General- statt Geisterversammlung: Stadion St.Gallen AG verschiebt wegen des 20-Jahr-Jubiläums die GV in den Spätsommer

Dem FC St. Gallen drohen Geisterspiele vor leeren Rängen, die Stadion St.Gallen AG hingegen will eine Geisterversammlung verhindern. Sie verschiebt ihre GV in den September. Dann zieht sich Verwaltungsratspräsident Max R. Hungerbühler altershalber zurück.

David Gadze
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Der Kybunpark ist seit 2008 die Heimat des FC St. Gallen. Hier findet auch die GV der Stadion St. Gallen AG statt.

Der Kybunpark ist seit 2008 die Heimat des FC St. Gallen. Hier findet auch die GV der Stadion St. Gallen AG statt.

Urs Bucher/21. April 2018

Der Kybunpark könnte bei den Heimspielen des FC St. Gallen noch längere Zeit leer bleiben. Wann der Ball in der Schweizer Fussballmeisterschaft wieder rollen und ob die laufende Saison vor leeren Rängen überhaupt beendet wird, ist ohnehin völlig ungewiss. Derzeit lebt vor allem die Hoffnung, dass in der neuen Saison der Fussballmeisterschaft – wann auch immer sie beginnen wird – wieder Zuschauer zugelassen sein werden.

Doch im Spätsommer soll die Haupttribüne des Kybunparks wenigstens teilweise wieder gefüllt sein - wenn auch nur kurzfristig. Allerdings nicht mit Fussballfans, sondern mit Aktionärinnen und Aktionären der Stadion St. Gallen AG. Wie diese in einem Schreiben an die Aktionäre mitteilt, verschiebt sie die für 10. Juni vorgesehene Generalversammlung wegen der Massnahmen gegen die Covid-19-Pandemie, die grössere Versammlungen weiterhin nicht erlauben, auf den 21. September.

Die erste Frau für den Verwaltungsrat

Der Hauptgrund für die Verschiebung sei das 20-Jahr-Jubiläum der Stadion St. Gallen AG, sagt Verwaltungsratspräsident Max R. Hungerbühler. «Als wir damals die AG gegründet haben, ahnten wir nicht, dass wir eines Tages über ein Stadion verfügen werden, um das uns der Rest der Schweiz beneiden und das Schauplatz so vieler internationaler Spiele sein würde.» Diese kleine Jubiläumsfeier wolle man sich nun nicht nehmen lassen.

Max R. Hungerbühler, Verwaltungsratspräsident der Stadion St. Gallen AG

Max R. Hungerbühler, Verwaltungsratspräsident der
Stadion St. Gallen AG

PD

Ausserdem gibt es an der Generalversammlung nicht bloss die üblichen Traktanden wie Jahresrechnung und Budget abzuhandeln, sondern auch Erneuerungswahlen im Verwaltungsrat. Max R. Hungerbühler zieht sich altersbedingt zurück. Er war seit der Gründung der AG Mitglied des Verwaltungsrats und stand diesem die vergangenen zehn Jahre als Präsident vor. Sein designierter Nachfolger ist Vizepräsident Stefan Bodmer. Den freien Sitz im vierköpfigen Gremium soll als erste Frau Claudia Oesch übernehmen. Die Rechtsanwältin ist die Tochter von Franz Peter Oesch. Er war in den Anfangsjahren selbst Verwaltungsrat der Stadion St. Gallen AG und bis zu seinem Tod 2015 Stiftungsrat der Stiftung Pro Stadion St. Gallen.

Sollte der neue Termin im September wegen der Entwicklung der Corona-Epidemie ebenfalls nicht zu halten sein, werde man die Wahlen sowie die Abstimmungen über die Jahresrechnung 2019, die mit einem Gewinn von knapp 26000 Franken abschloss, und das Budget schriftlich durchführen, sagt Hungerbühler.

Mietzinsreduktion für den FC St. Gallen ist ein Thema

Das Budget für das laufende Jahr könnte sich bis zur GV noch verändern – je nach der Entwicklung der Coronakrise. Der Verwaltungsrat diskutiere auch über eine Mietzinsreduktion für den FC St. Gallen, die derzeit rund 720000 Franken pro Saison beträgt. Ein Entscheid sei aber noch nicht gefallen, sagt Hungerbühler. «Wir alle haben ein grün-weisses Herz, aber am Ende muss die Kasse stimmen.»

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