Glosse
CVPler möchte die Heizung in VBSG-Bussen abstellen: Es gäbe eine bessere Lösung

Per Vorstoss fragt ein CVP-Stadtparlamentarier, ob auf einen Teil der neuen Fahrleitungen für Batteriebusse verzichtet werden könnte. Um Leistung zu sparen, könnte man ja die Heizung abstellen.

Marlen Hämmerli
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Der Fahrleitungsausbau kostet einige Millionen.

Der Fahrleitungsausbau kostet einige Millionen.

Bild: Tobias Garcia

Ob die Sonne einem auf den Kopf knallt oder Finger und Zehen vor Kälte schmerzen: Das Einsteigen in den Bus schafft beidem Abhilfe. Wer stand nicht schon mal an einer Haltestelle, ein Auge immer auf der Uhr. Bis dann endlich die Erleichterung kam, die Kühle der Klimaanlage oder die wohlige Wärme der Heizung. Doch, eine Person gibt es, die das anscheinend noch nie erlebt hat.

Der CVPler Beat Rütsche hat jüngst einen Vorstoss eingereicht. Wohl hat er schon mal davon gehört, dass knackige Überschriften Aufmerksamkeit erregen. Die Einfache Anfrage heisst nämlich «Dank Wintermänteln Millionen sparen?». Wie es sich für einen Stadtparlamentarier gehört, ist dem Wirtschaftsprüfer auch bekannt, dass die Stadt St.Gallen weniger ausgeben sollte. Aber wie? Indem Buspassagiere sich im Winter dick einmummeln. Mit der Freude auf den warmen Bus ist dann nichts mehr – zumindest nicht auf der Linie 6 zwischen St.Georgen und Heiligkreuz.

Die Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) möchten künftig alle Linien (ausser die Linie 12) mit Batteriebussen oder Batterie-trolleybussen befahren. Dafür ist aber Richtung Wittenbach, Winkeln und St.Georgen ein Ausbau der Fahrleitungen notwendig. Im Falle der Linie 6 von der Teufener Strasse bis zur Haltestelle Berneggstrasse. Rütsche, der selbst in St.Georgen wohnt, schlägt jetzt vor, auf diesen Ausbau allenfalls zu verzichten – eben um Geld zu sparen. Damit es die Busse trotzdem den Hügel hoch schaffen, könnte auf Teilstrecken die Heizung ausgeschaltet werden, so die Idee.

Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber nicht konsquent genug

Der Gedanke ist schon richtig: Fahrgäste sind im Winter nicht im T-Shirts unterwegs, sondern im Wintermantel. Ausgenommen mal jene Hartgesottenen, die unabhängig von Wetter und Temperatur den Minijupe oder die Shorts anziehen. Aber konsequenterweise müsste Rütsche noch einen Schritt weitergehen.

Beat Rütsche, CVP-Stadtparlamentarier.

Beat Rütsche, CVP-Stadtparlamentarier.

Bild: Michel Canonica

Statt nur auf den Ausbau nach St.Georgen zu verzichten, müsste man auch die Leitungen nach Wittenbach und Winkeln streichen. Das spart grob geschätzt 3,5 Millionen Franken. Die VBSG können ja Wintermäntel zur Verfügung stellen, wie die Stiftsbibliothek es mit Filzpantoffeln tut.

Und wenn die Fahrgäste ohnehin frieren müssen, warum die Buslinien nicht ganz streichen? Dann gehen die Passagiere eben zu Fuss, das wärmt noch besser! Damit wären auch gleich mehrere Probleme gelöst: Die Finanzen werden geschont und weniger Busse verstopfen das Zentrum.

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