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«Wir merken, dass das Thema Kita aktueller wird»: Die Gemeinden der Region St.Gallen denken über Kinderbetreuung nach

In Eggersriet konnten Eltern kürzlich ihre Wünsche zur familienergänzenden Tagesbetreuung anbringen, nun zieht Berg nach. Auch andere Gemeinden der Region diskutieren aktuell – mit unterschiedlichen Resultaten.
Sandro Büchler
Nicht für alle Gemeinden lohnt es sich, eine Kindertagesstätte anzubieten. Muolen und Häggenschwil gehen anders vor. (Bild: Getty)

Nicht für alle Gemeinden lohnt es sich, eine Kindertagesstätte anzubieten. Muolen und Häggenschwil gehen anders vor. (Bild: Getty)

Braucht es eine familienergänzende Kinderbetreuung im ländlichen Berg? Diese Frage stellt die Gemeinde ihren Bürgern im aktuellen Mitteilungsblatt. Von den Berger Familien will der Gemeinderat wissen, ob sie im Dorf eine Krippe für Kleinkinder und eine Tagesbetreuung für Schulkinder benötigen.

Mit der Umfrage – die aktuell online ausgefüllt werden kann – will sich die Gemeinde einen Überblick verschaffen. Sie sei Grundlage für die weitere Planung. Je nach Bedarf erarbeitet Berg darauf aufbauend eine Vorlage samt Finanzierung für die Stimmbürger. Einführen will die Gemeinde ein Betreuungsangebot frühestens Mitte 2020.

Bereits weiter ist Eggersriet. Hier hat die CVP-Ortspartei unlängst einen Aufruf an die Eltern von Grub und Eggersriet gestartet. Mit einem klaren Ergebnis: 16 von 17 Eltern, die den Fragebogen ausgefüllt haben, wünschen sich eine Tagesstruktur als ergänzende Betreuung ausserhalb der Schulzeiten. 40 Kinder würden davon profitieren. In der Umfrage erwähnen alleinerziehende Eltern, dass die Kosten für die Kinderbetreuung eine wesentliche Rolle spielen. Der Gemeinderat prüft nun zusammen mit dem Schulrat entsprechende Angebote.

In Gaiserwald startet demnächst ein Pilotprojekt

Auch Andwil kennt bisher keine Strukturen für eine Kindertagesbetreuung. «Das haben wir noch nicht», sagt Gemeinderatsschreiber Peter Thuma. Einzig über den Verein Tagesfamilien können private Betreuungsplätze vermittelt werden.

«Wir merken aber, dass das Thema Kitas bei den Eltern aktueller wird.»

Deshalb hat auch die Gemeinde Andwil zusammen mit der Pädagogischen Hochschule St.Gallen eine Umfrage lanciert.

«Wir haben Familien mit Kindern direkt angeschrieben und wollten anhand eines Fragebogens wissen, was die Bedürfnisse sind», sagt Thuma. Der Gemeinderat wird die Ergebnisse der Umfrage in den nächsten Wochen analysieren und sich über das weitere Vorgehen Gedanken machen. Falls der Bedarf für eine familienergänzende Tagesbetreuung vorhanden sei, gäbe es verschiedene Lösungsansätze. Thuma erwähnt, dass dabei vom gemeindeeigenen Angebot bis zu einem Konzept zusammen mit Nachbargemeinden alle Möglichkeiten geprüft werden müssten. Noch sei es aber noch zu früh für einen Entscheid.

Bereits entschieden wurde auf der anderen Seite des Tannenbergs: Die Gemeinde Gaiserwald hat am Montag an der Bürgerversammlung das Budget 2019 verabschiedet. Darin sind die Mittel für ein Pilotprojekt enthalten. Ab August bietet die Gemeinde Tagesstrukturen für Kinder von der 1. bis zur 9. Klasse an, sagt Schulratspräsident Jürg Seitter.

Das neue Angebot ergänzt die Krippen der Fiorino in Engelburg und Abtwil, die Kleinkinder bis zum Kindergartenalter betreuen. Für Schulkinder ist die Pilot-Kita eine Ergänzung zum bestehenden Mittagstisch – die Angebote werden verknüpft. «Eine Betreuung ist vor allem nach der Schule gefragt», sagt Seitter. In der Pilotphase benutze man bestehende Räume in den drei Schulhäusern der Gemeinde. «Wenn das Angebot genutzt und der Bedarf bestätigt wird, können wir ein entsprechendes Bauprojekt aufgleisen.» Seitter gibt zu bedenken, dass heutzutage bereits rund 50 Prozent der Kinder fremdbetreut werden – von Grosseltern oder Nachbarn.

Die Grösse der Gemeinde ist entscheidend

Die Gemeindepräsidenten von Häggenschwil und Muolen sagen, dass es in ihrer Gemeinde keinen Sinn mache, Tagesstrukturen aufzubauen. «Rein von der Grösse der Gemeinde her kann man in Muolen keine Kita wirtschaftlich betreiben», sagt Bernhard Keller, Gemeindepräsident von Muolen. Häggenschwil hat Leistungsvereinbarungen mit Kita-Angeboten in anderen Gemeinden.

Muolen unterstützt die Eltern finanziell. Zehn Prozent der Kosten für eine auswärtige Kindertagesstätte übernimmt die Gemeinde. «Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil der Bedarf in Muolen nicht gegeben ist», sagt Keller. Grössere Arbeitgeber würden mittlerweile häufig selbst eine Kita anbieten. «Die Gemeinde braucht es da nicht.»

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