Goldach
Eine Idee, die fruchtet: Der nachhaltige Beeren-Lieferdienst startet in die zweite Saison

Das Goldacher Jungunternehmen Fruitup liefert Beeren- und Früchtekörbe nach Hause – nachhaltig und saisonal. Was 2020 als erfolgreiches Freizeitprojekt begonnen hat, geht nun in die zweite Runde. Wie es weitergeht und was die Zukunft verspricht, verrät der 22-jährige Geschäftsführer.

Sebastian Rutishauser
Merken
Drucken
Teilen
Niels Kemler (links) und Sandro Hernandez starten mit ihren Früchtetraum-Körben in die zweite Saison.

Niels Kemler (links) und Sandro Hernandez starten mit ihren Früchtetraum-Körben in die zweite Saison.

Bild: PD

Innert nur eines Jahres wird aus einem Freizeitprojekt ein Start-up: «Wir haben mit der Idee wohl einen Nerv getroffen», sagt Sandro Hernandez. Er ist einer von drei Gründern von Fruitup. Zusammen mit Sarah Dräger und Niels Kemler startete er den Beeren-Lieferdienst im vergangenen Sommer. Dabei lieferten die drei HSG-Studenten zweimal wöchentlich mit saisonalen Beeren und Früchten gefüllte Körbe an Kundschaft in der Region aus. Und das im Namen der Nachhaltigkeit, wie Hernandez betont. Verwendet werden ausschliesslich wiederverwertbare und kompostierbare Verpackungsmaterialien. Gekauft und abgeholt wird direkt ab Hof – ohne Zwischenlagerung.

Dass die Idee auf fruchtbaren Boden stösst, wurde schnell klar: Die Nachfrage stieg rasch und hielt an. So sehr sogar, dass Hernandez während des ganzen Sommers auf seine Semesterferien verzichten musste. Im Oktober war dann Saisonende. Die Bilanz: Im Durchschnitt ganze 100 Bestellungen pro Woche. Vor allem Erdbeeren, aber auch lokale Raritäten wie die Stachelbeere seien ein Verkaufsschlager.

Mit neuen Zielen starten die drei in den kommenden Tagen nun in die zweite Runde. Geplant ist dabei die eine oder andere Optimierung: «Wir wollen beispielsweise stärker auf Firmen fokussieren, diese bestellen meistens im wöchentlichen Takt. Unseren Korb stellen sie dann in ihren Mitarbeiter- oder Kundenraum.» Neben der höheren Rentabilität dieser Daueraufträge sei dies auch ausgezeichnete Werbung. Hinzu komme, dass die Körbe wiederverwendet werden können, was bei Einzelbestellungen nicht der Fall sei.

Der Preis bleibe laut Hernandez mit rund 30 Franken pro Korb aber auch in diesem Sommer gleich.

Zweimal wöchentlich beziehen die drei Studenten ihre Beeren und Früchte von neun verschiedenen Höfen in der Region. Verpackt und ausgeliefert wird noch am selben Tag.

Zweimal wöchentlich beziehen die drei Studenten ihre Beeren und Früchte von neun verschiedenen Höfen in der Region. Verpackt und ausgeliefert wird noch am selben Tag.

Bild: PD

Mit der Ausweitung des Kundenkreises auf die Stadt St.Gallen wagt das junge Start-up zudem einen weiteren Schritt. Dazu sagt Hernandez:

«Ballungszentren wie die Stadt können wir einfach besser beliefern als weit auseinanderliegende Kunden.»

Schon jetzt stellen bis zu 50 Bestellungen an einem Tag eine Herausforderung dar. Zu dritt sei es bisher aber machbar gewesen. «Vielleicht müssen wir für diese Saison halt noch jemanden dazu holen.»

Der Blick in die Zukunft

Der bisherige Erfolg lässt hoffen. Fruitup nach dem Betriebswirtschaftsstudium hauptberuflich weiterzuführen, komme für Hernandez aktuell nicht in Frage: «Wenn wir wirklich ein rentierendes Unternehmen daraus machen wollten, müssten wir ein ganzjähriges Angebot bieten. Davon sind wir jedoch nicht überzeugt.» Das Importieren von Beeren und Früchten während der Wintermonate entspräche nicht der eigenen Philosophie. «Wir haben uns zwar schon auch überlegt, wie sich ein Ganzjahresangebot mit der Nachhaltigkeit vereinbaren liesse.»

Zur möglichen Zukunft des Unternehmens sagt der 22-Jährige: «Wir können uns gut vorstellen, das Projekt nach unserer Zeit an der Uni an jüngere Studenten weiterzureichen.»