Gossau
«Ein Gewinn für alle»: Stadtrat schickt 55-Millionen-Projekt zur Erneuerung der Sportanlagen ins Parlament – das sind die wichtigsten Punkte

Im nächsten Frühling sollen die Gossauer Stimmberechtigten über das Modul 1 der Sportwelt Gossau abstimmen. Der Stadtrat hat den Baukredit für das 55-Millionen-Franken-Projekt nun verabschiedet und an einer Medienkonferenz dafür geweibelt.

Michel Burtscher
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Neues Hallenbad, neue Tribüne, neue Fussballplätze: So soll das Gebiet Buechenwald in einigen Jahren aussehen.

Neues Hallenbad, neue Tribüne, neue Fussballplätze: So soll das Gebiet Buechenwald in einigen Jahren aussehen.

Visualisierung: PD

Es ist finanziell gesehen das bislang grösste Gossauer Infrastrukturprojekt: In drei Schritten sollen die städtischen Sportanlagen erneuert werden. Den Baukredit für das erste Modul dieser Sportwelt Gossau hat der Stadtrat nun verabschiedet und die Details am Montag an einer Medienkonferenz erläutert. Alle fünf Mitglieder der Exekutive waren dabei anwesend – ein Zeichen dafür, wie wichtig ihnen das Projekt ist. «Mit dem Baukredit für das Modul 1 setzt der Stadtrat heute einen wichtigen Meilenstein in diesem Generationenprojekt», sagte Stadträtin Gaby Krapf-Gubser zu Beginn. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

Das Projekt

Die Eckpunkte des ersten Moduls sind bekannt: Im Gebiet Buechenwald werden ein neues Hallenbad, eine neue Fussballtribüne mit Garderobe, Vereinsbeizli und Turm, vier Fussballfelder, sechs 100-Meter-Laufbahnen sowie diverse Anlagen für Sportarten wie Weitsprung oder Kugelstossen gebaut. Auch Grün- und Freiflächen sollen entstehen. Im Hallenbad wird es ein Schwimmer-, ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken geben. Die 80-Meter-Rutschbahn steht den Gästen des Hallen- und des Freibades offen.

Blick ins künftige Hallenbad.

Blick ins künftige Hallenbad.

Visualisierung: PD

Die Sportwelt Gossau war zudem Auslöser für ein «Leuchtturmprojekt» zur Energieversorgung, wie es Stadträtin Claudia Martin nannte. Die Wärmeenergie für die neuen Sportanlagen soll nämlich weitgehend aus dem vor Ort vorhandenen Grundwasser gewonnen werden. Dafür wird ein Verbund gegründet, an den die neuen und bestehenden Sportanlagen sowie voraussichtlich die pädagogische Hochschule angeschlossen werden.

Die Kosten

Der Stadtrat beantragt für die Umsetzung des ersten Moduls einen Kredit in der Höhe von 54,6 Millionen Franken. Rund die Hälfte des Geldes würde in den Bau des Hallenbads fliessen, acht Millionen sind für die neue Tribüne mit Garderobe vorgesehen, 19 Millionen für die Aussenanlagen. Einen weiteren Kredit von 1,4 Millionen beantragt der Stadtrat für vorgezogene Teile des Moduls 2 wie Beachvolleyballfelder und das Fussballkleinspielfeld. Weitere 3,6 Millionen Franken kostet der Wärmeverbund.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau.

Bild: PD

«Das ist viel Geld», gab Wolfgang Giella zu. Dank der in den letzten Jahren gebildeten Rückstellungen für die Sportanlagen von 30 Millionen Franken könne man die Investition aber stemmen. Und zwar ohne Steuererhöhungen, wie der Stadtpräsident sagte. Er ergänzte diese Aussage jedoch mit einem grossen Aber: «Das gilt nur, wenn wir den Zeitplan einhalten können.» Sprich: Falls es Einsprachen gibt, die den ganzen Prozess «massiv» verzögern, könnte sich die Ausgangslage wieder ändern.

Die Argumente

Der Stadtrat stehe «mit Überzeugung» hinter dem Kreditantrag für das Modul 1, heisst es in seinem Bericht ans Parlament. «Das Projekt ist ein Gewinn für alle», führte Giella an der Medienkonferenz aus. Gossau werde in den nächsten Jahren wachsen, es entständen neue Arbeitsplätze, Personen würden in die Stadt zügeln. «Mit diesem Projekt werden wir attraktiver für Familien und Unternehmen.»

Für die Schule sei es wichtig, dass die Anlagen in der Nähe seien, damit der Turnunterricht optimal in den Alltag eingebettet werden könne, sagte Schulpräsident Stefan Rindlisbacher. Zudem hofft er, dass man mit einer modernen Infrastruktur künftige Gossauer Sporttalente hierbehalten und besser fördern könne.

Das Gebiet Buechenwald soll künftig auch ein Platz zum Verweilen für Jung und Alt sein.

Das Gebiet Buechenwald soll künftig auch ein Platz zum Verweilen für Jung und Alt sein.

Visualisierung: PD

Auch die Vereine profitieren, wie Stadträtin Helen Alder Frey betonte: «Die Anlagen bieten ihnen ideale Bedingungen fürs Training.» Das Projekt solle aber nicht nur der Schule und den Vereinen einen Mehrwert bringen, sondern der ganzen Bevölkerung, so Alder. Mit Zwischenräumen und Freiflächen zum Bewegen, Begegnen und Erholen soll eine «Sportlandschaft für sämtliche Gossauerinnen und Gossauer aller Generationen» entstehen.

In seinem Bericht ans Parlament weist der Stadtrat darauf hin, dass mit dem Modul 1 keine zusätzlichen Anlagen erstellt würden. Es gehe darum, bestehende Anlagen zu ersetzen oder erneuern, die mehrheitlich das Ende ihres Lebenszyklus erreicht oder sogar überschritten hätten. Auch bei einer Ablehnung des Baukredits bestehe ein Investitionsvolumen von geschätzten 42 Millionen Franken.

Der Zeitplan

Nun ist das Stadtparlament am Zug. Dessen Präsidium sieht für die Sitzung vom 7. September die Einsetzung einer vorberatenden Kommission vor. «Wir gehen von einer breiten Unterstützung im Parlament aus», sagt Giella. Der Stadtrat peilt für die Volksabstimmung den 15. Mai 2022 an. Wobei dieser Plan davon abhängig ist, wie viel Zeit die parlamentarische Beratung beansprucht.

Bei einem Ja an der Urne würden die Bagger – sofern der Prozess nicht durch Einsprachen verzögert – im Jahr 2023 auffahren. Das neue Fussballhauptspielfeld mit Tribüne könnte dann 2024 genutzt und das Hallenbad 2025 eröffnet werden.

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