Gossau will Busverbindung nach St.Gallen stärken

Das schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Einfache Anfrage des SP-Stadtparlamentariers Florian Kobler.

Sandro Büchler
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Die Stärkung der Buslinie 151 nach St.Gallen geschieht schneller als der Ausbau der S-Bahn.

Die Stärkung der Buslinie 151 nach St.Gallen geschieht schneller als der Ausbau der S-Bahn.

Benjamin Manser

«S-Bahn Offensive Gossau/Arnegg» betitelte Florian Kobler (SP) seine Einfache Anfrage an den Stadtrat. Darin will der Stadtparlamentarier wissen, wie der Gossauer Stadtrat mit den St.Galler Kollegen und dem Kanton punkto S-Bahn-Angebot zusammenarbeitet. Weiter fragt er, wie es um ein allfälliges Wendegleis in der Sommerau und zusätzliche S-Bahn-Haltestellen im Industriequartier sowie den Halbstundentakt auf der Linie S5 nach Weinfelden bestellt ist.

Nun liegt die Antwort vor. Der Stadtrat tausche sich mit der Stadt St.Gallen und dem Amt für öffentlichen Verkehr aus. «Das ÖV-Angebot soll attraktiver gemacht werden», so der Stadtrat. In diesem Jahr werde das kantonale Amt unter Einbezug der Städte St.Gallen und Gossau das Projekt «Starke ÖV-Stadtachsen» erarbeiten. Darin sollen die Achsen nach St.Gallen gestärkt werden.

«Die Stadt Gossau wird sich dort einbringen können und unterstützt alle Massnahmen, die nicht zur Schwächung der attraktiven und gut frequentierten Buslinie 151 führen.»

Bahnausbau ist Sache des Bundes

Wenig Konkretes jedoch bei der Sommerau: Die Stadt sei nicht in direktem Kontakt mit den SBB. «Der Bau von Bahninfrastrukturen ist Sache des Bundes.» Zwar sei das Wendegleis in der Sommerau nötig, um den Viertelstundentakt der S-Bahn zwischen St.Gallen und Gossau zu ermöglichen. Doch die Kosten dafür sind zu hoch, wie eine Studie ergeben hat. Zurzeit fänden technische und planerische Abklärungen statt, wie die Taktvorgabe realisiert werden könne.

Den S-Bahn-Halt Sommerau wurde vom Bund nicht in den Ausbauschritt 2035 aufgenommen. Der Stadtrat begrüsse eine Haltestelle aber weiterhin sehr und werde diese im nächsten ­nationalen Ausbauschritt anmelden. Ein Halt im Industriequartier wird aufgrund eines ungenügenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses nicht weiter verfolgt.

Bei der Realisierung eines durchgehenden Halbstundentakts auf der Linie S5 nach Weinfelden harzt es laut dem Stadtrat bei den gesetzlichen Bestimmungen des Kantons. Diese verlangen für einen Angebotsausbau einen Kostendeckungsgrad und eine entsprechende Nachfrage. Wie der Fahrplan auf der Strecke verbessert werden kann, werde im Gesamtverkehrskonzept konkretisiert.