Männer klingeln in Gossau an den Türen und wollen Schmuck ankaufen – die Polizei rät zu gesundem Misstrauen

In Gossau sind Hausierer unterwegs. Das ist grundsätzlich rechtens. Die Polizei empfiehlt, den Händlern mit «gesundem Misstrauen» zu begegnen.

Melissa Müller
Merken
Drucken
Teilen
Die Händler klingeln an Türen und wollen Schmuck ankaufen. (Bild: Benjamin Manser)

Die Händler klingeln an Türen und wollen Schmuck ankaufen. (Bild: Benjamin Manser)

In Gossau seien zwei Männer unterwegs in einem weissen Bus mit Schwyzer Kontrollschildern. Sie klingelten an den Türen und versuchten die Leute zu überreden, ihnen Gold- und Silberschmuck oder alte Uhren zu verkaufen. Das berichtet eine Nutzerin der Facebook-Seite «Du bisch vo Gossau wenn...»: «Sie wollen bar bezahlen, klingt aber leider nicht seriös. Da heisst es aufpassen», warnt die Gossauerin.

Bei der Kantonspolizei ist eine Meldung dazu eingegangen. «Wir haben das besagte Auto gestern angehalten und die Person kontrolliert», sagt Polizeisprecher Florian Schneider. Der Mann habe eine Ausweiskarte für Reisende vorgewiesen. Salopp ausgedrückt: Eine Hausierer-Bewilligung. «Das ist grundsätzlich rechtens», sagt Schneider. Dass Händler Schmuck ankaufen wollen, verwundert ihn nicht: «Gold ist nach wie vor ein sicherer Wert.»

Reisende, die unaufgeforderte private Haushalte aufsuchen, benötigen laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) eine Bewilligung. Das gilt für Schausteller, Zirkusse, Wanderhandwerker, Markthändler und Hausierer.

Besser eine lokale Bijouterie aufsuchen

Die Polizei empfiehlt, den Händlern mit «gesundem Misstrauen» zu begegnen. Und besser eine lokale Bijouterie aufzusuchen, wenn man etwa Schmuck oder Uhren verkaufen will.

Die Polizei hört immer wieder von Wanderhandwerkern, die ihre Dienste zu Spottpreisen anbieten – etwa Malerarbeiten, Dachreparaturen oder Gebäudereinigungen aller Art. Das klingt zwar verlockend. Oft sei die Arbeit dann aber lausig ausgeführt. Und die Kunden würden hinterher nicht selten mit überteuerten Rechnungen überrascht – anders als ursprünglich vereinbart. «Es ist ratsam, sich an lokal ansässige Anbieter zu wenden», sagt Polizeisprecher Florian Schneider. «Sie haben ein Interesse an einer längerfristigen Kundenbindung und wollen einen höchstwahrscheinlich nicht über den Tisch ziehen.»