Der Steinacher Gemeindepräsident hat sein Amt früher antreten können als erwartet - zu Beginn arbeitet er aber im Teilzeitpensum

Michael Aebisegger ist am 6. Januar ins Steinacher Gemeindehaus eingezogen. Vorerst ist er nur an zwei Tagen dort.

Jolanda Riedener
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Der Parteilose Michael Aebisegger ist das neue Gemeindeoberhaupt von Steinach.

Der Parteilose Michael Aebisegger ist das neue Gemeindeoberhaupt von Steinach.

Bild: PD

Der Steinacher Michael Aebisegger ist Ende September 2019 als Nachfolger von Gemeindepräsident Roland Brändli gewählt worden. Kurz nach der Wahl bedankte er sich bei den Steinacherinnen und Steinachern auf seiner Website und machte darauf aufmerksam, dass er noch sechs Monate Kündigungsfrist habe.

Der Leiter Sachversicherungen bei Helvetia konnte nun sein Amt trotzdem bereits am 6. Januar antreten. «Ich habe noch Ferientage, die ich beziehe», sagt Aebisegger. Deshalb sei er fortan jeweils montags und dienstags im Gemeindehaus tätig. Das entspricht einem 40-Prozent-Pensum. Die restlichen Tage arbeitet Aebisegger nach wie vor bei Helvetia. «Ich habe mit meinem Arbeitgeber eine gute, einvernehmliche Lösung gefunden, die für alle passt», sagt er. Bereits am 17. Februar wird Aebisegger dann Vollzeit als Gemeindepräsident von Steinach walten.

Im Teilpensum in aktuelle Geschäfte einarbeiten

Seinen ersten öffentlichen Auftritt als Gemeindepräsident hat Michael Aebisegger bereits am 24. Februar. Dann informiert der Gemeinderat über das Parkraumkonzept. Einen Monat später, am 24. März, gilt es ernst: Dann findet die Bürgerversammlung statt, einer der wichtigsten Abende für das Gemeindeoberhaupt. Momentan sei er vor allem dabei, sich in die aktuellen Geschäfte einzuarbeiten.

Dass Michael Aebisegger bereits im Januar seine Arbeit aufnehmen konnte, ist auch vor dem Hintergrund des plötzlichen Abgangs des Steinacher Gemeindeschreibers von Vorteil. Dieser wurde im November in Untersuchungshaft genommen, er soll sexuelle Handlungen mit Kindern vorgenommen haben.

Vakanzen und Übergangslösungen

«Sein Wegfall war komplett unvorhergesehen», sagt Aebisegger. Die Gemeindeverwaltung habe dennoch einwandfrei geführt werden können. «Eine Mitarbeiterin, welche die Gemeinde verlassen wollte, verlängerte kurzfristig ihre Anstellung um ein halbes Jahr», sagt Aebisegger. Die Arbeit des Schreibers wird aktuell von der stellvertretenden Gemeinderatsschreiberin Janine Walder interimistisch übernommen. «Die Gemeindeverwaltung hat bereits ab dem zweiten Tag, an dem der Gemeinderatsschreiber fehlte, reibungslos funktioniert», sagt Aebisegger. Natürlich sei durch den plötzlichen Abgang einiges an Know-how verloren gegangen.

Der Gemeinderatsschreiber kehrt nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurück, er verlässt die Gemeinde in gegenseitigem Einvernehmen per Ende Mai. Frühestens im März soll eine Nachfolge eingestellt werden, heisst es in einer Mitteilung des Rats. Eine weitere Vakanz in der Leitung der Bauverwaltung gab es mit dem Abgang des Bauverwalters Urs Holenstein. Auch diese werde vorerst interimistisch durch den jetzigen Bausekretär besetzt.