Für eine Handvoll Franken: Gossauer entscheiden über Initiative für Aussenbecken-Planungskredit

Das Gossauer Stadtparlament lehnt eine Initiative ab, die einen Planungskredi für ein Aussenbecken beim neuen Hallenbad fordert. Nun stimmen die Bürger über die 90'000 Franken ab.

Michel Burtscher
Drucken
Teilen
Aussenbecken im Abtwiler Säntispark: In Gossau ist ein solches umstritten.

Aussenbecken im Abtwiler Säntispark: In Gossau ist ein solches umstritten.

(Archivbild: Ralph Ribi)

Die Sorge vor dem Corona-Virus macht auch vor dem Gossauer Stadtparlament nicht halt. Wer am Dienstagabend an die Sitzung im Fürstenlandsaal will, muss durch eine Eingangskontrolle. Alle müssen Name und Adresse angeben und werden gefragt, ob sie Symptome haben oder kürzlich in einem betroffenen Gebiet waren. Auch Hände werden nicht mehr geschüttelt. Das ist glücklicherweise aber auch nicht nötig, um demokratische Entscheide zu fällen – dafür strecken die Parlamentarier die Hände in die Höhe.

Zu reden gibt nur das erste Traktandum: die Volksinitiative «Pro Volksabstimmung Aussenbecken Hallenbad» der IG Sport. Dabei geht es nicht um die Frage, ob ein beheiztes Aussenbecken beim neuen Hallenbad gebaut wird, sondern darum, ob ein solches überhaupt geplant werden soll.

Im Dezember hatte das Parlament entschieden, für das optionale Aussenbecken keinen Projektierungskredit in der Höhe von 90'000 Franken zu sprechen. Noch am selben Abend kündigte die IG ihre Initiative an.

Die IG Sport reicht ihr Initiativbegehren ein.

Die IG Sport reicht ihr Initiativbegehren ein.

Johannes Wey

Fronten im Parlament sind die gleichen geblieben

Damit verlangte sie, dass die Bürger gleichzeitig mit dem Baukredit für das Modul 1 des Masterplans Sportanlagen, wovon das Hallenbad ein Teilprojekt ist, auch über die Option Aussenbecken entscheiden können. Innert Rekordzeit kamen über 1200 Unterschriften zusammen. «Für mich ist das ein klares Zeichen, dass sich die Bevölkerung nicht vom Parlament bevormunden lassen will», sagt CVP-Vertreter Patrik Mauchle im Parlament. Seine Partei hatte sich ebenso wie die SP bereits im Dezember für den Projektierungskredit ausgesprochen. Die Fronten sind die gleichen geblieben.

Mauchle betont zwar, er könne noch nicht sagen, ob er am Schluss auch für den Bau des Aussenbeckens stimmen werde. Er hebt aber hervor, dass sich ein solches positiv auf die Auslastung und die Einnahmen des Hallenbades auswirken würde. SP-Stadtparlamentarier Florian Kobler erinnert seine Kolleginnen und Kollegen daran, dass es um 90000 Franken für eine «technische und wirtschaftliche Abklärung» gehe. «Wir sollten eine fundierte Entscheidungsgrundlage haben.» Darum sei die SP für den Kredit.

Schule Gossau wappnet sich für Corona

Schulpräsident Urs Blaser informierte das Stadtparlament an der Sitzung darüber, wie die Schule auf das Corona-Virus reagiert. «Wir sind normal unterwegs, nehmen die Sache aber ernst und sind bereit», sagte er. Man habe ein «Pandemieteam» gebildet und die Eltern mit einem Brief informiert. Die Schule bereite sich auf die Verbreitung des Virus vor, heisst es darin. «Wir können nicht ausschliessen, dass in den nächsten Tagen auch wir davon betroffen sein werden.» Die Eltern werden über die Hygienemassnahmen informiert und gebeten, ihr Kind nicht in die Schule zu schicken, falls es Grippesymptome zeigt. Auch Lehrerinnen und Lehrer müssten sich an diese Regelung halten, sagte Blaser. Die Eltern sind darum angehalten, die Betreuung ihrer Kinder auch während der Blockzeiten am Vormittag sicherzustellen. In der Schule wird den Kindern zudem gezeigt, wie man die Hände richtig wäscht. (mbu)

Stefan Harder von der Flig hingegen betont, so wie er das schon im Dezember tat, dass ein beheiztes Aussenbecken ein «ökologischer Unsinn» sei. An der ablehnenden Haltung seiner Partei habe die Initiative nichts geändert, sagt er. Für Sandro Contratto von der FDP wiederum wäre ein Aussenbecken lediglich «nice to have». «Es ist für uns kein essenzieller Teil des Hallenbads», sagt er. Seine Fraktion bleibe dabei und lehne die Initiative mehrheitlich ab.

SVP-Parlamentarier Markus Rosenberger zeigt zur Abschreckung andere Hallenbäder mit Aussenbecken. Etwa jenes in Mogelsberg, das nach wenigen Jahren wieder geschlossen worden sei. «Die SVP will Luxuslösungen verhindern. Darum sind wir gegen das Aussenbecken», sagt Rosenberger.

Abstimmung findet frühestens im Mai statt

Am Ende lehnt das Parlament die Aussenbecken-Initiative mit 16 zu 13 Stimmen ab – gegen den Willen des Stadtrates. Damit ist die Sache aber nicht vom Tisch, ganz im Gegenteil: Nun müssen die Stimmberechtigten über die Initiative entscheiden. Wann der Urnengang stattfindet, wird noch kommuniziert. Ende 2019 hiess es von Seiten der Stadt, dass eine Abstimmung frühestens am 17. Mai möglich wäre. So würde die Planung des neuen Hallenbades Buechenwald um zwei Monate verzögert.

Mehr zum Thema