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Post-Schliessung: Gemeinde Steinach fühlt sich von der Post vor den Kopf gestossen

Wenn es nach der Post geht, soll ihre Filiale in Steinach zugehen. Jetzt wirft die Gemeinde dem Konzern fehlende Transparenz vor. Dieser dementiert.
Martin Rechsteiner
Im Steinacher Gemeindehaus ist auch die Postfiliale untergebracht. Noch. Denn die Post will die Stelle schliessen. (Bild: Rudolf Hirtl, August 2016)

Im Steinacher Gemeindehaus ist auch die Postfiliale untergebracht. Noch. Denn die Post will die Stelle schliessen. (Bild: Rudolf Hirtl, August 2016)

Die Post will ihre Filiale in Steinach schliessen. Das hat der Konzern an einem Dialoganlass in der Gemeinde anfangs Juni bekannt gegeben. Definitiv entschieden sei aber noch nichts, betonten die Verantwortlichen, darunter René Wildhaber, Leiter des Postnetzes Region St. Gallen-Appenzell.

Jetzt hat sich die Gemeinde in ihrem Mitteilungsblatt «Steinach aktuell» negativ zur Informationstaktik der Post geäussert. Sie wirft dem Konzern fehlende Transparenz vor.

Post nennt keine Steinacher Zahlen

«Die Verantwortlichen des Konzerns führen fehlende Wirtschaftlichkeit als Hauptargument ins Feld, um unsere Poststelle zu schliessen und damit Kosten zu sparen», sagt Roland Etter, stellvertretender Gemeindepräsident von Steinach. «Sie wollten das am Dialogabend aber partout nicht mit Zahlen untermauern.» Auch nach mehreren Aufforderungen seien keine Frankenzahlen genannt worden. Für die Gemeinde Steinach, welche die Filiale erhalten will, sei das sehr befremdlich, sagt Etter. Es lasse die Vermutung zu, dass es um das Geschäftsergebnis der Post in Steinach nicht so schlecht stehe, wie der Konzern behauptet. Das nähme ihm aber das Hauptargument für die Schliessung.

Etter fährt fort: «Herr Wildhaber hat sich am Informationsanlass zudem um die Nennung der Geschäftskundenzahlen gedrückt. Möglicherweise aus dem gleichen Grund.» Denn diese Kundengruppe mache einen guten Teil des Post-Geschäfts in Steinach aus, ist der Vize-Gemeindepräsident überzeugt.

«Wirtschaftlichkeit allein nicht ausschlaggebend»

Carmen Lama, Sprecherin der Post für die Region Ostschweiz, sagt: «Detaillierte Zahlen pro Filiale gibt die Post mit Verweis auf das Geschäftsgeheimnis nicht heraus.» Fakt aber sei, dass es bei Schweizer Filialen seit dem Jahr 2000 bei Briefen einen Rückgang von 68 Prozent gegeben hat, bei den Paketen 44 Prozent (die jährlichen Paket-Rekordmengen laufen nicht über den Schalter) und auch bei den Einzahlungen 44 Prozent. «Und dazu trägt auch die Filiale Steinach bei.»

Die Post-Sprecherin dementiert, dass die Wirtschaftlichkeit das Hauptargument für eine Schliessung ist. «Das ist weder ausschliesslich noch abschliessend massgebend dafür, welcher Entscheid gefällt wird», betont sie. Es gebe zahlreiche weitere Aspekte und somit keine starren Kriterien wie Gewinn und Umsatz. «Die Post betrachtet jeden Standort als Einzelfall und im eigenen regionalen Kontext.» Bei der Ausgestaltung des Post-Netzes würden zu den gesetzlichen Erreichbarkeitsvorgaben regionale Kriterien und lokale Bedürfnisse wie etwa Verkehrsströme, Mobilität und Raumplanung berücksichtigt.

«Die Post schrieb 2017 im Postnetz ein Defizit von 159 Millionen Franken», sagt Lama. Das Ziel sei es nicht, eine schwarze Null zu erreichen. «Aber aufgrund des geänderten Kundenverhaltens sind auch beim Netz Anpassungen notwendig.»

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