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Gossau wird eine faire Stadt

Am 11. Mai wird Gossau als «Fair-Trade-Town» ausgezeichnet. Die Initianten hoffen, dass damit das Bewusstsein für fair gehandelte Produkte wächst. Noch beschränken sich Stadt, Gastronomie und Detailhandel auf kleine Schritte.
Johannes Wey
Gossauer Unternehmen setzten auf Fair-Trade-Produkte. (Bild: Michel Canonica)

Gossauer Unternehmen setzten auf Fair-Trade-Produkte. (Bild: Michel Canonica)

Fair-Trade-Kaffee auf der Stadtverwaltung, fairer Fruchtsaft im Café, nachhaltig produzierte Badeenten, Fair-Trade-Honig im Altersheim: Mit solchen Massnahmen haben sich Gossauer Organisationen und Unternehmen die Auszeichnung «Fair-Trade-Town» verdient. Die Verleihung wird am 11. Mai gefeiert. Gossau wird damit zur siebten «Fair-Trade-Town» der Schweiz und zur ersten in der Ostschweiz.

Angestossen wurde die Bewerbung vom Verein Claro Weltladen. Vor einem Jahr beschloss auch der Stadtrat, diese zu unterstützen. In der Arbeitsgruppe sind auch die Kirchen, Institutionen wie Schule oder Sana Fürstenland sowie der Gewerbeverein und die Fachgeschäfte vertreten. Zu Gunsten des Titels «Fair-Trade-Town» verpflichten sich beispielsweise Restaurants dazu, drei fair gehandelte Produkte zu verwenden. Mindestens fünf Produkte führen die teilnehmenden Detailhändler.

Mit der Auszeichnung noch nicht am Ziel

Im Gegensatz dazu bietet der Weltladen ausschliesslich fair gehandelte Produkte an. «Natürlich sind die Kriterien für ‹Fair-Trade-Town› ein Tropfen auf den heissen Stein», räumt Brigitta Vuilleumier ein. Sie ist Mitglied im Claro-Vorstand und der «Fair-Trade-Town»-Kerngruppe. «Mit der Bewerbung um die Auszeichnung wollten wir in erster Linie einen Prozess zu mehr Nachhaltigkeit anstossen.» Gerade das Fest am 11. Mai solle in der Bevölkerung das Bewusstsein für nachhaltige Produkte schärfen.

Das Verhalten von Konsumenten und Geschäften, aber auch jenes der Stadt, soll sich dadurch je länger je mehr an der Nachhaltigkeit orientieren. Dabei werde man von Swiss Fair Trade begleitet, aber auch kontrolliert. Philipp Scheidiger ist Geschäftsführer der Organisation. «Die Arbeitsgruppe in Gossau ist sehr breit abgestützt und sehr aktiv», lobt er. Deshalb sei er überzeugt, dass Gossau auch bei der periodischen Überprüfung in drei Jahren die Kriterien erfülle. Denn wer sich weiter «Fair-Trade-Town» nennen will, darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. «In der ersten Phase drehen sich die Massnahmen vor allem um den Konsum und das Angebot von Fair-Trade-Produkten.» Später werden andere Themen wichtig, etwa die Sensibilisierung in den Schulen oder wo die Stadt Güter beschafft und wie sie ihr Geld anlegt.

Bemühungen sind grundsätzlich positiv

Die Stiftung Konsumentenschutz beurteilt die Bemühungen in Gossau grundsätzlich positiv. «Es ist wichtig, dass die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangeht», sagt Josianne Walpen. «‹Fair-Trade-Town› macht es den Städten allerdings sehr einfach, mitzumachen und das Label zu erhalten.» Das sei einerseits positiv, weil man so viele Städte ins Boot holen könne. Andererseits entstehe so die Gefahr, dass die Auszeichnung weniger ausstrahle und mehr verspreche, als dahinter stecke. Deshalb sei es wichtig, dass nach Erhalt der Auszeichnung nicht nachgelassen werde. Die Auszeichnungsfeier findet am Samstag, 11. Mai, 10.30 bis 14 Uhr in der Friedberg-Mensa statt.

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