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«Gooooaaaal» – Comeback von Jaan Schaller: «Adrenalin» wird zum FCSG-Vereinsradio

Nach einem Jahr Sendepause kehrt Moderator Jaan Schaller ans Mikrofon zurück. Der FC St.Gallen hat ihn engagiert.
Sandro Büchler
«Adrenalin»-Moderator Jaan Schaller posiert vor seinen Idolen Zellweger, Zamorano und Barnetta. (Bild: Michel Canonica)

«Adrenalin»-Moderator Jaan Schaller posiert vor seinen Idolen Zellweger, Zamorano und Barnetta. (Bild: Michel Canonica)

Jaan Schaller, der kultige Fussball-Moderator, ist zurück. Am Samstag stellt der FC St.Gallen beim Auswärtsspiel gegen Basel erstmals ein eigenes Vereinsradio vor. Die Stimme für die Livesendung kommt von Schaller. Er strahlt, die Ankündigung freut ihn riesig. Denn lange habe er nicht an ein Comeback gedacht.

Rückblende: Knapp 13 Jahre lang kommentiert Schaller auf Radio Toxic.fm, wenn der FCSG kickt. Die Moderation ist polemisch, frech und witzig. FCSG-Fans im In- und Ausland lieben «Adrenalin», so der Name der Sendung. Das unkonventionelle Format avanciert zum Kult.

Bis es im August des vergangenen Jahres zum Bruch kommt. Schaller und sein Co-Kommentator Philipp Cäsar Widmer stellen Lohnforderungen für ihren Einsatz. Doch 250 Franken pro Monat Entschädigung will der Radiosender nicht zahlen und setzt die «Adrenalin»-Sendung kurzerhand ab.

Schaller macht die Hintergründe für das Zerwürfnis auf Facebook publik – sachlich, ehrlich und pointiert. Dafür erhält er unzählige Reaktionen: «Von Fans, Spielern, gar von Taxifahrern wurde ich darauf angesprochen.» Allesamt hätten sie ihr Unverständnis über den unschönen Rauswurf geäussert. Zuspruch erhält der 39-Jährige auch von Reporterkollegen, die ihm zu seinem offenen Umgang gratulierten. Endlich einer, der die Fakten darstellt und auch übers Geld spricht, so der Tenor.

Ein Jahr lang keinen Fuss ins Stadion gesetzt

Trotzdem setzt der Radiomoderator nach dem Aus von «Adrenalin» für den Rest der Saison keinen Fuss mehr ins Stadion, nimmt Abstand. Zu gross war der Frust. «Ich war betüpft, ja.» Besonders die Art und Weise, wie seine Sendung abgesetzt worden sei, habe ihn traurig gestimmt. Erst für das letzte Heimspiel der Saison rafft sich Schaller auf. Er geht hin und trifft den FCSG-Medienverantwortlichen Daniel Last. Die beiden kennen sich schon lange, sprechen über Zukunftspläne.

«Zu der Zeit entwickelten wir bereits die neue Webseite für den FCSG», sagt Last. Dabei sei die Lancierung eines Radios im Raum gestanden. Die Clubverantwortlichen wollen den Fans mehr bieten und für die Livemoderation eine markante Persönlichkeit gewinnen.

Jaan Schaller während dem Interview. (Bild: Michel Canonica)

Jaan Schaller während dem Interview. (Bild: Michel Canonica)

Bereits im ersten Gespräch mit dem Fussballverein überrascht Schaller mit einem Konzept. Als die Idee zum CEO getragen wird und Schallers Name fällt, sei die Sache klar gewesen. «Wer bei 38 Grad mit einer Wollmütze herumläuft, fällt schon rein optisch auf», sagt Last. Doch insbesondere Schallers Erfahrungsschatz habe den Ausschlag gegeben.

Promis und Spieler als Co-Kommentatoren

Doch die «Adrenalin»-Sendungen fielen bisher vor allem wegen der derben Wortwahl auf. Der Club habe Schaller aber keine Vorgaben gegeben, sagt Last. «Natürlich muss ich umstellen und mein Vokabular anpassen», sagt auch Schaller.

«Aber ‹Adrenalin› lebt von der expliziten Sprache und vom Wortwitz.»

Dazu gehören auch Emotionen. «Wenn ein Spieler das Goal aus einem Meter nicht trifft, werde ich ihn weiterhin als ‹Tröte› bezeichnen.»

Doch auch wenn er blöd daherplappere, die Fakten müssen stimmen, sagt Schaller. Mehrere Stunden recherchiert er wöchentlich. Da unterscheide sich seine Vorbereitung nicht von einem seriösen Sportjournalisten. «Ich setze das Wissen einfach anders um.» Und er werde zu 100 Prozent parteiisch bleiben. «Der Gegner ist schliesslich nur auf dem Platz, damit der FCSG etwas zu spielen hat.»

Auswärtsspiele wird Schaller alleine kommentieren, im Kybunpark lade er wechselnde Co-Kommentatoren ein. «Verletzte Spieler, Promis, Lokalhelden.» Denn eine Livesendung mit vier Augen und zwei Mäulern habe mehr Drive, so Schaller. «Während des Spiels darf am Mikrofon viel passieren.»

Lokale Musik wird zu hören sein

90 Minuten werde er aber nicht durchmoderieren, sagt Schaller. «Pro Halbzeit spiele ich zwei Songs.» Dafür berücksichtigt er nur lokale Musik aus St.Gallen und der Umgebung. Bei der Auswahl der Musik hilft ihm Céline Fuchs. Die beiden arbeiteten schon gemeinsam bei Toxic.fm. Mittlerweile sagen sie als Duo am Open Air St.Gallen auf der Sternenbühne jeweils die Bands an. Und Fuchs ist die Vizepräsidentin des Musiknachwuchswettbewerbs BandXost. Also genau die Richtige für die Musikauswahl bei «Adrenalin».

Schaller ist im Interview voller Optimismus. Seine Freude über das Engagement beim FCSG hat ihm sichtlich Schub verliehen.

«Das Kind in mir ist überglücklich.»

Mit sechs Jahren sei er erstmals im Stadion, damals noch im Espenmoos, und auch im Sittertobel gewesen. «Damals habe ich davon geträumt, für die beiden Organisationen zu arbeiten.» Nun sei der Traum Realität geworden.

Neben dem neuen Job beim FCSG konzentriert sich Schaller auf seinen 13 Monate alten Sohn. Gut möglich, dass dieser schon bald zusammen mit seinem Vater lautstark «Goooaaal» ruft. Als Schaller im Juni am Rock am Weier in Wil eine Band anmoderierte, nahm er den Sohnemann mit auf die Bühne. «Da hat er prompt ins Mikrofon gebissen.»

Hinweis

Der FC St.Gallen gibt die Details zum neuen Vereinsradio und wo dieses aufgerufen werden kann noch bekannt. www.fcsg.ch

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