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Brunnen in der Stadt St.Gallen: Geisers unvollendetes Werk

Rolf Brem setzte das von Karl Geiser geplante Kinderbrünneli um. Die Geschichte des Brunnens am «Freieck» ist aber viel älter.

Yuliya Khandozhko
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Das Motiv von Karl Geiser für das Kinderbrünneli wurde beibehalten.

Das Motiv von Karl Geiser für das Kinderbrünneli wurde beibehalten.

Bild: Marlen Hämmerli

Der Brunnen an der Spisergasse mit den zwei Kindern und dem Hund steht vor dem Haus «Zum Freieck» an der Kreuzung mit der Turmgasse. Wahrscheinlich ist jeder schon einmal beim Einkaufsbummel am Kinderbrünneli vorbeigegangen. Kaum einer wird aber die lange Geschichte des Brunnens kennen.

Das Kinderbrünneli wurde 1959 vom Luzerner Bildhauer Rolf Brem geschaffen. Eigentlich ging der Auftrag für die Brunnenanlage 1953 an den namhaften Zürcher Bildhauer Karl Geiser, den selbst ernannten «langsamsten Bildhauer der Schweiz». Doch dieser verstarb unerwartet vier Jahre später. Er hinterliess Vorarbeiten, die er mit Brem erstellt hatte. Daher konnte Brem die Pläne übernehmen und umsetzen.

Aufzeichnungen reichen weit zurück

Der Spisergassbrunnen geht bis mindestens ins 15. Jahrhundert zurück. Am meisten weiss man aber über eine andere Variante des Brunnens mit einem Bär. 1882 plante man ihn völlig neu. Doch schliesslich wurde nur die Bärenfigur aufgestellt, samt Kantonsschild in den Pfoten.

Da am Bärenbrunnen die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen war, wurde 1943 entschieden, ihn zu ersetzen. Die Suche nach einem passenden Motiv dauerte lange. Schliesslich entstand das Kinderbrünneli, wie wir es heute kennen. Der Bär, der auf dem alten Spisergassbrunnen gestanden hatte, wurde in einer Parkanlage in Mörschwil aufgestellt.

Serie: Mehr als Wasserspender

St.Gallens Brunnen bieten einen Blick in die Geschichte der Stadt. Gründerväter und Heilige werden genauso abgebildet wie Delfine oder Drachentöter. In einer losen Serie geht die Stadtredaktion den Brunnen auf der Grund. (red)

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