Kamele, Raclette und Selbstgestricktes am Geschenklisunntig

Ein Zügli transportiert die Besucher am 31. Gschenklisunntig durch das autofreie Gossauer Zentrum.

Melissa Müller
Hören
Drucken
Teilen
Eine Kamelkarawane des Walter Zoos zieht am Gschenklisunntig durch die Gossauer Gassen. (Symbolbild:Andrea Stalder)

Eine Kamelkarawane des Walter Zoos zieht am Gschenklisunntig durch die Gossauer Gassen. (Symbolbild:Andrea Stalder)

Die Gossauer Fachgeschäfte laden diesen Sonntag wieder zum traditionellen Gschenklisunntig: Von 13 bis 17 Uhr sind etliche Läden geöffnet. «Das Schöne ist, dass das Zentrum an diesem Wochenende verkehrsfrei ist und man quer durch die Strassen und über den Kreisel flanieren kann», sagt Julian Stoob von der Sonnendrogerie. Die Strassen werden auch für den Gossauer Weihnachtslauf gesperrt, der bereits am Samstag über die Bühne geht. Im Zentrum rund um die Kirche verteilt der Chlaus am Sonntag, begleitet von seinem Esel, ein Chlausensäckli. Um 14 Uhr beschenkt er die Kinder beim Toggi-Platz. Um 15 Uhr macht der Chlaus mit seinem Esel vor dem Polizeiposten Halt, um 16 Uhr ist er auf dem Kirchplatz bei der Andreaskirche anzutreffen.

Auch eine Kamelkarawane des Walter Zoos zieht die Blicke auf sich. 15 Marktstände bieten Kulinarisches, Selbstgestricktes und Praktisches an. Zum ersten Mal transportiert am 8.Dezember zudem ein kleines Zügli die Besucherinnen und Besucher vom einen zum anderen Fachgeschäft.

Künstler beleuchtet Andreaskirche

Als Schlusspunkt beleuchtet Lichtkünstler Gerry Hofstetter die Andreaskirche und den Schwarzen Adler. Seine Installationen beleuchten das Zentrum von 17 bis 19.30 Uhr.

Die Zukunft des Gschenklisunntigs ist jedoch ungewiss. Manche Gossauer stellen den Anlass zunehmend in Frage. Eine Arbeitsgruppe sucht nach Alternativen. Mittlerweile sei die Tradition des Gschenklisunntigs veraltet, findet etwa Herbert Scheiwiler von Kühnis Optik («Tagblatt» vom 20.September). Er schlägt statt dessen eine «Adventsnacht» vor, die bis 22 Uhr dauert. Es wäre allerdings teuer, die Autos bis in die Nacht aus dem Stadtzentrum zu verbannen.

Julian Stoob, Chef der Sonnendrogerie, hängt hingegen am Gschenklisunntig. «Es gibt keinen adäquaten Ersatz», ist er überzeugt. Der Anlass habe Tradition. Zudem habe sein Geschäft an diesem Tag jeweils die höchste Kundenfrequenz des Jahres. Auch in der Papeterie schauten sich am Gschenklisunntig rund 400 Kundinnen und Kunden um.