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Sprechstunde beim Gossauer Stadtpräsidenten: «Wir wollten Sie einmal kennen lernen»

Trotz Sommerferien kommen Gossauerinnen und Gossauer zum «Stapitreff »mit Wolfgang Giella.
Johannes Wey
Dieses Ehepaar ist gekommen, um Stadtpräsident Wolfgang Giella etwas auf den Zahn zu fühlen. Bild: Johannes Wey (5. August 2019)

Dieses Ehepaar ist gekommen, um Stadtpräsident Wolfgang Giella etwas auf den Zahn zu fühlen. Bild: Johannes Wey (5. August 2019)

Der Politbetrieb in Gossau macht Sommerpause. Das Parlament hat seine Julisitzung gestrichen – fehlende Traktanden. Deshalb ist sich Stadtpräsident Wolfgang Giella nicht sicher, ob an diesem Montag überhaupt jemand zum «Stapitreffen» in die Stadtbibliothek kommt.

Plaudern über Gott und Georgisch

Für Giella ist es der erste Arbeitstag nach den Ferien. «Was kann ich für Sie tun?», fragt er ein älteres Ehepaar und bittet es ins Zimmer. Einen solch intimen Rahmen haben die beiden nicht erwartet, vielmehr rechneten sie mit einer grösseren Veranstaltung. «Wir wollten Sie einmal kennen lernen», begründen sie ihr Kommen.

Also plaudert Wolfgang Giella über seinen Wandel vom Bibliothekar zum Politiker – «in der Ostschweiz gar nicht so ungewöhnlich» – die Tücken beim Sprachenlernen – «für Georgisch bin ich zu dumm» – und Peter Handkes Schauspiel «Publikumsbeschimpfung». Normalerweise beschränke er die Gespräche auf eine Viertelstunde, merkt Giella nach 20 Minuten an, worauf sich das Ehepaar verabschiedet.

Vorsichtig beim «Haus der Kultur»

Der nächste Besucher erkundigt sich nach dem Stand der Dinge in Sachen «Haus der Kultur», will wissen, bei wem die Federführung für dieses Probe- und Veranstaltungslokal liegt. «Gibt es einen Zeitplan?» Er scheue sich davor, einen solchen aufzustellen, entgegnet Giella.

Allerdings könne es gut sein, dass bereits im November eine entsprechende Vorlage ins Parlament komme. «Wir brauchen jedenfalls gute Argumente für die Volksabstimmung», gibt der Stadtpräsident zu bedenken. «Da mache ich mir keine Sorgen, wenn ich mir die Bereitschaft für Investitionen in Sportanlagen ansehe», sagt der Bürger, kurz bevor sich die beiden verabschieden.

Machtlos beim öV

Die nächste Besucherin hat zusammen mit ihrem Mann schon einmal an einem «Stapitreffen» teilgenommen, um sich über die Busverbindungen in Arnegg zu beschweren. Giella entschuldigt sich, dass er die damals versprochene Rückmeldung schuldig geblieben sei. Leider sei es wegen der vielen Abhängigkeiten schwierig, beim öffentlichen Verkehr etwas zu bewirken.

«Wir in Arnegg zahlen ja gleich viele Steuern, aber infrastrukturmässig sind wir weit weg», sagt die Frau. Giella kann sie nur vertrösten: «Vor Dezember 2020 können wir gar nichts ändern.» Trotzdem lädt ihn die Besucherin spontan zum Kaffee in Arnegg ein.

Keine «royale »Audienz

Bei diesen drei Besuchen bleibt es an diesem Sommerferientag. Generell seien die Veranstaltungen beliebter als erwartet. Mit jährlich 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern habe er ursprünglich gerechnet, sagt Giella. Diese Zahl sei bereits bei den ersten drei Treffs erreicht worden. Dass die Treffpunkte wechseln, ist ihm wichtig. «Viele haben Hemmungen, ins Rathaus zu kommen.» Ausserdem fände er es «etwas gar royal», die Bürger dort zur Audienz zu empfangen.

Oft kämen die Bürger auch aus der unmittelbaren Umgebung zu den Treffen, ergänzt Andrea Gubic Antic von der Stadtkanzlei. Sie führt Protokoll und nimmt die Kontaktdaten der Teilnehmer auf. Sie sollen eine Rückmeldung erhalten, wenn es Neuigkeiten zu ihrem Anliegen gibt. Die meisten betreffen die Themen Tiefbau und Verkehr. Auf den weiteren Spitzenrängen liegen die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr und der Lärm. Auch Neo-Gossauer Giella profitiert von den Treffen. «Ich lerne, wie die Quartiere ticken.»

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