Goldach: Jetzt sind die Bäume zurück

Die Gemeinde Goldach hat im Frühjahr Bäume wegen Pilzbefalls fällen müssen. An der Seepromenade stehen jetzt wieder drei junge Silberweiden und der Begegnungsplatz Kellen hat eine neue Winterlinde.

Ines Biedenkapp
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Rolf Heinzmann, Verwaltungsratspräsident der Ortsgemeinde Goldach und Gemeindepräsident Dominik Gemperli pflanzen die neue Weide an der Seepromenade (Bild: Ines Biedenkapp)

Rolf Heinzmann, Verwaltungsratspräsident der Ortsgemeinde Goldach und Gemeindepräsident Dominik Gemperli pflanzen die neue Weide an der Seepromenade (Bild: Ines Biedenkapp)

Entlang der Seepromenade in Goldach hat das Team der Sonderegger Gartenbau GmbH gestern Morgen drei neue Silberweiden gepflanzt. Bei der Pflanzung dabei waren der Gemeindepräsident Dominik Gemperli, der Leiter der Bauverwaltung, Ralph Gerschwiler und Rolf Heinzmann, Präsident des Verwaltungsrates der Ortsgemeinde Goldach, die das Geld für die Ersatzbepflanzung gespendet hat. Ebenfalls gepflanzt wurde eine neue Winterlinde am Begegnungsplatz Kellen.

«Für solch einen Tag kann es kein schöneres Wetter geben», sagte Ralph Gerschwiler sichtlich erfreut und zeigte zum strahlend blauen Himmel. «Ich bin froh, dass wir heute die Zeit gefunden haben. Es stand ja auch immer in Frage, ob das Wetter für die neue Bepflanzung hält.»

Die Seepromenade besteht seit 1972

Im Frühjahr des Jahres wurden vier Bäume aufgrund der öffentlichen Sicherheit gefällt. Denn es hatte sich bei der jährlichen Baumpflege herausgestellt, dass die Bäume vom Schwefelporling und dem polsterförmigen Feuerschwamm befallen waren (siehe Kasten am Textende). Aufgrund des Pilzbefalls bestand daher erhöhte Bruchgefahr der Äste. «Vor allem beim Spielplatz an der Kellen, wo die Sommerlinde stand, wollten wir das Risiko nicht eingehen», sagt Ralph Gerschwiler.

Dem stimmt Hansruedi Geser, Leiter des Werkhofs in Goldach, zu. «Es ist normal, dass man die Bäume nach einer gewissen Zeit fällen und ersetzen muss», sagt Geser. «Das ist eben der Lauf der Zeit.» Die gefällten Silberweiden wurden kurz nach dem Bau der Seepromenade 1972 gepflanzt. «Nach 30 bis 40 Jahren verlieren die Weiden ihre Vitalität», sagt Hansruedi Geser. «Zudem bilden sich dann wilde Triebe. Daher muss man die Bäume genau beobachten, damit kein Sicherheitsrisiko entsteht.»

Das Aushängeschild von Goldach

Spender für die neuen Bäume fanden sich schnell. Die Ortsgemeinde Goldach gab 14000 Franken für die Neubepflanzung an der Seepromenade aus. Die 5000 Franken für die Linde bei der Kellen brachte die Albert-Pedrotti-Stiftung auf.

«Das war für uns ein wichtiges Projekt», sagt Rolf Heinzmann, Verwaltungsratspräsident der Ortsgemeinde Goldach. «Zum einen ist die Seepromenade das Aushängeschild von Goldach und wir spazieren alle gerne entlang des Sees. Es ist ein Erholungsgebiet.» Jedes Jahr spendet die Ortsgemeinde eine sechsstellige Summe für Projekte in Goldach. Das Geld bringt sie durch selbst erwirtschaftete Einnahmen, etwa von Baurechtszinsen aus Industrieliegenschaften oder durch Mieterträge aus Wohnliegenschaften auf.

Nur genügend Wasser nötig

Die neu gepflanzten Silberweiden sind etwas mehr als zehn Jahre alt und können bis zu einem Meter pro Jahr wachsen. «Allerdings am Anfang langsamer», sagt Roman Fässler, Leiter der Sonderegger Gartenbau GmbH. Die Bäume seien pflegeleicht, es brauche nur genügend Wasser. Die Winterlinde bei der Kellen ist mit rund 15 Jahren älter. Das verrate der Stamm der Linde, sagt Roman Fässler. Die Höhe sei bei der Altersbestimmung unwichtig.

Ein Hühnchen höhlt Bäume aus

m Frühjahr mussten vier Bäume in Goldach aufgrund des Schwefelporlings und des polsterförmigen Feuerschwamms gefällt werden. Die Namen gehören zu zwei Pilzsorten. Der Schwefelporling löst an Bäumen die sogenannte Braunfäule aus, die den Baum aushöhlt. Den Pilz kann man an seiner grossen, schwefelgelben und orangenen Farben erkennen, gegen Ende des Jahres wird er grau. Im englischen nennt man ihn auch «Chicken of the Woods» (übersetzt: Hühnchen des Waldes), da der Pilz essbar sein und nach Hühnchen schmecken soll. In rohem Zustand ist der Pilz aber als giftig. Der polsterförmige Feuerschwamm ist hingegen ungeniessbar. Der Pilz wächst meist in der Längsrichtung der befallenen Äste und Stämme und hat auf seiner glatten Oberfläche kleine, graue bis braune Poren. Er kann am befallenen Holz eine Weissfäule verursachen. (ibi)