Die Reaktionen der CVP auf die knappe Wahlniederlage in Thal: «Im Nachhinein ist man immer schlauer»

Nur elf Stimmen fehlten Werner Reifler und er wäre neuer Gemeindepräsident von Thal geworden. Das wurmt, gibt er zu, sieht aber positiv in die Zukunft. Auch seine Partei zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. 

Ines Biedenkapp
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Das Thaler Gemeindepräsidium bleibt in FDP-Hand. Mit zehn Stimmen Vorsprung wird Felix Wüst neuer Gemeindepräsident. (Bild: Jolanda Riedener)

Das Thaler Gemeindepräsidium bleibt in FDP-Hand. Mit zehn Stimmen Vorsprung wird Felix Wüst neuer Gemeindepräsident. (Bild: Jolanda Riedener)

Die Thalerinnen und Thaler haben sich entschieden und am Sonntag im zweiten Wahlgang Felix Wüst zum neuen Gemeindepräsidenten gewählt. Der Entscheid war denkbar knapp. Denn nur zehn Stimmen machten den Unterschied zu Werner Reifler aus.

«Die Enttäuschung ist gross. Auch weil es nur zehn Stimmen Unterschied sind», sagt Werner Reifler am Montagmorgen.

«Dass es anders kam wie gedacht, wurmt dann schon und wird auch noch ein wenig nachhängen.»

Gleichwohl gratuliert er Felix Wüst zur gewonnen Wahl und sieht positiv in die Zukunft. «Bei der Arbeit stecke ich derzeit mitten in vielen spannenden Projekten. Die hätte ich schon mit ein wenig Wehmut abgegeben», sagt er.

Auch die Unterstützung seiner Familie helfe ihm jetzt. «Ich habe nichts verloren – ich habe lediglich nicht gewonnen», sagt er. Somit bleibt alles beim Alten. «Ich werde weiterhin bei Wanzl arbeiten», sagt Reifler und bezieht sich damit auf ein Gerücht, dass er bereits vor dem Entscheid der Wahl gekündigt hätte. «Das ist und war aber schlichtweg falsch», sagt er.

Entscheidung für einen Kandidaten war richtig

Rückendeckung bekommt Werner Reifler auch von seiner Partei, der CVP. Darauf angesprochen, ob man nach dem Ausgang etwas anders machen würde, antwortet Parteipräsident Cornel Rüst:

«Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber nach dem ersten Wahlgang mussten wir uns entscheiden.»

Denn zuvor musste die Partei einige Kritik einstecken. Im ersten Wahlgang stellten sie mit Werner Reifler und Felix Bischofberger gleich zwei Kandidaten.

Im zweiten Wahlgang entschied sich die Partei dann aber für Reifler, da er 24 Stimmen vor seinem Parteikollegen lag. Bischofberger zog seine Kandidatur zurück. Die Partei hatte gehofft, damit noch mehr Stimmen für Reifler holen zu können. Doch diese Entscheidung konnten nicht alle aus der Bevölkerung nachvollziehen. Am Sonntag gaben 257 Thaler gleichwohl ihre Stimme an Felix Bischofberger. «Die Entscheidung einen Kandidaten im zweiten Wahlgang zu stellen, war richtig – gerade weil Wüst noch einmal zulegen konnte», ist sich Rüst sicher, gibt aber zu, dass der Entscheid auch in der Partei für Spaltungen gesorgt hat.

Entscheid ist kommuniziert worden

Hätte man mehr kommunizieren müssen, dass Felix Bischofberger im zweiten Wahlgang nicht mehr zur Wahl steht? «Nein, ich glaube nicht», sagt Rüst. «Wir haben Leserbriefe aufgesetzt, den Entscheid in verschiedenen Medien veröffentlicht und ihn auch am zweiten Podium nochmals bekannt gegeben.» Im Vergleich konnte Werner Reifler sein Resultat um 206 Stimmen verbessern. «Eigentlich ist es so gekommen, wie wir erwartet haben», sagt Rüst.

«Werner Reifler konnte nochmals gut an Stimmen zulegen.»

Das sei allerdings auch bei Felix Wüst der Fall gewesen. Beide Kandidaten konnten vom Rückzug von Rossano Sarcinella aber auch von Felix Bischofberger profitieren, sagt Rüst. «Während seiner acht Jahre im Gemeinderat hat Werner Reifler viel bewirkt», sagt er. «Dabei eckt man aber auch manchmal an.» Eine solche Vorgeschichte habe Felix Wüst nicht. «Ich denke, das ist ebenfalls ein Grund, warum das Wahlergebnis auch so knapp ausgefallen ist», sagt Rüst.

Kein Wahlkampf und doch Stimmen

Überrascht von dem Ergebnis zeigt sich auch Felix Bischofberger. «Ich bin ziemlich überwältigt», sagt er. «Dass ich gleichwohl noch über 250 Stimmen erhalte, damit habe ich nicht gerechnet.» Vor allem da er nach seinem Rücktritt keinen Wahlkampf betrieben und den Entscheid der Partei mitgetragen habe. So sei auch der Flyer, der vor kurzem im Umlauf war, nicht von ihm.

Mit vollem Elan und Herz dabei

Felix Wüst will Nachfolger von Röbi Raths in Thal werden. Ihm ist die Kommunikation mit der Bevölkerung wichtig.
Ines Biedenkapp