Gossau
«Vorlage ist nicht in trockenen Tüchern»: Nach dem Ja im Parlament muss noch die Bevölkerung über den 55-Millionen-Kredit für die Sportwelt entscheiden

Das Gossauer Stadtparlament hat dem Baukredit für das Modul 1 der Sportwelt am Dienstagabend einstimmig zugestimmt. Stadträtin Gaby Krapf-Gubser freute sich über das Ergebnis – mahnte gleichzeitig aber, dass die Vorlage noch nicht in trockenen Tüchern sei.

Michel Burtscher
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Grosse Einigkeit im Gossauer Stadtparlament: Es sagt einstimmig Ja zum Baukredit für das Modul 1 der Sportwelt.

Grosse Einigkeit im Gossauer Stadtparlament: Es sagt einstimmig Ja zum Baukredit für das Modul 1 der Sportwelt.

Bild: Tobias Garcia (11. Januar 2022)

Wenn es um viel Geld geht, ist Streit programmiert. Nicht so am Dienstag in Gossau, wo das Stadtparlament über das Modul 1 der Sportwelt entscheiden musste. Es ist ein Generationenprojekt: Diverse Sportanlagen sind veraltet und müssen erneuert werden. Für knapp 55 Millionen Franken sollen im Gebiet Buechenwald ein neues Hallenbad, vier Fussballfelder, ein Halbspielfeld, eine Tribüne, Leichtathletikanlagen und Begegnungsräume realisiert werden.

Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier waren sich einig: Mit 30 Ja- zu 0 Nein-Stimmen sagten sie Ja zum Baukredit für das erste Modul. Einstimmig gutgeheissen haben sie auch die Kredite für die vorgezogenen Teile des Moduls 2 (1,4 Millionen Franken) sowie für den Grundwasser-Wärmeverbund (3,6 Millionen). Daran sollen die neuen und bestehenden Sportanlagen sowie die pädagogische Hochschule angeschlossen werden.

Investition sei tragbar für die Stadt

Schon die vorberatende Kommission hatte die Anträge des Stadtrates einstimmig zur Annahme empfohlen. Dessen Präsident Norbert Hug (Mitte) freute sich: «Uns ist es gelungen, dieses einzigartige Projekt nach über zehn Jahren Arbeit auf Zielgerade zu bringen.» Die Investition sei dank der Vorfinanzierung von 30 Millionen Franken für die Stadt tragbar. «Und zwar ohne Steuererhöhung, was sehr erfreulich ist.»

Gossau soll ein neues Hallenbad erhalten.

Gossau soll ein neues Hallenbad erhalten.

Visualisierung: PD

Er sei überzeugt davon, dass es ein durchdachtes Projekt sei und einen Mehrwert bringen werde. Dieser Meinung waren auch die anderen Parlamentsmitglieder – und übertrafen sich in ihren Voten fast mit den Superlativen. Andreas Oberholzer (SVP) betonte, dass er bei einem solchen Projekt normalerweise gerne einen Plan B hätte. Doch wenn man die bisherige Sportinfrastruktur sanieren wollte, würde das auch 46 Millionen Franken kosten.

«Aber dann hätten wir immer noch einen Seich. Also investieren wir doch 55 Millionen Franken für dieses Projekt.»

Auch Ruth Schäfler (FDP) ist «in allen Belangen» überzeugt von der Sportwelt. Diese Investitionen erlaubten ein grösseres Angebot für die Bürgerinnen und Bürger und seien für «eine innovative und zukunftsgerichtete Stadt wie Gossau» unabdingbar.

Die Attraktivität steigern

Stefan Harder (Flig) richtete seine Worte an jene Bürgerinnen und Bürger, die meinten, das Projekt sei zu teuer oder man brauche es nicht. Es gehe nicht um den individuellen Nutzen, betonte er. «Sondern um den Nutzen für ganz Gossau.» Die Vereine spielten eine zentrale Rolle, weil sie ihren Beitrag leisteten, dass Gossau ein attraktiver Wohnort sei.

Werner Bischofberger (SP) sagte, seine Fraktion sei stolz, dass der Bevölkerung ein «umfassendes und zukunftsgerichtetes Projekt vorgelegt werden kann, das die Attraktivität Gossaus steigern wird». Patrik Mauchle (Mitte) wiederum nannte die Sportwelt «ein einmaliges, nachhaltiges, kostenoptimiertes und durchdachtes Projekt».

Die Einstellung nach aussen tragen

Stadträtin Gaby Krapf-Gubser freute sich über das Ergebnis im Parlament. Gleichzeitig mahnte sie: «Die Vorlage ist noch nicht in trockenen Tüchern.» Bis zur Volksabstimmung stehe allen noch eine intensive Zeit bevor. Sie appellierte an die Parlamentsmitglieder, ihre positive Einstellung auch nach aussen zu tragen. «Nur so wird es möglich sein, dass wir uns am 15. Mai über eine erfolgreiche Abstimmung freuen können.»

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