Der Gossauer Stadtrat bekennt sich zu Artenvielfalt

Der Stadtrat schreibt sich den Erhalt der Biodiversität auf die Fahne. Am Stärkleweiher ist aber nichts geplant.

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Das Eichemoos ist ein Naturschutzgebiet.Bild: Urs Bucher (3. April 2019)

Das Eichemoos ist ein Naturschutzgebiet.Bild: Urs Bucher (3. April 2019)

(mha) Viele Tier- und Pflanzenarten sind bedroht. Stadtparlamentarier Erwin Sutter (Flig) wollte deshalb in einer Interpellation wissen, welchen Stellenwert die Biodiversität in Gossau hat. Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor: Der Biodiversität werde grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Auf Grundstücken der politischen Gemeinde seien 2019 bereits gut 2700 Quadratmeter neue Biodiversitätsflächen angelegt worden. Diese Flächen werden gemäss Stadtrat extensiv bewirtschaftet, also ohne Dünger, und es wird auf eine grosse Vielfalt an Blumen geachtet.

Erwin Sutter, Flig. Bild: PD

Erwin Sutter, Flig. Bild: PD

Ausserdem läuft seit 13 Jahren ein Projekt zur Vernetzung von ökologischen Ausgleichsflächen. Darin tragen Landwirte der Gemeinden Andwil, Gaiserwald, Gossau und St.Gallen bei zu einer strukturreichen und abwechslungsreichen Landschaft. Die Bauern legen ökologische Ausgleichsflächen an, um die Biodiversität zu fördern und zu erhalten.

Sutter fragte weiter, wann die Detailkartierung des Kantons umgesetzt wird. Diese verlangt, zwischen Landwirtschaftszonen und Naturschutzgebieten eine Pufferzone.

Derzeit kartiere das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei die nationalen und regionalen Moore neu, schreibt der Stadtrat. Gossau erneuert derzeit zudem das kommunale Naturinventar. Auf Grundlage davon werde dann die kommunale Schutzverordnung aktualisiert. Im Rahmen der Schutzverordnung werde der Stadtrat die Frage beantworten, welche Massnahmen künftig sicherstellen sollen, dass die Naturschutzgebiete ordnungsmässig geschützt werden. Eine Gesamtbetrachtung der Gebiete Eichenmoos, Rüeggetschwiler Moos und Espel werde ausserdem klären, wer für die Gebiete zuständig sei und wie viel Geld nötig sein werde für Sanierung, Aufwertung und Unterhalt.

Stärkleweiher wird nicht saniert

Eine weitere Frage des Sekundarlehrers betrifft den Stärkleweiher zwischen den Schulhäusern Rosenau, Notker, Friedberg und Haldenbüel. Der Weiher könnte im Unterricht der Anschauung dienen, stimmt der Stadtrat dem Interpellanten zu. Dazu müsste der Weiher aufgewertet werden. Massnahmen waren geplant, jedoch wurde der Kredit im Zuge von Sparmassnahmen gestrichen. 2014 zeigte eine Umfrage des Schulrats zudem, dass kein Bedürfnis an einer Nutzung des Weihers im Unterricht bestehe. Daraufhin habe der Stadtrat auf Massnahmen verzichtet.

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Nina Rudnicki