Gemeinderatswahlen in Steinach: Diego Studerus will nicht mehr nur kontrollieren, sondern mitregieren

Diego Studerus (FDP) war schon immer politisch engagiert. Jetzt will er in Steinach auch Einfluss nehmen. Er kandidiert am 27. September für den Gemeinderat.

Jolanda Riedener
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Diego Studerus (FDP), der bisherige GPK-Präsident, bewirbt sich im Herbst neu für einen Sitz im Gemeinderat von Steinach.

Diego Studerus (FDP), der bisherige GPK-Präsident, bewirbt sich im Herbst neu für einen Sitz im Gemeinderat von Steinach.

Bild: Jolanda Riedener

Sein Name ist in den vergangenen Monaten vor allem im Zusammenhang mit einem Fehler in der Gemeinderechnung von Steinach gefallen: Diego Studerus informierte als Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) über deren Beschwerde beim Kanton. Nach zwölf Jahren in der GPK will er nun Gemeinderat werden. Als Prüfer sei es gut, nicht zu viel Routine zu bekommen.

«Ich bin ein Teamplayer»

Sein Entscheid für eine Kandidatur habe aber nichts mit dem Verfahren wegen der Gemeinderechnung zu tun. «Als die Vakanz im Gemeinderat bekannt wurde, habe ich den Beschluss gefasst. Ich will politische Verantwortung übernehmen», sagt der 56-Jährige. Durch seine Zeit in der GPK habe er einen guten Einblick in die Aufgaben der Behörden erhalten.

Die GPK habe unter seinem Präsidium auf einen Missstand hingewiesen, wie es ihr gesetzlicher Auftrag verlangt. In einer Kollegialbehörde gebe es auch unangenehme Entscheide zu treffen. Er sei aber keinesfalls unbequem, im Gegenteil: «Ich bin ein Teamplayer», versichert Diego Studerus.

Die Gemeinde weiterbringen

Das Amt als Gemeinderat sei aufwendiger als jenes in der GPK. «Ich möchte Verantwortung übernehmen und habe Spass an einer Führungsaufgabe», sagt der Maschinenbauingenieur in leitender Funktion. Ausserdem wolle er seine Erfahrung ein- und die Gemeinde im Kollektiv weiterbringen.

Nicht zuletzt wegen ihres Seeanstosses hat die Gemeinde Steinach eine hohe Lebensqualität. Sie gilt es für FDP-Gemeinderatskandidat Diego Studerus zu erhalten.

Nicht zuletzt wegen ihres Seeanstosses hat die Gemeinde Steinach eine hohe Lebensqualität. Sie gilt es für FDP-Gemeinderatskandidat Diego Studerus zu erhalten.

Bild: OT (3.3.2017)

Politik habe ihn schon immer interessiert, bei der FDP war er vier Jahre Präsident und ist heute im Vorstand. Sollte er gewählt werden, gebe es einige Projekte, die er angehen wolle: «Der Hochwasserschutz hat oberste Priorität.» 2011 arbeitete er in einer Arbeitsgruppe mit: «Das Schadenpotenzial ist riesig, das Projekt ist dringend.»

Unternehmen ansiedeln, Steuerfuss attraktiv halten

Steinach soll aber auch als Industrie- und Gewerbestandort attraktiv bleiben. Deshalb müsse der Gemeinderat aktiv Unternehmen ansiedeln. «Wir sind keine blosse Schlafgemeinde, das macht auch den Reiz von Steinach aus», sagt Diego Studerus. Auch im Hinblick auf die Massenentlassung bei der TE Connectivity.

Dabei sei auch die Verkehrssituation eine Hemmschwelle für die Industrie. Der Individualverkehr stosse nämlich an seine Grenzen. Weiter muss für den FDP-Kandidaten der Steuerfuss trotz grosser Investitionen attraktiv bleiben. Auch an der Turnhalle gebe es Sanierungsbedarf. Ein Neubau erhalte das aktive Vereinsleben, deshalb sei er dafür, dass die Gemeinde diesen anpacke.

Hohe Lebensqualität, die es zu erhalten gilt

«Man kann sich natürlich fragen, wie dringend die neue Halle ist», sagt Studerus. Das aktive Vereinsleben sei etwas, das ihm an der Gemeinde gefalle. «Man kennt sich, es gibt viele Veranstaltungen im Dorf, und es hat einen guten Bevölkerungsmix hier», sagt er. Die überschaubare Grösse und die attraktive Umgebung zeichnen Steinach aus:

«Andere wären froh, sie könnten hier Ferien machen.»

Auch mit dem Kurs der Gemeinde punkto erneuerbarer Energien ist Studerus einverstanden. Er hat selber eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und sein Haus am Fernwärmeverbund angeschlossen. Er stehe aber zu einem liberalen Ansatz: keine Verbote, Fördermassnahmen nur als Starthilfe für neue Technologien.

Am Dienstag, 1. September, gibt es die Möglichkeit, Diego Studerus kennen zu lernen: Dann stellen sich alle Kandidaten der FDP für den Rat und die GPK vor. Sie laden die Bevölkerung um 19 Uhr zu einem Gespräch in den Gemeindesaal ein.

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