Die Lockruf-Maschine hat genützt: Geschützte Vögel ziehen in Rorschacher Nistkästen ein

Weil alte SBB-Baracken abgebrochen wurden, haben Mauersegler ihre Nistplätze verloren. Doch jetzt haben sie ein neues Zuhause.

Martin Rechsteiner
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Die 27 Nistkästen an der Mauer hinter dem Rorschacher Hauptbahnhof kurz nach der Montage im Winter.

Die 27 Nistkästen an der Mauer hinter dem Rorschacher Hauptbahnhof kurz nach der Montage im Winter.

PD

Die Arbeit der Beschallungsanlage ist getan. Vogelexperte Rainer Ernst hat das Gerät, das an der Felswand am Rorschacher Hauptbahnhof laufend Lockrufe für Mauersegler ausgestossen hat, abmontiert. Die Methode sei ein Erfolg gewesen, sagt er.

Ornithologe Rainer Ernst

Ornithologe Rainer Ernst

Ines Beidenkapp

Die Vogelruf-Imitate dienten dazu, den geschützten Vögeln neue Nistkästen schmackhaft zu machen. 27 Stück sollten den Tieren ein neues Zuhause bieten, nachdem ihre alten Nistplätze mit dem Abbruch der alten SBB-Depots auf dem Gelände verschwanden.

Nach zwei Tagen die neuen Nester gefunden

Ernst sagt: «Die Segler sind nun grossteils aus dem Süden zurück und wie erwartet haben sie auf dem Depotgelände ihre Nester gesucht. Auf die Lockrufe der Beschallungsanlage haben sie aber reagiert und zwei Tage später auch die Ersatznester inspiziert.» Mit Sicherheit hätten die Ornithologen danach beobachtet, dass etliche Paare eingeflogen seien. Die Experten gehen jetzt davon aus, dass die Vögel in ihren neuen Behausungen auch brüten.

Ab jetzt wollen Ernst und sein Team die Situation bei den Nistkästen dem Lauf der Natur überlassen. Kuno Feurer, Präsident von Birdlife Goldach, gehe aber täglich mindestens zwei Mal vorbei und protokolliere das Fluggeschehen.