Berger Gemeinderat will Haus kaufen

Der Gemeinderat Berg SG hat beschlossen, eine Liegenschaft im Dorfkern zu kaufen, um darin Asylsuchende unterzubringen. Dagegen kann das Referendum ergriffen werden.

Marco Cappellari
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Gleich neben der Kirche im Dorfzentrum sollen künftig Asylsuchende wohnen. (Bild: Benjamin Manser)

Gleich neben der Kirche im Dorfzentrum sollen künftig Asylsuchende wohnen. (Bild: Benjamin Manser)

Der Gemeinderat Berg hat beschlossen, die Liegenschaft an der Dorfstrasse 34 zu kaufen, wie er im Mitteilungsblatt der Gemeinde schreibt. Damit wolle er aktiv an der Gestaltung des Dorfkerns mitwirken und sich Optionen sichern, um wichtige Leitplanken in der Gemeinde selbst zu bestimmen. Als weitere Gründe nennt der Gemeinderat die bewusste Beibehaltung des Engelranks als verkehrsberuhigende Massnahme sowie das Bereitstellen von Wohnraum für Migrantinnen und Migranten.

Referendumsfrist läuft bis 16. November

Das Geschäft unterliegt dem fakultativen Referendum. Die Frist dauert bis 16. November. Sollte das Referendum ergriffen werden, könne der Kauf nicht durchgeführt werden, da die Verkäuferschaft eine Rückzugsoption im Kaufvertrag hat, wie es weiter heisst. Damit ein Referendum zu Stande kommt, sind insgesamt 61 Unterschriften von Stimmberechtigten nötig, die vor Ablauf der Referendumsfrist bei der Gemeinderatskanzlei, Dorfstrasse 17, 9305 Berg SG einzureichen sind.

Die Liegenschaft verfügt über drei 4,5-Zimmer-Wohnungen sowie einige Parkplätze und erstreckt sich über eine Fläche von 315 Quadratmetern. Der Kaufpreis beläuft sich auf 820000 Franken. Die Finanzierung erfolgt über einen zehnjährigen Finanzierungskredit zu einem Zinssatz von 0,89 Prozent.

«Bedeutend tiefere» Asylkosten

Jede Gemeinde ist verpflichtet, eine bestimmte Anzahl an Asylsuchenden aufzunehmen und genügend Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Gemeinderat schreibt, dass mit der vorgestellten Finanzierungsmöglichkeit die Wohnkosten im Asylwesen der Gemeinde «bedeutend tiefer» ausfallen würden als mit der bisherigen Lösung. Die Wohnung, die die Gemeinde bis anhin als Asylwohnraum gemietet hat, soll gekündigt werden. An der Dorfstrasse 34 sollen die Wohnungen, die nicht für Asylsuchende benötigt werden, an Dritte vermietet werden.