Gossau bekommt drei Deponien - aber noch nicht die, die es wollte

Drei neue, teils problematische Deponiestandorte sind auf Gossauer Boden geplant. Die Antwort des Stadtrats auf einen Vorstoss zeigt, wie sich dieser erfolglos wehrte.

Johannes Wey
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Drei Deponien auf Gossauer Boden sind innert zweier Jahre in den Richtplan aufgenommen worden. (Bild: Urs Jaudas)

Drei Deponien auf Gossauer Boden sind innert zweier Jahre in den Richtplan aufgenommen worden. (Bild: Urs Jaudas)

Am Stadtrat scheint es nicht zu liegen, dass der Kanton innert zweier Jahre gleich drei neue Deponiestandorte in den Richtplan aufgenommen hat. Er habe sich sowohl 2016 gegen den Standort Radmoos als auch 2018 gegen die Standorte Nutzenbuecherwald und Degenau gewehrt, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Einfache Anfrage von Flig-Parlamentarier Matthias Ebneter.

In seinem Vorstoss hatte sich Ebneter auch dafür starkgemacht, mittels Aufschüttungen von Aushub den Lärmschutz entlang der Autobahn A1 zu verbessern. Dieser Lärmschutzwall ist seit dem Jahr 2000 ein Thema und ein Steckenpferd der Flig geworden. Auch der Stadtrat habe beim Kanton beantragt, erst die Planungen für diesen Wall voranzutreiben, bevor neue Deponiestandorte geprüft werden, wie es in der Antwort heisst: «Damit könnten im Gebiet Städeli-Weid-Gapf die Lärmemissionen vermindert werden.» Er teile die Ansicht Ebneters, dass der Lärmschutz entlang der Autobahn ein wichtiges Anliegen sei.

Stadtrat treibt Projekt für den Lärmschutzwall voran

Um den Lärmschutzwall voranzutreiben, entwickle der Stadtrat derzeit ein Deponieprojekt entlang der A1 im Gebiet Städeli-Weid-Gapf. Damit könnten auch die betroffenen Landbesitzer die Umgestaltung des Geländes beurteilen. Gespräche im vergangenen Jahr hätten gezeigt, dass sie grundsätzlich nichts gegen einen Wall hätten. Auch der Kanton und das Bundesamt für Strassen (Astra) würden das Engagement der Stadt begrüssen. Wenn das Projekt fertig sei, werde als nächster Schritt ein Eintrag im Richtplan angestrebt.

Deponien nicht grundsätzlich verhindern

Ebneter wollte vom Stadtrat weiter wissen, mit welchen konkreten Massnahmen er die Deponiestandorte Radmoos, Nutzenbuecherwald und Degenau verhindern wolle. «Es geht nicht um die Verhinderung von Deponiestandorten auf dem Gemeindegebiet von Gossau, sondern um einen massvollen und verträglichen Betrieb», entgegnet der Stadtrat. Über allfällige Massnahmen werde im Bewilligungsverfahren entschieden, wenn die konkreten Projekte vorlägen und ihre Auswirkungen abzuschätzen seien. Die Stadt habe kein Interesse daran, dass mehrere Deponien gleichzeitig über Zeitspannen von 25 Jahren betrieben würden und das Deponiematerial von weit her angeliefert werde.

Letzteres hatte Ebneter insbesondere für die Deponie Nutzenbuecherwald befürchtet, an der ein Unternehmen aus dem Appenzellerland interessiert ist. «Der Stadtrat sieht dies sehr kritisch», heisst es in der Antwort. Allerdings könnten über die Betriebsbewilligung Einschränkungen vorgeschrieben werden.

Betreffend der Deponie Radmoos sieht Ebneter einen Zielkonflikt: Die Stadt will eine Schutzzone für eine Quelle ausscheiden, die Überschneidungen mit der Deponie aufweisen würde. Darauf müsse im Deponieprojekt Rücksicht genommen werden, schreibt der Stadtrat. Bereits heute – ohne Schutzzone – hätten mehrere Anstösser ein Wasserbezugsrecht für die Quelle. Dieses müsse sichergestellt bleiben.

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