Geheimagenten schleichen durch St.Gallen: Ein neues Versteckspiel soll Touristen in die Stadt locken

Ein Rheintaler hat in der St.Galler eine neue Art Versteckspiel lanciert. Dabei müssen die Spielerinnen und Spiele Geheimnisse lösen und die Stadt retten. Ein Rundgang.

Raphael Rohner
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Ivan Städler schickt Leute mit Hightech-Ausrüstung auf Schatzsuche.

Ivan Städler schickt Leute mit Hightech-Ausrüstung auf Schatzsuche.

Bild: Raphael Rohner

Verwundert schauen Gäste eines Gartencafés in der St.Galler Innenstadt einer Gruppe zu, die mit einem Koffer und iPad herumlaufen und irgendwas zu suchen scheinen. Die Gruppe hat irgendwas in einem Schaufenster entdeckt und zieht dann weiter. Was für einige Leute wohl verdächtig erscheint, ist ein neues Spiel in der Stadt St.Gallen: Ein Outdoor-Escape-Game, bei dem es darum geht, Rätsel zu lösen und geheime Hinweise zu finden, um eine Geschichte zu erleben.

Tüftler wie Q hätte ihre Freude

Die Idee dazu hatte der 26-jährige Rheintaler Ivan Städler, der wie die Jungfrau zum Kind in die Welt der Ausbruchsspiele gekommen ist: «Ich habe in Davos bei einem Escape-Room gearbeitet, welcher dann geschlossen werden sollte. Wir konnten ihn dann übernehmen und haben uns etwas Neues überlegt: Warum nicht draussen spielen mit Gadgets?» So zeigt er auf den Koffer unter seinem Arm, macht ihn auf und beginnt seinen Inhalt auszubreiten. Ein Tüftler wie Q, aus den «James Bond»-Romanen, hätte seine Freude an den Gerätschaften für das Outdoor Game: «Es gibt unter anderem Brillen, um unsichtbare Nachrichten zu lesen, ein Spezialmikroskop und ein Endoskop», schwärmt Städler. Er liess sich bei seinen Spielen von Computergames inspirieren: «Gamen ist sicher toll, aber drinnen sitzen, ist zu öde.»

Rätsel in der ganzen Altstadt

In St.Gallen können Teilnehmer vorerst zwei verschiedene Szenarien spielen: «Eins ist eher für Kinder und Rätseleinsteiger aufgebaut, das andere eine echte Knacknuss auch für echte Profirätsler», sagt Städler und zeigt auf die digitale Karte auf dem iPad. Die Rätsel führen die Teams durch die schöne St.Galler Altstadt. Teils sind die Hinweise sehr kreativ versteckt, etwa in Schaufenstern, in Schächten oder anderswo. Mehr will Städler auch nicht verraten. Nur, dass man ganz aufmerksam schauen soll und irgendwo gar mit Flüssigkeiten experimentieren muss und die Mühleggschlucht etwas damit zu tun hat. Ebenso kann Städler die Spiele individuell ergänzen und anpassen. Er grinst verschmitzt: «Damit Gruppen auch Insiderwitze einbauen können wie etwa für einen Polterabend oder eine Firmenfeier.»

Eine Vielzahl digitaler Spiele

Der Trend solcher Spiele ist in St.Gallen ungebrochen. In der Stadt sind vielerorts geheime Game-Stops, wo man virtuell und real Dinge auffinden kann und so die Stadt als Art Schauplatz von digitalen Spielen erleben kann. Beim Geocaching zum Beispiel werden versteckte Objekte mit Hilfe von GPS-Daten und Hinweisen gesucht. Bei Pokémon-Go macht man sich mit der Smartphonekamera auf die Suche nach virtuell platzierten Pokémons im öffentlichen Raum. Und wer an einem Foxtrail teilnimmt, rätselt sich gemeinsam mit anderen auf einer Route durch die Stadt und knackt Codes.

Bei der Stadt St.Gallen erfreut man sich über die kreativen Ideen der verschiedenen Spiele. Marcel Thoma, Leiter Sport, hat selbst schon an solchen Spielen teilgenommen: «Es ist immer wieder cool, auch in der eigenen Stadt Dinge und Orte zu entdecken, die man noch gar nicht kennt. Dass man sich dabei noch an der frischen Luft bewegt, ist im Interesse der Gesundheitsförderung.»