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Wieder eine Zeitung in Gossau von Cavelti

50 Jahre nach dem Ende des «Fürstenländers» will die Gossauer Cavelti AG wieder ein Zeitungsprojekt anstossen.
Johannes Wey
Die erste Ausgabe von «Goinside». (Bild: Urs Bucher)

Die erste Ausgabe von «Goinside». (Bild: Urs Bucher)

Kurz vor dem Strassenfest flatterte den Gossauerinnen und Gossauern eine Gratiszeitung ins Haus, die sie noch nie zuvor gesehen hatten: «Goinside» nennt sich das Blatt. Es stammt aus dem Cavelti-Verlag, der sich damit in Zusammenarbeit mit der Plattform Gossau24.ch wieder einem Zeitungsprojekt widmet – 50 Jahre nachdem der «Fürstenländer» in der «Ostschweiz» aufgegangen ist. «Goinside» solle das Vakuum füllen, das mit der Einstellung der «Gossauer Zeitung» (GoZ) in der Gossauer Presselandschaft entstanden sei, heisst es im Editorial.

Das Erscheinungsdatum der ersten Ausgabe war nicht zufällig: «Wir stützen uns in der Pilotphase auf wichtige Anlässe», sagt Herausgeberin Franziska Cavelti. So findet sich auf den 20 Seiten der ersten Ausgabe eine doppelseitige Beilage zum Strassenfest. Weitere Inhalte sind ein Interview mit Stadtpräsident Wolfgang Giella, eine Publireportage und diverse Mitteilungen aus der Stadtverwaltung aber auch aus Vereinen, Gewerbe und Politik.

Im Rahmen des Pilots sind laut Franziska Cavelti zwei weitere Ausgaben vorgesehen: Im Oktober, wenn das Weihnachtsgeschäft anzieht, und im Vorfeld von Weihnachtslauf und «Gschenkli-Sunntig».

Cavelti AG hofft auf eine Lösung mit der Stadt

Das Bedürfnis nach einer neuen Gossauer Zeitung leitet Cavelti zum einen aus einer Umfrage ab, welche die Stadt 2018 zum Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger durchführte. Zum anderen sei es mehrfach an sie herangetragen worden: aus der Bevölkerung, aber auch aus dem Gewerbe.

Ob aus dem Pilotprojekt 2020 eine regelmässige Publikation wird und in welchem Rhythmus sie erscheine, müsse sich nun zeigen. Eines steht für Franziska Cavelti aber fest: «Mit Inseraten alleine wird sich dieses Zeitungsprojekt nicht finanzieren lassen», sagt sie. Es brauche eine Trägerschaft. Ein Beispiel dafür sei das «Flade-Blatt», dass von den Gemeinden Flawil und Degersheim herausgegeben und durch die Cavelti AG verlegerisch betreut und produziert wird.

Ein anderes sei die «Tüüfner-Poscht», die, getragen von einem Verein, eine eigene Redaktion betreibt. Franziska Cavelti hofft, dass «Goinside» wie einst die GoZ amtliches Publikationsorgan wird. Mit dieser Rolle sind in der Regel substanzielle Inserateeinnahmen verbunden. Dazu passt ein weiterer Satz aus dem Editorial der ersten Ausgabe: Der Fortbestand hänge unter anderem davon ab, «ob es gelingt, mit der Stadt Gossau das Projekt auch finanziell auf gesunde Beine zu stellen». Verbindliche Entscheide bis Ende Jahr wären aus Sicht der Cavelti AG wichtig, sagt Franziska Cavelti.

Stadt will weiterhin gedruckte Informationen

Schon heute wirbt «Goinside» mit der «Unterstützung der Stadt Gossau». Diese sei aber lediglich ideell, heisst es sowohl von der Stadt als auch von der Cavelti AG. «Der Stadtrat unterstützt die drei Pilotausgaben ideell. Weitergehende Beschlüsse gibt es nicht», erklärt Urs Salzmann, der Kommunikationsbeauftragte der Stadt.

Die Stadt Gossau setzt seit kurzem auf die elektronische Plattform des Kantons als amtliches Publikationsorgan. Das werde wohl so bleiben, sagt Salzmann. Allerdings sei sich der Stadtrat bewusst, dass ein grosser Teil der Bevölkerung erwarte, auch in gedruckter Form informiert zu werden. «Ausgewählte» Mitteilungen würden auch weiterhin nicht nur online, sondern zusätzlich als Inserat abgedruckt. Seit dem Ende der GoZ in den «Gossauer Nachrichten», die Christoph Blochers Zeitungshaus AG gehören. Dem Stellenwert von Printmedien wolle man aber auch im neuen Kommunikationskonzept, dass die Stadt derzeit erarbeite, Rechnung tragen. «‹Goinside› könnte diesbezüglich künftig eine Rolle spielen», sagt Salzmann.

Noch immer kein neues Konzept

Seit Frühling 2018 wird im Gossauer Rathaus an einem neuen Kommunikationskonzept gearbeitet. Ursprünglich war vorgesehen, dieses bis Ende 2018 vorzulegen. Im Februar 2019 hiess es, das Konzept sei vom Stadtrat in erster Lesung behandelt worden und werde überarbeitet. Nun hat man offenbar einen Schritt zurück gemacht: Derzeit werde die Strategie festgelegt, dazu seien externe Berater beigezogen worden, sagt der Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann. Das Konzept dürfte in der ersten Hälfte 2020 vorliegen. (jw)

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