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Interview

St.Galler Schuldirektor: «Gewisse Privatschulen haben Pioniercharakter»

Der St.Galler Schuldirektor Markus Buschor lobt die Pionierarbeit der städtischen Privatschulen. Im Gegenzug müssten Eltern aber ein höheres Schulgeld in Kauf nehmen. Das sei nicht ungerecht.
Roger Berhalter
Markus Buschor, Schuldirektor der Stadt St.Gallen. (Bild: PD)

Markus Buschor, Schuldirektor der Stadt St.Gallen. (Bild: PD)

Finden Sie es ungerecht, dass Eltern von Privatschülern das Schulgeld selber bezahlen müssen?

Markus Buschor: Nein, das ist nicht ungerecht. Die gängige Praxis entspricht vielmehr dem Willen des kantonalen Stimmvolkes, das vor einigen Jahren sogenannte Bildungsgutscheine abgelehnt hat. Diese hätten Privatschulen vergünstigt. Die öffentliche Schule hat den Auftrag, für jedes Schulkind einen Platz anzubieten. Diesen Auftrag erfüllen wir, man kann nicht von einer Ungerechtigkeit reden.

Die Eltern sind also selber Schuld?

Nein, so würde ich das nicht sagen. Aber wenn sich Eltern für eine Privatschule entscheiden, dann müssen sie im Gegenzug auch bereit sein, das in der Regel hohe Schulgeld zu bezahlen. Das sind die Rahmenbedingungen, die allen bekannt sind und die für alle gelten.

Wie beurteilen Sie die Leistung der Privatschulen in der Stadt?

Ich durfte schon alle privat geführten Schulen besuchen und stelle fest, dass dort engagierte Leute am Wirken sind. Gewisse Schulen haben Pioniercharakter, von ihnen kann auch die öffentliche Schule lernen. Ich denke dabei zum Beispiel an die Waldkinder. Und gerade bei Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf sind Privatschulen sehr gefragt, auch da wird engagiert gearbeitet. Mit dieser Pionierarbeit können die Schulen viele Eltern überzeugen, mehr Geld für die Ausbildung ihrer Kinder zu zahlen.

Und wie gut arbeiten die öffentlich finanzierten Schulen?

Unsere öffentlichen Schulen sind auf einem wirklich guten Niveau. Das gilt nicht nur für die Stadt St.Gallen, sondern für die ganze Schweiz. Die Mehrheit der Bevölkerung ist mit den öffentlichen Schulen zufrieden.

War Ihnen der aktuelle Beschwerdefall an der Steinerschule bekannt?

Nein, ich habe davon erst jetzt erfahren.

Um die Schulgeld-Finanzierung zu ändern, müsste der Kanton eingreifen. Gibt es politische Initiativen in diese Richtung?

Nein, nicht seitens der Stadt. Meine Aufgabe als Schuldirektor ist es, die Schulen in der Stadt so zu führen, dass alle ihren Platz haben.

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