Gossauer Parlamentarier fordert Abfuhr für Küchenabfälle

Flig-Stadtparlamentarier Matthias Ebneter hat eine Interpellation eingereicht, in der er vorschlägt, in Gossau eine Bioabfuhr einzuführen. Davon würden alle Bewohner profitieren.

Perrine Woodtli
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Küchenabfälle können für die Herstellung von Biogas genutzt werden. (Bild: Ralph Ribi)

Küchenabfälle können für die Herstellung von Biogas genutzt werden. (Bild: Ralph Ribi)

Die Grünabfuhr muss gemäss kantonaler Regelung kostendeckend sein. Dies sei in Gossau nicht der Fall. Das schreibt Flig-Stadtparlamentarier Matthias Ebneter in einer Interpellation. Darin schlägt er vor, eine Bioabfuhr einzuführen.

Die Grünabfuhr werde heute teilweise mit Steuergeldern querfinanziert. Nach der Verfügung durch das Departement des Inneren des Kantons St. Gallen sei Flawil gezwungen worden, eine angemessene Gebühr einzuführen, schreibt Ebneter. Die Gemeinde habe sich dazu entschieden, eine Bioabfuhr einzuführen, um gleichzeitig einen Mehrwert für die Bürger zu schaffen.

Bei der vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) angebotenen Bioabfuhr handle es sich um eine wöchentliche Grünabfuhr, bei der es sich lohne, Bioabfälle wie Essensreste, Altbrot, Rüstabfälle oder auch Kleintiermist separat zu entsorgen, auch wenn im eigenen Haushalt keine Gartenabfälle anfielen, heisst es im Vorstoss. Die Bioabfuhr wird im Gegensatz zur Grünabfuhr ganzjährig angeboten. Da im Winter zwar keine Gartenabfälle, jedoch unter anderem Küchenabfälle anfallen, findet die Abfuhr im Winter reduziert alle zwei Wochen statt.

Bioabfälle vergären statt verbrennen

Das Gebührenmodell der Bioabfuhr sei sehr einfach und gleichzeitig flexibel, so der Interpellant. Es könnten weiterhin Einzelmarken für einzelne Abfuhren gekauft werden. Jedoch könne neu pro Grüncontainer auch eine «Flatrate» mit Ganzjahresgebühr angeboten werden. Die Leerung eines Grüncontainers koste in Gossau mindestens vier Franken, egal wie voll er ist. lm Bioabfuhrmodell könne man zum Beispiel eine Jahresgebühr von 100 Franken entrichten und damit wöchentlich einen Container mit 80 Liter Inhalt zur Leerung bereitstellen. «Mit der 25. Abfuhr würde sich diese Jahresgebühr also bereits bezahlt machen», schreibt Ebneter.

Angeboten werden mit der Bioabfuhr 44 Abfuhren im Jahr. Der ZAB achte darauf, dass der Gebührentarif der Bioabfuhr für die Bevölkerung per saldo günstiger ist, als wenn die gleiche Menge der Kehrichtabfuhr übergeben werde. Die Bioabfälle werden in einer Biogasanlage zur Vergärung gebracht. So wird Biogas gewonnen. Dies führe insgesamt zu einem tieferen CO2-Ausstoss als bei der Verbrennung in Bazenheid.

Grün- und Küchenabfälle gemeinsam entsorgen

Mit einer Bioabfuhr würde gemäss Ebneter ein «echter Mehrwert» für die Gossauer und Arnegger Einwohner angeboten, selbst wenn man keinen eigenen Garten habe. So sei es denkbar, dass sich Bewohner von Mehrfamilienhäusern zusammenschliessen und gemeinsam die Grün- und Küchenabfälle entsorgen. Vermieter von Mehrfamilienhäusern könnten dies den Mietern anbieten. Durch die Teilung der Jahresgebühr auf mehrere Parteien lohne es sich rasch.

Ebneter und elf Mitunterzeichner wollen vom Gossauer Stadtrat unter anderem wissen, was er unternehme, damit die Gebühren der Grünabfuhr in Zukunft kostendeckend seien. Weiter möchte Ebneter erfahren, ob der Stadtrat die Meinung teile, dass eine Bioabfuhr einen Mehrwert für die Bevölkerung gegenüber der heutigen Lösung bieten würde. Zum Schluss will der Stadtparlamentarier wissen, ob der Gossauer Stadtrat bereit sei, auf Anfang 2020 eine Bioabfuhr einzuführen.