Gemeinderatswahlen in Steinach: Neuling Roland Wyler will frischen Wind in das Gremium bringen

Roland Wyler kandidiert in Steinach für den Gemeinderat. Es wäre sein erstes politisches Amt. Seit zwei Jahren lebt der Mittelalter-Fan in der Gemeinde.

Lisa Wickart
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Der parteilose Roland Wyler lebt noch nicht lange in Steinach: Er ist Mittelalter-Fan und politisch nicht fassbar.

Der parteilose Roland Wyler lebt noch nicht lange in Steinach: Er ist Mittelalter-Fan und politisch nicht fassbar.

Bild: Lisa Wickart

Seit zwei Jahren lebt Roland Wyler mit seiner Partnerin und ihren zwei Kindern in der Gemeinde. Er ist ein Neuling in Steinach. Nun möchte der gebürtige Tösstaler Gemeinderat werden. Dass er kein «Alteingesessener» ist, sieht der 47-Jährige als Vorteil: «Statt Engstirnigkeit möchte ich neue Ansichten in den Gemeinderat einbringen.» Bisher hat Wyler noch keine Erfahrung in der Politik gesammelt.

Er habe sich dazu entschieden zu kandidieren, nachdem er einige Entscheidungen des Gemeinderates kritisch hinterfragt habe. Wyler sagt:

«Ich stelle gerne unangenehme Fragen. Auf den Genuss ist der Gemeinderat bereits gekommen.»

Nur weil etwas schon immer auf eine gewisse Weise gemacht worden sei, heisse das nicht, dass nicht auch ein neuer Weg zum Ziel führen könne. Er könne nicht sagen, ob er es besser machen würde, dafür anders: «Ich bringe frischen Wind.» Er wolle nahe mit der Bevölkerung, den Vereinen und dem Gewerbe im Gespräch stehen und zusammenarbeiten.

Experte für Digitalisierung im Bauwesen

Roland Wyler ist in der Baubranche tätig. Seine Spezialität ist die Digitalisierung. «Als BIM-Experte führe ich Leute in die digitale Welt ein», sagt er. BIM steht für «Building Information Modeling» und bezeichnet eine Methode der ganzheitlichen informationstechnischen Betrachtung eines Bauwerks. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung würde er sich im Gemeinderat am liebsten im Bauwesen einbringen.

Er könne sich auch vorstellen, im Sozial- und Schulwesen mitzuarbeiten. Als langjähriger Pfadi-Abteilungsleiter, Teil des Elternrats in seiner alten Heimat Bassersdorf und als Vater eines mittlerweile erwachsenen Sohnes, habe er Erfahrung im Umgang mit Kindern sammeln können: «Ich komme gut mit den Jungen aus.» Das habe ihn viel Geduld gelehrt.

Wagte wegen der Liebe einen Neuanfang in Steinach

Nach Steinach verschlug es Wyler der Liebe wegen. Seine «bessere Hälfte» und er hätten sich durch ein gemeinsames Hobby kennen gelernt – das Mittelalter. «Wir stellen Charaktere dar, die es zur damaligen Zeit gegeben haben könnte», sagt er. Reenactment nenne sich dies, eine Art Rollenspiel. Nachdem es auf einer Veranstaltung zwischen den beiden gefunkt hatte, entschied er sich nach 13 Jahren im Aargau, seine Zelte abzubrechen und einen Neuanfang zu wagen. Mittlerweile bezeichnet er Steinach als seine Heimat.

Als parteiunabhängiger sei ihm klar, dass er als Einzelkämpfer an die Wahl trete. Ein Team im Hintergrund, wie es in einer Partei üblich sei, habe er nicht. Er sagt:

«Ich brauche keine Partei, um der Gemeinde Unterstützung anzubieten.»

Wyler beschreibt sich als nicht politisch. Einer politischen Richtung möchte er sich nicht verschreiben. «Ich habe von allem etwas», sagt er. Am wichtigsten sei es für ihn, mit anderen zusammen arbeiten zu können, egal welche Gesinnung andere hätten.