Geschenke für arme Familien: Rorschacher Buchhandlung Wörterspiel lanciert Weihnachtsaktion

Ärmere Menschen sind von den Auswirkungen der Coronapandemie besonders betroffen. Rorschacher Gewerbetreibende wollen dafür sorgen, dass auch deren Kinder ein Weihnachtsgeschenk erhalten und errichten einen Wunschbaum.

Jolanda Riedener
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Martin Kramer vom Rorschacher Buchladen Wörterspiel bietet in diesem Jahr eine Plattform, um ärmeren Kindern einen Wunsch zu erfüllen.

Martin Kramer vom Rorschacher Buchladen Wörterspiel bietet in diesem Jahr eine Plattform, um ärmeren Kindern einen Wunsch zu erfüllen.

Bild: Jolanda Riedener (Rorschach, 3.11.2020)

Martin Kramer und Alexandra Graf haben 2019 die Rorschacher Buchhandlung Wörterspiel eröffnet. In diesem Jahr wollen die Geschäftspartner mit einem Wunschbaum ärmeren Familien unter die Arme greifen. «Viele Personen waren dieses Jahr von Kurzarbeit oder Geschäftsschliessungen betroffen, haben vielleicht ihre Stelle verloren oder weniger arbeiten können», sagt Kramer. So werde das Geld knapp und sie könnten Wünsche ihrer Kinder leider nicht erfüllen.

Die Buchhändler haben sich deshalb eine besondere Weihnachtsaktion einfallen lassen, um ärmeren Kindern eine Bescherung zu ermöglichen. Eltern oder andere Angehörige der Kinder schreiben den Weihnachtswunsch auf eine Baumkugel aus Papier. Danach wird der Wunsch an einen Tannenbaum gehängt, der sich vor dem Ladenlokal an der Signalstrasse befindet. Sichtbar bleibt neben dem Wunsch nur der Vorname, das Alter und Geschlecht des Kindes: «Angaben, die für den Kauf des Geschenks nötig sind», sagt Martin Kramer.

Gekauftes Geschenk einpacken und in der Buchhandlung abgeben

Der Wunschbaum wird am 14. November errichtet, danach können die Wünsche bei der Buchhandlung Wörterspiel eingehen. «Anschliessend hängen wir die Wunschzettel an den Christbaum», sagt Kramer. Wer gerne ein Geschenk besorgen möchte, soll sich bei der Buchhandlung melden, bevor er die «Wunschkugel» mitnimmt. So können die Buchhändler gewährleisten, dass kein Wunsch abhandenkommt. Spätestens bis Freitag, 18. Dezember, sollten die Geschenke dann verpackt beim «Wörterspiel» abgegeben werden.

Die Idee sei aber nicht, dass die Geschenke ausschliesslich in der Buchhandlung gekauft werden, im Gegenteil. «Wer einem Kind eine Freude machen will, packt das Geschenk ein und schreibt, wenn möglich, noch eine Weihnachtskarte dazu», sagt Kramer. Der Wunsch sollte natürlich in einem bezahlbaren, zu erfüllenden Rahmen sein.

Alle Kinder erhalten ein Geschenk

«Wir sind sehr gespannt darauf, wie die Aktion anläuft», sagt Martin Kramer. Für ihn und seine Geschäftspartnerin ist es das erste Projekt dieser Art. Sollte es ankommen, wolle man die Wunschbaum-Aktion im kommenden Jahr fortsetzen und noch professioneller planen. Sicher ist für Kramer:

«Kein Kind wird leer ausgehen.»

Denn sollte es noch Wünsche geben, die niemand erfüllt, verschenken die Buchhändler etwas aus ihrem Sortiment. Am Sonntag, 20. Dezember, werden die Kinder dann ausserhalb der Öffnungszeiten und nacheinander ins «Wörterspiel» eingeladen, um das Weihnachtsgeschenk abzuholen.