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Der Andwiler Wahl-Krimi geht weiter: Seline Heim-Keller holt nur eine Stimme mehr als Irene Räss

Die beiden Gemeinderatskandidatinnen liefern sich ein unglaubliches Kopf-an-Kopf-Rennen.
Melissa Müller
Irene Räss (SVP) und Seline Heim (CVP) treffen sich nach dem ernüchternden Ergebnis auf dem Bauernhof. (Bild: PD)

Irene Räss (SVP) und Seline Heim (CVP) treffen sich nach dem ernüchternden Ergebnis auf dem Bauernhof. (Bild: PD)

Was für ein verblüffendes Ergebnis: Seline Heim-Keller holt 359 Stimmen, ihre Konkurrentin Irene Räss 358 – nur eine Stimme weniger. Beide verpassen somit das Absolute Mehr von 364 Stimmen. «Es ist unglaublich», sagt der Andwiler Gemeindepräsident Toni Thoma.

«Wir haben die Stimmen mehrmals nachgezählt, weil wir es kaum glauben konnten.»

727 Andwilerinnen und Andwiler haben ihre Stimme abgegeben. Das sind 52,47 Prozent der Stimmberechtigten.

Wenn beide wieder antreten, kommt es im März 2020 zum zweiten Wahlgang. «Ganz verrückt das Ganze. Aber ich bin stolz auf mein Resultat» sagt Irene Räss. Die 38-jährige SVP-Bäuerin will im März «nochmals in die Hosen steigen», wie sie bereits sagt. «Ich bin positiv überrascht, meine Parteikollegen motivieren mich.»

Irene Räss holte eine Stimme weniger als Seline Heim. Sie will im März nochmals in die Hosen steigen. (Bild: Benjamin Manser)

Irene Räss holte eine Stimme weniger als Seline Heim. Sie will im März nochmals in die Hosen steigen. (Bild: Benjamin Manser)

Etwas nüchterner klingt es bei Seline Heim-Keller. «Ich nehme das Resultat zur Kenntnis», sagt die 55-jährige CVP-Kantonsrätin. Ob sie nochmals antreten werde, müsse sie zuerst mit ihrer Partei besprechen.

«Ich bin enttäuscht, dass es einen zweiten Wahlgang geben wird, und das erst im März», sagt Heim, die nur fünf Stimmen entfernt war vom Absoluten Mehr. Beide Kandidatinnen beteuern, dass es ihnen lieber gewesen wäre, wenn es schon am Wahlsonntag eine Verliererin und eine Siegerin gegeben hätte.

Trotz der unbefriedigenden Situation fuhr Seline Heim-Keller zu Irene Räss auf den Bauernhof, um ihr mit einem Blumenstrauss für den fairen Wahlkampf zu gratulieren.

Seline Heim-Keller weiss noch nicht, ob sie nochmals antreten will. Aber: «Irene und ich haben mit diesem Resultat Gemeindegeschichte geschrieben», sagt sie. (Bild: Ralph Ribi)

Seline Heim-Keller weiss noch nicht, ob sie nochmals antreten will. Aber: «Irene und ich haben mit diesem Resultat Gemeindegeschichte geschrieben», sagt sie. (Bild: Ralph Ribi)

Wahlkampf ohne ­Opposition

«Es ist für beide ein Super­resultat», findet dagegen Gemeindepräsident Toni Thoma. «Beide haben tolle Qualitäten. Beide sind Bäuerinnen, aber mit unterschiedlichem Profil.» Er habe sich gefreut, dass es zwei «so interessante Kandidaturen» gebe in der kleinen Gemeinde. Im Vorfeld habe es keine Opposition gegeben gegen Räss oder Heim. «Falls beide wieder kommen, wird es eine Mobilisierungs­geschichte.»

Die CVP hatte es in Andwil schon im September 2016 schwer. Toni Thoma wurde zum ersten SVP-Gemeindepräsidenten in der Dorfgeschichte gewählt; sein CVP-Konkurrent Reto Mauchle unterlag. Das Resultat dieses Wahlsonntags zeigt nun: Die CVP hat selbst dann Mühe, wenn sie mit einem bekannten Namen antritt.

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