Globale Probleme und kulturelle Schätze aus der Region: Diese Themen bietet das öffentliche Programm der Uni St.Gallen

Digitalisierung, Klimawandel und Migration machen vor der Universität St.Gallen nicht halt: Das öffentliche Programm des Herbstsemesters befasst sich schwerpunktmässig mit globalen Herausforderungen.

Christina Weder
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Am 17. September beginnt an der Uni St. Gallen das Herbstsemester. (Bild: Christian Beutler/Key)

Am 17. September beginnt an der Uni St. Gallen das Herbstsemester. (Bild: Christian Beutler/Key)

An der Universität St.Gallen steht das Herbstsemester vor der Tür. In anderthalb Wochen öffnen sich die Hörsäle nicht nur für Studentinnen, Studenten und Dozierende, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit. Ihr stehen 37 öffentliche Vorlesungen zur Auswahl. Die Themenpalette ist gewohnt vielfältig, wie ein Blick ins Programmheft zeigt.

Thematisch liegt der Schwerpunkt diesmal auf anstehenden globalen Herausforderungen. Das öffentliche Programm der Universität St.Gallen sei immer auch ein Spiegel dessen, «was um uns herum geschieht und was die Gesellschaft beschäftigt, fasziniert oder beängstigt», schreibt Programmleiter Florian Wettstein im Heft. So schlage sich im aktuellen Programm eine Unsicherheit über die aktuelle Lage und künftige Entwicklung der Welt nieder. Sechs Vorlesungen setzen sich damit auseinander.

Auswirkungen des digitalen Wandel?

Die Vorlesungen gehen etwa der Frage nach, wie sich neue Technologien und Digitalisierung auf die Demokratie auswirken, ob sie ihr nützen oder schaden. Oder sie beleuchten die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Ostschweizer Wirtschaft anhand konkreter Beispiele. Gastrednerinnen und Gastredner aus den Bereichen Mobilität, Holzindustrie oder Software-Entwicklung berichten von ihren Erfahrungen und davon, welche Chancen die Digitalisierung mit sich bringt.

Eine Vorlesung in Politikwissenschaft widmet sich den Brennpunkten und Grundproblemen internationaler Politik. Sie erörtert dabei die Rolle des Staates in einer Welt, in der seine Autonomie und Souveränität immer mehr in Frage gestellt werden. Auch Themen wie nachhaltiger Konsum oder soziale Innovationen werden nicht ausgespart. Stichworte sind Car-Sharing, Mikrokredite, Urban Gardening oder Emissionshandel. Eine interdisziplinäre Vorlesungsreihe fragt nach den Möglichkeiten und Grenzen dieser Ideen.

In einer Welt, in der es zahlreiche Konfliktherde gibt und in der stärker auf- statt abgerüstet wird, ist gemäss Wettstein auch das Thema «Krieg und Frieden» der diesjährigen Reihe «Wirtschaft und Recht» hochaktuell.

Ein Blick auf Schätze aus der Region

Das Vorlesungsprogramm widmet sich aber nicht ausschliesslich der globalen Grosswetterlage. Wie gewohnt kommt darin auch die Ostschweiz zum Zuge. Drei Vorlesungen richten den Fokus auf Schätze aus der Stadt St.Gallen. Sie finden nicht auf dem Campus der Uni, sondern vor Ort statt.

Im Dekanatsflügel des Konventsgebäudes im Klosterhof setzt sich eine Geschichtsvorlesung mit Kunst und ihrem Schicksal im Kloster St.Gallen auseinander. Im Kunstmuseum St.Gallen stehen Ikonenmalerei und alte Meister im Mittelpunkt. Auch das Sitterwerk öffnet seine Tore und gewährt einen Einblick ins vielfältige Schaffen.

Daneben bietet das öffentliche Vorlesungsprogramm Themen aus diversen Fachbereichen wie Sprachen, Sport, Psychologie oder Theologie. Nachdem im vergangenen Semester Federica De Cesco in der Vorlesung über Schweizer Literatur für einen Grossandrang gesorgt hat, ist nun der Autor Lukas Hartmann zu Gast. Wiederum findet auch die Kinder-Uni statt. An vier Mittwochnachmittagen behandeln Professorinnen und Professoren Themen von Gefühlen bis zu Robotern und Zaubermaschinen. Nicht zuletzt bietet das Programm einen Überblick über die öffentlichen Antritts- und Abschiedsvorlesungen von Privatdozenten und Professoren.

Ein Semesterpass für 20 Franken

Wer eine öffentliche Vorlesung an der Universität St.Gallen besuchen will, kann dies für 20 Franken tun. So viel kostet eine sogenannte Hörerkarte. Sie gilt als Semesterpass für sämtliche öffentlichen Vorlesungen im Herbstsemester, das vom 17. September bis zum 21. Dezember dauert. Die erste Veranstaltung einer Reihe ist kostenlos. Semesterpässe gibt es am Info-Desk im Hauptgebäude. Der Grossteil der 37 öffentlichen Vorlesungen findet auf dem Campus der Uni statt.