Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Im Varieté des Gossauer Walter-Zoos gehen die Geister um

Die Uhr schlägt zwölf, und alle steigen sie aus ihren Gräbern: Graf Dracula, Geisterjäger, Skelette und allerlei schaurig-schräge Gestalten. Im neuen Tingel-Tangel beweisen sie, wie reizvoll die Geisterstunde sein kann.
Corinne Allenspach
Die beiden Büsis wurden eigens für das Tingel-Tangel im Walter-Zoo dressiert. (Bild: Urs Bucher)

Die beiden Büsis wurden eigens für das Tingel-Tangel im Walter-Zoo dressiert. (Bild: Urs Bucher)

Für Graf Dracula ist es das Schlaraffenland. «Mmmhh, so viel lecker Leute», stellt er zungenschnalzend fest. Bereits beim Eintreffen der Gäste hat er die Blutgruppen erschnuppert. Blaues Blut war zwar keines dabei, aber immerhin sitzt an der Premiere des 16. Tingel-Tangel-Varietés im Walter-Zoo in Gossau ein Regierungsrat im Publikum. Der Gossauer Bruno Damann ist dem Zoo seit Jahren verbunden. «Es war wieder einmalig», wird er am Ende der Show sagen. Und damit ist er nicht der einzige, der begeistert heimgeht. «Mega», «bezaubernd», «sehr lässig», «einfach toll», «super gsi», sind nur einige der zahlreichen Komplimente.

25 Bilder

Premiere des Tingel-Tangel im Tierli Walter

Dass das Varieté stets professionell und mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist, hat sich längst über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Von den 48 Vorstellungen sind diesmal gemäss Gabi Federer vor der Premiere bereits 95 Prozent der Plätze ausverkauft. Und die rund 4800 Personen, welche die Show unter dem Titel «Mitternacht» bis Ende Januar sehen werden, können sich freuen. Auch dieses Jahr ist Gabi Federer und ihrer Tochter Jeannine Gleichmann-Federer mit rund einem halben Dutzend Artisten, einem eingespielten Küchenteam und zahlreichen Freiwilligen ein schaurig-schöner Mix aus Akrobatik, Zauberei, Musik, Comedy und Kulinarik gelungen.

Steile Frisuren und verschmuste Katzen

Im Mondschein und Kerzenlicht steigen, angeführt von Graf Dracula, die schauerlichsten Gestalten aus ihren Gräbern und Gruften. Was sich dem Publikum zur Geisterstunde offenbart, ist mal mystisch, mal gruselig, mal witzig, mal bezaubernd und immer zum Staunen. Wenn etwa Jongleur Malte Strunk bis zu drei Diabolos auf einer Leine blitzschnell um verschiedene Körperteile schwirren lässt, wird einem allein vom Zuschauen schwindlig.

Dies gilt auch bei Jeannine Gleichmann-Federer, die, einem wilden Tier gleich, in einem Glaskäfig ihre Jonglierbälle auf alle möglichen und unmöglichen Arten tanzen lässt, wobei das Glas wie ein Spiegel wirkt. Urkomisch und herzerweichend sind zwei alte Bekannte: Andreas Manz und Bernard Stöckli von der Compagnia Due. Die beiden Clowns mit ihren steilen Frisuren, ihrer grossartigen Mimik und dem feinen Sinn für Situationskomik sind nicht nur dem Publikum in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen, sondern auch Federers. Überhaupt sind einige Artisten dabei, die schon früher mitwirkten. Darunter auch die Andwilerin Rahel Buchhold, die Finalistin von Voice-of-Switzerland 2014, die mit ihrer kraftvollen Stimme das in rot-weissen Stoff gehüllte Zoorestaurant bis in den letzten Winkel erfüllt.

Zu den grössten Stars gehören wieder die kleinsten Darsteller: zwei Büsis. Letztes Jahr waren sie erst halbjährig und eigens fürs Varieté dressiert worden. Wie die Katzen auf der Bühne reagieren, wusste Gabi Federer damals noch nicht. Falls sie lieber schmusen würden als Kunststücke zu zeigen, wäre das auch okay, sagte sie. Denn Emotionen gehören zum Tingel-Tangel genauso dazu wie Perfektion. Inzwischen bewegen sich die Katzen auf der Theaterbühne ebenso gekonnt wie die Zweibeiner – selbst wenn sie in einem überdimensionierten Hamsterrad spazieren.

Ein Menu wie ein Mitternachtskrimi

Fürs Tingel-Tangel sind Gabi und Jeannine Federer jeweils das ganze Jahr über am Planen. Bereits Anfang 2019 gilt es, neue Artisten und ein Motto festzulegen. Danach wird alles selber gestaltet: Vom Bühnenbild über die Kostüme bis zur Dekoration der Toiletten und dem Menu.

Letzteres liest sich wie ein Mitternachtskrimi. Da geistert etwa geräucherter Schwertfisch auf einem Radieschen-Rettichsprossen-Beet und gesalzene Caramelsauce brodelt mitternächtlich über explodierender Schokoladensphäre mit Vanilleeis und gespenstischem Eiweissschaum. Die Serviette liegt in einem Gebiss und die Suppe wird auf einem Fledermaus-Tischset serviert. Einfach schaurig passend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.