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Ein markantes Gebäude und eine «Piazza»: Goldach plant ein neues Zentrum

Der Segelkreisel am Kronenplatz bildet das geografische Zentrum Goldachs. Das Areal könnte ein komplett neues Gesicht erhalten, wenn im Zuge des geplanten A1-Zubringers die St. Gallerstrasse umgebaut wird.
Martin Rechsteiner

Zahlreich sind sie an diesem Abend erschienen: Verkehrsspezialisten, Architekten und Ortsplaner. Am Montagabend haben die Gemeinde Goldach und der Kanton ihr Betriebs- und Gestaltungskonzept der St. Gallerstrasse vorgestellt. Die Kantonsstrasse bildet derzeit die Verkehrshauptader quer durch die Gemeinde. Im Zuge des geplanten Autobahnzubringers Witen soll sie stark angepasst werden. Grössere Änderungen könnte es am Kronenplatz geben.

Die Verantwortlichen betonen es an diesem Abend mehrmals: Das neue Konzept, das sie gerade vorstellen, ist nicht sakrosankt, Anpassungen sind noch möglich. Und die Umgestaltung der Strasse erfolgt nur, wenn der Autobahnanschluss gebaut wird. Darüber stimmen die Rorschacher und Goldacher am 24. November ab.

Ampeln, Streifen, schmale Abschnitte

Die geplante Umgestaltung der St. Gallerstrasse, erarbeitet vom Berner Verkehrsplanungsbüro B+S, ist eine der grössten von rund 20 geplanten Begleitmassnahmen des Autobahnzubringers. Auf einer Länge von 1,7 Kilometern, zwischen dem Ortseingang Bruggmühle bis zum Cornetkreisel, soll sich die Strasse stark verändern. Das Ziel: Auswärtiger Durchgangsverkehr soll den neuen A1-Anschluss Witen benutzen und nicht mehr via St. Gallerstrasse durch Goldach rollen. Das soll geschehen, indem die Strasse für diese Art von Verkehr «weniger attraktiv» wird. Dazu haben sich die Planer einiges einfallen lassen.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer auf der St. Gallerstrasse soll künftig 40 Kilometer pro Stunde betragen. Um den Verkehr entsprechend zu verlangsamen, soll die Fahrbahn an verschiedenen Stellen sogenannte Mehrzweckstreifen erhalten: Die Fahrspur wird in der Mitte mit Farbe optisch verkleinert, was zum Langsamfahren animieren soll. Ähnliche Streifen bestehen derzeit zum Beispiel auf der Hauptstrasse auf der Höhe Gemeindehaus. Auf der St. Galler­strasse sind sie über eine Länge von einigen Dutzend Metern dort geplant, wo Bushaltestellen bestehen. Also bei den Haltestellen Stelzenreben, Rosenackerstrasse und TZM/Kellen sowie Kronenplatz – dort auf allen drei Zufahrtsstrassen zum Segelkreisel (s. Grafik). Die Bushaltestellen befinden sich auf der Fahrbahn, Pfosten auf dem Mehrzweckstreifen sollen dafür sorgen, dass Busse an den Haltestellen nicht überholt werden können.

Der Segelkreisel soll nur noch drei Zufahrtsstrassen haben. Jede davon führt einen Mehrzweckstreifen bis zum Kreisel.

Der Segelkreisel soll nur noch drei Zufahrtsstrassen haben. Jede davon führt einen Mehrzweckstreifen bis zum Kreisel.

Auf den übrigen Abschnitten ist eine sogenannte Kernfahrbahn geplant. Das heisst, die Strasse verliert dort ihre Mittellinie, an beiden Rändern gibt es Velostreifen. Die Fahrbahn wird zudem durch eine Verbreiterung der Trottoirs auf insgesamt acht Meter verschmälert, zwischen der «Fontana» und der «Linde» auf sechs Meter. Dort sowie an der Rosenackerstrasse sind neue Lichtsignale geplant. Entlang dem grössten Teil der Strasse sollen sich Bäume säumen.

Idee für ein neues Zentrum

Kernstück des neuen Konzepts ist der Kronenplatz. Er soll ein vollständig neues Gesicht erhalten. «Heute nehmen die Strasse und der Kreisel viel Fläche ein. Diese soll besser der Allgemeinheit zugutekommen», sagt Thomas Kieliger, Mitinhaber des Planungsbüros Kieliger & Gregorini in Wollerau. Er koordiniert das Gesamtprojekt «Masterplan Autobahnanschluss plus». Der Segelkreisel soll kleiner werden und nach Südwesten rücken, die Rietbergstrasse und die Schulstrasse münden nicht mehr direkt in den Kreisel (s. Grafik).

Der Segelkreisel wird kleiner und rückt nach Südwesten. Momentan münden die Schul- und die Rietbergstrasse noch in den Segelkreisel, der sich in etwa dort befindet, wo die geplanten Gebäude (rot) sind.

Der Segelkreisel wird kleiner und rückt nach Südwesten. Momentan münden die Schul- und die Rietbergstrasse noch in den Segelkreisel, der sich in etwa dort befindet, wo die geplanten Gebäude (rot) sind.

Dadurch wird vor dem Coop Fläche frei, die im Osten zu einem öffentlichen Platz mit Bäumen werden könnte. Links davon wäre laut den Planern «Platz für ein markantes Gebäude, das Goldach eine Identität verleiht.» Das seien aber bloss erste Ideen.

Einen neuen Kreisel soll es zudem am Ortseingang anstelle der Kreuzung St. Gallerstrasse/Bruggmühlestrasse geben.

«All diese Massnahmen dienen der Sicherheit und einer Aufwertung des Lebensraums entlang der St. Gallerstrasse»,

sagt Kieliger. Der öffentliche Verkehr werde priorisiert, es dürfen aber immer noch alle Verkehrsteilnehmer, vom Velo bis zum 40-Tönner, auf die Strasse, betont er.

Mit diesen Massnahmen inklusive Autobahnanschluss soll der Verkehr auf der Achse bis 2040 etwa 12000 Fahrzeuge pro Tag betragen, heisst es von Kanton und Gemeinde. Ohne sie schwelle er auf 20000 an. Die Verantwortlichen rechnen für das Projekt St. Gallerstrasse derzeit grob geschätzt mit Kosten von 13,8 Millionen Franken, wobei noch unklar ist, wie sie der Kanton und die Gemeinde aufteilen.

Kritik in der Fragerunde

Das Projekt überzeugt nicht alle Bürger, die an diesem Abend den Weg in die Aula gefunden haben. Auf die Präsentation folgt eine angeregte Diskussion. Manche sind der Meinung, die Umgestaltung der St. Gallerstrasse könne man sich sparen: «Dank dem Anschluss fahren sowieso alle über die Autobahn.» Die Planer widersprechen: Eine «Abschreckung» brauche es. «Und wenn es weniger Fahrzeuge gibt, entsteht ohne die Beruhigungsmassnahmen ein gefährlicher Schnellverkehr.»

Sämtliche Begleitprojekte sind in der Abstimmungsvorlage im November über den Kredit zum A1-Anschluss enthalten. Sprich: Wer für den Anschluss stimmt, nimmt auch die Umgestaltung der St. Gallerstrasse an. Sascha Bundi, Leiter Mobilität und Planung des St. Galler Tiefbauamts, sagt:

«Bei dem Projekt gilt: entweder ganz, oder gar nicht. Einen Plan B gibt es nicht.»

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