Gossau
Ausbaupläne im Walter-Zoo geben zu reden: Anwohner befürchten Mehrverkehr im Mettendorf-Quartier

Noch bis Anfang Oktober läuft das Mitwirkungsverfahren für die Erweiterungspläne des Gossauer Walter-Zoos. Am Dienstag hat der Zoo zu einem Infoabend eingeladen. An diesem teilten einige Gossauerinnen und Gossauer auch ihre Sorgen mit.

Perrine Woodtli
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Der Gossauer Walter-Zoo erhält in den kommenden zwei Jahrzehnten ein neues Gesicht.

Der Gossauer Walter-Zoo erhält in den kommenden zwei Jahrzehnten ein neues Gesicht.

Bild: Andri Vöhringer (2. September 2021)

Neue Tieranlagen, ein neues Restaurant, ein neuer Haupteingang und eine Tiefgarage: Der Walter-Zoo in Gossau will in den kommenden Jahren um rund 30'000 Quadratmeter wachsen. Anfang Monat wurde der Masterplan 2040 vorgestellt. Bis dann sollen die Ausbaupläne realisiert sein.

Die entsprechenden Pläne liegen noch bis 5. Oktober zur öffentlichen Mitwirkung auf. Alle Interessierten können online die Unterlagen einsehen und Rückmeldungen einreichen. Am Dienstag hat der Zoo im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zudem zu einem Infoabend eingeladen. Die Besucherzahl war bescheiden: Rund 15 Personen nahmen teil.

Nebst Gossaus Stadtpräsident Wolfgang Giella und Zoodirektorin Karin Federer waren auch verschiedene Fachpersonen vor Ort, die unter anderem das genaue Vorgehen, die einzelnen Vorhaben und die verschiedenen Planungsinstrumente erläuterten.

«Ein Zoo, in dem nicht gerade gebaut wird, ist kein Zoo»

Karin Federer macht in ihrer Rede zu Beginn klar, wieso der Zoo wachsen muss und betont dabei auch dessen Relevanz für die Ostschweiz mit jährlich rund 280'000 Besucherinnen und Besuchern. «Ein Kurator im Zoo Zürich hat einmal gesagt: Ein Zoo, in dem nicht gerade gebaut wird, ist kein Zoo», sagt Federer. Dem stimme sie zu. «Ein Zoo bleibt sonst stehen.» Neue Bedürfnisse und Erkenntnisse aus der Tierhaltung führten laufend zu einer Weiterentwicklung.

Zoodirektorin Karin Federer

Zoodirektorin Karin Federer

Bild: Tobias Garcia (20. Januar 2021)

Auch der Walter-Zoo, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert, habe sich stets weiterentwickelt und wolle auch in Zukunft attraktiv bleiben. Sie freue sich, dass der Zoo nun nach jahrelanger Vorarbeit den Masterplan vorstellen konnte und man nun hoffentlich bald mit der Umsetzung beginnen könne.

Mettendorf-Quartier soll entlastet werden

Nebst den Informationen über die Ausbaupläne haben die Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Schnell wird klar: Vor allem der Verkehr beschäftigt. Die Besucherinnen und Besucher des Zoos sowie der Bus fahren jeweils durch das Quartier Mettendorf. Ein Anwohner befürchtet etwa, dass der Mehrverkehr mit den Ausbauplänen weiter zunehmen wird. Schliesslich rechne der Zoo 2040 mit rund 400'000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr, also rund 120'000 Personen mehr als heute.

Der Anwohner stört sich auch am Suchverkehr. Oft seien die Parkplätze im Zoo besetzt, sagt er. «Dann fahren sie wieder runter und suchen im Quartier.» Sie sei sich dem unangenehmen Suchverkehr bewusst, sagt Karin Federer. «Das darf nicht sein.» Angedacht sei unter anderem, vor dem Mettendorf eine Tafel aufzustellen, die mitteilt, ob im Zoo noch Plätze frei sind oder nicht. Für den Anwohner ist hingegen klar, was helfen würde:

«Mehr Besucher bedeutet mehr Verkehr. Das schreit doch förmlich nach einer anderen Zufahrt.»

Zufahrt über Breitfeld ist nicht geeignet

Er spielt damit auf die Möglichkeit an, dass die Besucherinnen und Besucher statt von Gossau her, über die Neuchlenstrasse via Schloss Oberberg und Breitfeld zum Zoo gelenkt werden – zumindest am Wochenende. Diese Möglichkeit habe man mit dem Militär angeschaut, sagen die Verantwortlichen. Mehrere Gründe sprechen aber gegen diesen Vorschlag, wie ein Armeeangestellter unter den Besuchern sagt.

Zum einen handle es sich um ein Naherholungsgebiet. «Gerade am Wochenende sind dort zahlreiche Leute unterwegs.» Und auch das Militär brauche das Gelände manchmal an einem Samstag für Ausbildungen. Die Strasse sei zudem zu eng, um zu kreuzen. «Würden wir die Strasse für den Verkehr am Wochenende öffnen, wüssten wir, was passieren wird. Die Leute würden dann auch während der Woche diese Strasse benutzen.» Und das gehe nicht.

«Denn dann kommt einem vielleicht ein Panzer entgegen.»

Mehrere Massnahmen geplant, um Velo und ÖV zu fördern

90 Prozent der Besucherinnen und Besucher kommen mit dem Auto in den Zoo. Die restlichen zehn Prozent teilen sich auf den Velo- und Fussverkehr sowie auf den ÖV auf. Ziel sei es, so Marilene Holzhauser von der ERR Raumplaner AG, diesen Anteil auf 20 Prozent zu verdoppeln. Erreichen wolle man das unter anderem mit einem Veloweg und einer höheren Frequenz des Busses. Zudem würden die Parkplätze in der neuen Tiefgarage künftig bewirtschaftet, um gleich lange Spiesse zu schaffen.

«Der ÖV kostet schliesslich auch.»

Zur Tiefgarage haben die Anwesenden ebenfalls Fragen. Diese wird zwischen 400 und 475 Parkplätze umfassen. An Spitzentagen werden diese nicht ausreichen. Ein Mann wirft die Frage in die Runde, weshalb nicht mehr Parkplätze geplant seien. Holzhauser weist auf die Rentabilität der Tiefgarage hin:

«Es ist nicht sinnvoll, eine Tiefgarage zu bauen, die an einigen Tagen zwar voll ist, das restliche Jahr aber halb leer ist.»

Zudem, so Karin Federer, wolle der Zoo wegkommen von jenen Spitzentagen. «Ziel ist es, dass wir jeden Tag etwas mehr Besucherinnen und Besucher haben und sich diese besser verteilen.»

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