben.