«Ich habe es erst gar nicht glauben können»: Felix Wüst der FDP wird Gemeindepräsident von Thal – nur zehn Stimmen machten den Unterschied

Das Thaler Gemeindepräsidium bleibt in FDP-Hand: Felix Wüst aus Staad wird Nachfolger von Röbi Raths. Überraschend viele Stimmen erhielt auch Felix Bischofberger (CVP), der im zweiten Wahlgang gar nicht mehr angetreten war.

Jolanda Riedener
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«Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt»: Felix Wüst (links) erhält von FDP-Präsident Ernst Höchner Glückwünsche an der Wahlfeier in Thal.  (Bild: Jolanda Riedener)

«Wir haben bis zum Schluss daran geglaubt»: Felix Wüst (links) erhält von FDP-Präsident Ernst Höchner Glückwünsche an der Wahlfeier in Thal.  (Bild: Jolanda Riedener)

Freud und Leid liegen am Sonntag nah beieinander. Läppische zehn Stimmen machen Felix Wüst (FDP) zu Thals Gemeindepräsidenten. «Ich habe es im ersten Moment kaum glauben können», sagt Wüst. Er war gerade dabei, seine Wahlplakate zusammenzuräumen, als Röbi Raths ihm am Telefon gratulierte. «Ich wusste erst nicht, ob ich es glauben soll», sagt er an seiner Wahlfeier im «Rosentürmli». Und: «Ohne die Unterstützung meiner Frau hätte ich das nie geschafft.» Er habe zwar vermutet, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen werde. «Ich habe eine Riesenfreude. Für mich war bis zum Schluss offen, wer gewinnt.»

780 Stimmen gehen an Felix Wüst, Werner Reifler macht 770. Etwas abgeschlagen erreicht Michael Fitzi (SVP) 437 Stimmen. Obwohl er sich im zweiten Wahlgang nicht mehr zur Verfügung stellte, erhält Felix Bischofberger (CVP) 257 Stimmen. Im Vergleich zum ersten Wahlgang konnte Felix Wüst sein Resultat um 306 Stimmen verbessern. Nach seiner Einschätzung habe das mehrere Gründe: Am «Tagblatt»-Podium sei er krank gewesen und habe sich deshalb nicht gleich gut einbringen können, wie dies beim zweiten Wahlpodium der Fall war. Auch die Konstellation der anderen Kandidaten hätten eine Rolle gespielt.

Die Stimmen wurden dreimal gezählt

Laut dem Thaler FDP-Präsident Ernst Höchner sei wohl auch sein Wohnort Staad prägend gewesen. «Wir haben vor dem zweiten Wahlgang nochmals alles gegeben.»

«Wir haben die Stimmen dreimal gezählt und sind immer auf das gleiche Ergebnis gekommen», sagt Noch-Gemeindepräsident Röbi Raths. Es freue ihn, dass das Präsidium der FDP erhalten bleibe, er hätte es aber sowohl Felix Wüst als auch Werner Reifler gegönnt. Zu den Gratulanten gehört am Sonntag auch Urs Müller, Stadtpräsident von Rheineck (FDP). Er ist mit Wüst zur Schule gegangen: «Wer hätte gedacht, dass wir einmal als Gemeindepräsidenten zusammen arbeiten werden.»

Enttäuschung ist bei Partei und Kandidat gross

«Ich bin natürlich enttäuscht, egal wie gross der Stimmenunterschied ist», sagt Werner Reifler. Über die 257 Stimmen, die sein Parteikollege Felix Bischofberger erhalten hatte, will sich Reifler nicht äussern. Für Cornel Rüst, Präsident der CVP Ortspartei, war das Resultat eine Überraschung. Er sagt:

«Die Enttäuschung ist natürlich gross.»

Man habe sich ein anderes Resultat erhofft. Überrascht hätten auch die Stimmen an Felix Bischofberger, die sonst wohl auch an Reifler gegangen wären. Felix Wüst habe zwar nicht so viel Erfahrung, man könne sich aber gut vorstellen, mit ihm zusammenzuarbeiten und wolle jetzt nach vorne schauen. Rüst gratuliert Wüst an der Wahlfeier auch gleich persönlich.

Bei Michael Fitzi (SVP) hält sich die Enttäuschung in Grenzen. Er sei als Aussenseiter gestartet und habe es entsprechend schwer gehabt.

Mit vollem Elan und Herz dabei

Felix Wüst will Nachfolger von Röbi Raths in Thal werden. Ihm ist die Kommunikation mit der Bevölkerung wichtig.
Ines Biedenkapp