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Gefrässige Käfer und Mäuse bedrohen Marroniplantage im Rorschacherberg

Der Erfolg im Marronifeld auf der Bleichi ist kein Selbstläufer. Gemüsebauer Filipp Fässler bekämpft Schädlinge mit Nützlingen und hofft beim Kastanienrindenkrebs auf die Hilfe der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf.
Rudolf Hirtl
Filipp Fässler freut sich über die gute Ernte in der Rorschacherberger Marroniplantage. (Bild: Rudolf Hirtl)

Filipp Fässler freut sich über die gute Ernte in der Rorschacherberger Marroniplantage. (Bild: Rudolf Hirtl)

Filipp Fässler schüttelt das gegen vier Meter hohe Bäumchen. Er nimm einen der zu Boden gefallenen Knäuel auf und befreit eine Edelkastanie aus der stacheligen Schale. Die Nuss des botanisch zur Familie der Rotbuchengewächse (Fagaceae) gehörenden Baumes wirkt geradezu riesig in der Hand des Goldacher Gemüseproduzenten. Die Sorte «Marsol» erreicht denn auch einen Durchmesser von viereinhalb Zentimetern.

«Unser Erfolg im Marronifeld ist kein Selbstläufer. Wir müssen alles ständig im Auge behalten.»

Auf der Bleichi in Rorschacherberg wurde vor dreieinhalb Jahren zusätzlich die Sorte Marigoule angepflanzt. Zwei Sorten sind es, weil Edelkastanien Fremdbefruchter sind. Beide Sorten gelten als weitgehend resistent gegen den Kastanienrindenkrebs. Dennoch sind einzelne Bäumchen von der ursprünglich aus China stammenden Krankheit befallen.

Mit der Fachstelle in Flawil eine Lösung finden

«Bis jetzt sind Wuchs und Fruchtbildung der Bäume nicht eingeschränkt. Es ist auch kein Baum eingegangen», sagt Fässler erleichtert. Dennoch arbeitet er auch in dieser Angelegenheit eng mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum St. Gallen zusammen, das die Entwicklung in der grössten Marroniplantage nördlich der Alpen von Beginn an beratend begleitet.

«Vor allem bei neuen Plantagen tauchen gerne Krankheiten auf», sagt Richard Hollenstein von der Fachstelle Obstbau. Trotz angeblicher Resistenz sei auch das Auftreten des Kastanienrindenkrebses nicht ungewöhnlich. «Wir arbeiten in diesem Fall mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf zusammen. Und ich bin zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden», so der Fachmann, der von der «tollen» Entwicklung der Bäume sehr angetan ist.

Feldmäuse mögen die Wurzeln der Bäume

Gegen gefrässige Feldmäuse kommt der «Mauki» zum Einsatz. (Bild: Rudolf Hirtl)

Gegen gefrässige Feldmäuse kommt der «Mauki» zum Einsatz. (Bild: Rudolf Hirtl)

Neben Esskastanienbohrern, ein Rüsselkäfer, der das Innere der Maronen frisst, und Würmern des Kastanienwicklers muss sich der Goldacher Marronipionier auch gegen gefrässige Feldmäuse wehren, die sich die Wurzeln der Bäume schmecken lassen. Während Esskastanienbohrer und Kastanienwickler mit Nützlingen und Lockstoffen bekämpft werden, die bei gefrässigen Käfern Verwirrung stiften, kommt gegen die Mäuseplage der «Mauki» zum Einsatz: Eine Maschine, die giftige Gase in die Bauten der Nager bläst. Der aus dem Boden dringende weisse Rauch macht dabei sichtbar, dass die Gänge teilweise mehrere Dutzend Meter lang sind.

Von Beginn an hat Fässler auf einen raschen Ernteerfolg verzichtet und die Bäume mit Erziehungs- und Korrekturschnitten konsequent gestutzt. Es lohnt sich. Zuerst hängen zwar weniger Früchte an den Bäumen, künftig werden es dafür umso mehr sein. Diesen Herbst konnten bereits 120 Kilo Marroni geerntet werden. In zehn Jahren dürfte es auf der Bleichi zwischen sieben und acht Tonnen sein. An Abnehmern fehlt es nicht. Die Caviezel Giovanettoni AG in Arbon und die Bischofszell Nahrungsmittel AG freuen sich über jedes Kilo, das sie bekommen.

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