GESAK
Mehr Fussballplätze, mehr Hallen und ein Bikepark-Traum: Wie die Sportstadt St.Gallen in Zukunft aussehen könnte

Die Stadt St.Gallen hat seit Freitag ein Gemeindesportanlagenkonzept. Es stellt vor allem bei Fussballplätzen und Sporthallen Handlungsbedarf fest. Das Konzept räumt aber auch der einen oder anderen Vision Platz ein.

Luca Ghiselli
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Stadtrat Mathias Gabathuler (Mitte), Marco Thoma, Dienststellenleiter Sport (links) und Matthias Wieser von der Bhateam Ingenieure AG) stellen das Gemeindesportanlagenkonzept im Athletik-Zentrum den Medien vor.

Stadtrat Mathias Gabathuler (Mitte), Marco Thoma, Dienststellenleiter Sport (links) und Matthias Wieser von der Bhateam Ingenieure AG) stellen das Gemeindesportanlagenkonzept im Athletik-Zentrum den Medien vor.

Bild: Ralph Ribi (7. Mai 2021)

«Was lange währt, wird endlich Gesak», sagte Stadtrat Mathias Gabathuler Ende Februar an einer Sitzung des Stadtparlaments. Lange gewährt hat es tatsächlich, das neue Gemeindesportanlagenkonzept der Stadt St.Gallen. Über vier Jahre hat die Ausarbeitung in Anspruch genommen – und die Geduld von Sportvereinen und Parlamentariern gleichermassen strapaziert.

Am Freitag präsentierte Gabathuler nun gemeinsam mit Marcel Thoma, Dienststellenleiter Sport, und Matthias Wieser vom Ingenieurbüro Bhateam das Resultat: Ein 96 Seiten starkes Papier, das sowohl Bestandesaufnahme als auch (unverbindlicher) Massnahmenkatalog ist. Als «Gesellschaftsprojekt» bezeichnete Gabathuler das Gesak an der Medienorientierung. Und:

«Es wird die Zukunft der Stadt St.Gallen mitprägen und Potenzial freisetzen.»

Rund 80 Prozent der Stadtbevölkerung treibe Sport – ob im Verein, ungebunden, bei privaten oder öffentlichen Anbietern. Das Gesak solle helfen, den Bogen vom Breitensport aller Altersklassen bis hin zum Leistungs- und Spitzensport zu spannen.

Alle Sportanlagen auf Sanierungsbedarf analysiert

Primär wurden im Rahmen der Analyse, welche von der Bhateam Ingenieure AG begleitet wurde, die städtische Sportinfrastruktur untersucht. Diese umfasst insgesamt 41 Hallen und 36 Aussenanlagen. Ausgeklammert wurden Bäder (im Gesak wird aufs Bäderkonzept verwiesen) sowie kommerzielle Sportanlagen. Daraus resultierte eine Beurteilung für jede einzelne Sportstätte, die zusammen fast 400 Seiten stark ist. Das Fazit: Die Hälfte aller Sporthallen auf Stadtgebiet wurde vor 1970 erstellt, davon wurde nur etwa ein Drittel in der Zwischenzeit saniert.

Dennoch ist der Handlungsbedarf bei den Aussenanlagen grösser: 58 Prozent weisen bauliche Mängel auf, bei 19 Prozent klassifiziert ihn das Gesak als «dringend». Bei den Hallen sind es 20 Prozent, wovon 7 Prozent dringend saniert werden müssten.

Auf Fussballplätzen und in Sporthallen ist die Kapazität zu knapp

Nicht nur der Bestand wurde im Rahmen der Gesak-Erarbeitung erhoben, auch die Bedürfnisse von Schulen und Sportvereinen. Alle städtischen Schulen sowie 27 Vereine haben sich an der Umfrage beteiligt. Das Resultat: «Die Kapazität bei Rasenfeldern ist zu knapp, das gleiche Problem besteht bei Hallen im Winter», erklärte Marcel Thoma. Das Gesak sieht deshalb vor, sowohl die Kapazitäten der Rasenspielfelder als auch der Sporthallen auszubauen.

Bei Letzterem könnte eine multifunktionale Grosshalle mit Tribüne Abhilfe schaffen. Durch einen solchen Bau würden Kapazitäten in den übrigen Sporthallen frei – gerade für den Breiten- und Schulsport. Als mögliche Standorte denkbar sind das Lerchenfeld, wo die Stadt unlängst Land von der Ortsbürgergemeinde erworben hat, oder das Gründenmoos, wo der Verein Netzwerk Sport ein Leistungszentrum plant. Noch ist das aber Zukunftsmusik – genauso wie die im Gesak skizzierte Idee einer Downhillstrecke mit Bikepark und Pumptrack ergänzend zum Waldegg-Trail mit Ganzjahresbetrieb des Skilifts Beckenhalde.

Parlament diskutiert das Papier am 25. Mai

Das Gesak ist nicht behördenverbindlich, betonte Mathias Gabathuler am Freitag. Das heisst: Es listet nur mögliche Massnahmen auf. Und das Stadtparlament kann dabei nicht mitreden. Erst, wenn es um die Umsetzung konkreter Projekte geht, kommt die Legislative ins Spiel. Ein Umsetzungsplan soll bis Mitte 2022 entstehen. Trotzdem wird das Konzept dem Parlament schon am 25. Mai zur Diskussion vorgelegt. Es sei wichtig, dass die Fraktionen jetzt schon transparent über die geplante Langzeitentwicklung informiert würden, sagte Gabathuler.

Das komplette Gemeindesportanlagenkonzept der Stadt kann hier heruntergeladen werden.

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