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Erdbeeren aus der Region St.Gallen: Verhagelt beim einen, supersüss beim anderen

Im Mittelland und im Bodenseeraum haben heftige Gewitter teils grosse Schäden hinterlassen. Auf den Terrassen oberhalb des Bodensees hingegen reifen die Erdbeeren bestens. Sie seien schmackhaft wie selten.
Sebastian Schneider
Roman Schildknecht hatte bislang Glück mit dem Wetter. Seine Erdbeeren in Mörschwil reifen unbeschadet an der warmen Sonne. (Bild: Ralph Ribi)

Roman Schildknecht hatte bislang Glück mit dem Wetter. Seine Erdbeeren in Mörschwil reifen unbeschadet an der warmen Sonne. (Bild: Ralph Ribi)

Ausgebüxte Wildtiere und ein erschossener Bär in Deutschland, überflutete Strassen und Keller im Mittelland. Das Wetter machte dieser Tage im deutschsprachigen Raum Schlagzeilen. In der Schweiz wurde besonders von heftigen Hagelschauern berichtet. Lokal kam er in so grossen Mengen vom Himmel, dass eine zentimeterdicke Schicht eine Weile lang liegen blieb. «Wir verzeichnen schweizweit überdurchschnittlich viele Gewitter in diesem Mai», sagt Daniel Gerstgrasser, Meteorologe von Meteo Schweiz.

Das unberechenbare Wetter macht auch den Bauern in der Bodenseeregion zu schaffen. Denn derzeit haben zum Beispiel die sensiblen Erdbeeren Saison. So sind die Landwirtschaftsbetriebe hochgefahren, zusätzliche Arbeitskräfte helfen bei der Ernte und beim Verkauf. Doch macht der Hagel den Bauern in der Region einen Strich durch die Rechnung?

«2018 ist bis jetzt ein sehr gutes Jahr»

Am Bauernmarkt gestern Morgen auf dem Marktplatz der Stadt St.Gallen verlief alles, wie man es gewohnt ist. Die Stadtbewohner stehen Schlange, um einen Bund Radieschen, eine Stange Lauch oder eben einen Karton Erdbeeren zu erstehen. Roman Schildknecht, der Beeribuur aus Beggetwil in Mörschwil, verkauft ein halbes Kilo nach dem anderen.

«2018 ist bis jetzt ein sehr gutes Jahr», sagt Schildknecht, der am Freitag Beeren verkauft, die am Vortag geerntet wurden. Dass Schildknecht seine besonders süssen Erdbeeren in grossen Mengen unter die Leute bringen kann, hat mit viel Glück zu tun. Denn im Gegensatz zu Bauern, die näher am Bodensee Erdbeeren anpflanzen, wurde er weitgehend von Hagelschäden verschont.

Keine Versicherung gegen Wetterschäden

Auch bei der Familie Sager aus Lömmenschwil spricht man von einem äusserst guten Jahr. Das Aroma der roten Früchte, die man vom Nachbarhof bezieht und weiterverkauft, sei in dieser Saison besonders gut. Allerdings bleibt eine Ungewissheit: Das Wetter ist in den nächsten Tagen sommerlich, Gewitter kann es täglich geben.

Eine Versicherung gegen Wetterschäden hat der Hof der Familie Sager nicht. «Wir tragen dieses Risiko», sagt Silvia Sager. Entscheidend sei für sie das Produkt. Werde dieses durch das Wetter zerstört, könne auch die Versicherung nicht helfen, Früchte und Gemüse an die Kunden zu verkaufen.

Petrus meinte es es gut mit Bauern der Region

Es scheint, dass es Petrus noch gut meint mit den Bauern auf den Terrassen oberhalb des Bodensees. Denn zum Beispiel in Steinach ging ein derart starker Hagel nieder, dass ein grosser Teil einer Erdbeeren-Anlage beschädigt wurde.

Das Wetter wird gemäss Meteorologen weiterhin von einer Südströmung bestimmt. Ab morgen Sonntag nehme die Gewitterneigung wieder zu. Grund für diese Wetterlage sei zum einen die feuchte und warme Luft, sie wirkt laut Gerstgrasser wie ein Motor für Gewitter. Zudem gebe es «instabile Schichtungen in der Atmosphäre». In höheren Lagen sei die Luft kälter, was die Bildung von Gewittern begünstigt.

Wetter-Apps führen
rasch auf den Holzweg

Immer wieder kommt es an Grillabenden zu Diskussionen: Soll man das Essen, die Teller, die Salatschüssel und das Besteck sofort ins Innere zügeln oder ziehen die nahenden Gewitterwolken doch noch vorbei? In vielen Fällen will man nicht wahrhaben, dass es mit der Gemütlichkeit im Garten oder auf dem Balkon bereits fertig ist, und rettet sich erst dann ins Haus, wenn es bereits zu stürmen begonnen hat. Viele Grillmeister lassen sich zudem von Wetter-Apps fehlleiten.

Niederschlagsradare sind gemäss Daniel Gerstgrasser, Meteorologe von Meteo Schweiz, zwar äusserst genau in der Messung aktueller Daten. Die Prognose hingegen sei schwierig zu erstellen. «In der Zwischenzeit kann sich ein Gewitter abschwächen, verstärken oder auch verschieben», sagt Gerstgrasser. Die Gewitter hätten nämlich ein «Eigenleben», eine exakte Prognose sei kaum möglich. (ses)

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