Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kommentar

Gleiche Rechte für Mann und Frau: Empörung allein verändert gar nichts

Am Dienstag haben im Stadtparlament linke Frauen dagegen protestiert, dass die Stadt sowie die CVP und die FDP keine Frauen für den Verwaltungsrat der City Parking AG portiert hatten. Für Stadtredaktor Reto Voneschen haben die feministischen Politikerinnen da eine Chance verpasst. Die gut eingefädelte Kampfkandidatur einer Frau wäre aus seiner Sicht nicht chancenlos gewesen.
Reto Voneschen
Reto Voneschen, Stadtredaktor St.Galler Tagblatt.

Reto Voneschen, Stadtredaktor St.Galler Tagblatt.

Ja, der Verwaltungsrat der City Parking AG besteht aus neun Männern. Keine Frau auf weiter Flur. Dass der Stadtrat und zwei bürgerliche Parlamentsfraktionen nichts ändern wollten, kann unter dem Stichwort Frauenförderung in der Wirtschaft fragwürdig vorkommen. Dass Parlamentarierinnen von links dagegen ein Zeichen setzten, ist nachvollziehbar.

Aber: Dadurch, dass bei der Wahl drei Parlamentsmitglieder Nein sagen und 17 sich der Stimme enthalten, ändert sich rein gar nichts. Das Vorgehen und das «Zeichen» der Frauen mutet angesichts der Ausgangslage im Gegenteil sogar etwas naiv, mut- und fantasielos an.

Eine Frauenwahl wäre möglich gewesen

Die SP/Juso/PFG-Fraktion ist die grösste Gruppierung im Parlament. Sie hat sich die Frauenförderung als eines ihrer Hauptthemen auf die Fahne geschrieben. Bei vernünftigen Vorschlägen hat sie bei dem Thema potenziell eine Mehrheit im Rat hinter sich. Doppelt schade ist die gestern verpasste Chance, weil es eine Lösung gegeben hätte, ohne die tatsächlich bestehende Spielregel zu verletzen, wonach die Fraktionen frei sind, wen sie in eine Abordnung delegieren.

Die empörten linken Frauen hätten gar nicht CVP- und FDP-Parlamentarierinnen für den City-Parking-Verwaltungsrat vorschlagen müssen. Diese hätten sowieso den Verzicht auf eine allfällige Wahl erklärt. Es sitzen aber auch Frauen in der Stadtregierung. Und die Vertretung in der City Parking AG ist nicht zwingend an die Direktion der Technischen Betriebe und damit an die Person von Peter Jans gebunden.

Da waren keine Strippenzieherinnen am Werk

Wer wirklich ein Zeichen gegen die «Männerherrschaft» hätte setzen wollen, hätte am Dienstag Maria Pappa oder Sonja Lüthi zur Wahl vorschlagen müssen. Unabhängig davon, ob der Vorschlag einem Parteifreund Kummer macht. Aber eine solche Aktion hätte vorbereitet und koordiniert sein müssen – und hätte nicht sogar Teile der eigenen Kollegen in der SP/Juso/PFG-Fraktion überraschen dürfen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.