Genug Wasser in den Flüssen - der Weg für Seeforellen zu den Laichplätzen ist frei

Lange Zeit hat Niedrigwasser den Aufstieg von Seeforellen in den Flüssen Goldach und Steinach verhindert. Nun warten über 50000 Brütlinge in der Fischzucht Steinach auf ihre Aussetzung.

Rudolf Hirtl
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Diese grosse Seeforelle haben Taucher am Freitag im Flachwasser des Bodensees angetroffen; eine eher seltene Begegnung. (Bild: Tino Dietsche)

Diese grosse Seeforelle haben Taucher am Freitag im Flachwasser des Bodensees angetroffen; eine eher seltene Begegnung. (Bild: Tino Dietsche)

Im besten Fall sind in den hiesigen Bodenseezuflüssen Goldach und Steinach spätestens im November erste Seeforellen auszumachen. Die bis 90 Zentimeter langen und 8 bis 9 Kilo schweren Fische kämpfen sich dann die Flüsse hoch, um in ihren angestammten Lachgebieten Eier ins Kiesbett zu legen. Dieses Jahr mussten Seeforellen an den Flussmündungen ungewöhnlich lange ausharren, der Einstieg in die Gewässer war für die grossen Fische aufgrund der tiefen Wasserstände schlicht nicht möglich.

50 Seeforellen gefangen und den Laich abgestreift

Mit Einsetzen des Regens am 2. Dezember ist die Abflussmenge der Goldach von knapp 0,5 Kubikmeter pro Sekunde innert weniger Stunden auf acht Kubikmeter gestiegen. Diesen Regenpeak haben Seeforellen genutzt und sich auf den Weg zu ihren Laichgründen gemacht. Dass die Fische tatsächlich unterwegs sind, bestätigt Jörg Schweizer, Fischereiaufseher für den Aufsichtskreis 1. «Zusammen mit dem für die Bodenseezuflüsse zuständigen Fischereiaufseher Marcel Zottele haben wir in der Steinach zwischen Mündung und Obersteinach 50 Seeforellen gefangen und in der Fischzucht deren Laich abgestreift. Wir werden dadurch im Frühling zwischen 50000 und 60000 Jungfische aussetzen können, um den Bestand der Fische zu sichern.»

Der Hitzesommer dürfte Auswirkungen haben

Auch in der Goldach wurden Seeforellen gesichtet und es hat sich die Situation für die Tiere merklich entspannt. Zumindest, was den Einstieg in den Fluss betrifft, so Jörg Schweizer. Wie sich der Hitzesommer, beziehungsweise die höheren Wassertemperaturen im Bodensee auf die Jungfische auswirken werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abschätzbar. Die Migration der Seeforellen, und vor allem die Überlebens- und Schlupfrate der Eier im Kiesbett, ist denn auch massgeblich von den jährlichen hydrologischen Verhältnissen bestimmt. Und hier gibt es von Jahr zu Jahr starke Unterschiede, was sich insbesondere im laufenden Jahr bestätigt hat.