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Gefahr für andere Büsis: Tierschutzverein will verwilderte Katzen im Riethüsli einfangen und kastrieren

Ein halbes Dutzend verwilderter Katzen im Riethüsli bereitet dem St.Galler Tierschutzverein Sorgen. Die Tiere tragen einen Virus in sich, der für zahme Hauskatzen zur Gefahr werden kann.
Sandro Büchler
Gegen das FIV-Virus, umgangssprachlich als «Katzen-Aids» bezeichnet, gibt es keine Impfung. (Bild: Getty)

Gegen das FIV-Virus, umgangssprachlich als «Katzen-Aids» bezeichnet, gibt es keine Impfung. (Bild: Getty)

Erika Bolt vom Tierschutzverein St.Gallen möchte die Jungtiere, die in der Nähe eines Bauernhofs im Riethüsli-Quartier umherstreifen, so schnell wie möglich einfangen und kastrieren. «Denn die Katzen sind nicht gesund, tragen Viren in sich.» Mit grosser Wahrscheinlichkeit seien die scheuen Vierbeiner am Stadtrand mit dem FIV-Virus infiziert, besser bekannt als «Katzen-Aids».

Entdeckt hat sie den Virus bei zehn bereits im Herbst rund um den Bauernhof eingefangenen Katzen. Der Tierarzt bestätigte Bolts Befürchtungen. «Tests ergaben, dass die Katzenmütter sowie ihre Kleinen mit Leukose und FIV – einer Krankheit, die das Immunsystem schwächt – infiziert sind», sagt Bolt. Während Katzenhalter ihre Tiere gegen Leukose impfen können, gibt es gegen den «Katzen-Aids-Erreger» bislang keinen Impfstoff.

Ausbreitung des Virus befürchtet

Der FIV-Erreger wird von Katzenmüttern auf ihren Nachwuchs, aber auch durch Bisse unter erwachsenen Tieren übertragen. Deshalb tragen auch Kater, die bei Revierkämpfen gebissen werden, dazu bei, das tödliche Virus zu verbreiten. «Das ist eine Gefahr für zahme Hauskatzen im Quartier», sagt Bolt. Aber nicht nur: Da nicht kastrierte Kater auf der Suche nach einem Weibchen teils grosse Strecken zurücklegten, seien auch Katzen in Nachbargebieten gefährdet, so der Tierschutzverein.

Zusätzliche Sorgen bereiten Bolt Beobachtungen aus dem vergangenen Jahr. Neben dem Riethüsli griff sie unter anderem im St.Georgen-Quartier, in Gossau und in Muolen infizierte Katzen auf. Dies seien auffällig mehr Fälle als in früheren Jahren, sagt Bolt. Sie schlägt deshalb Alarm:

«Das Virus dürfte sich rund um St.Gallen ausgebreitet haben.»

Das Virus lasse sich – mangels Impfung – nur durch Kastrationen eindämmen. «Vor allem müssen auch Kater kastriert werden», sagt Erika Bolt. Dadurch paaren sich Kater nicht mehr, könnten das Virus somit nicht weiterverbreiten. Zudem würden kastrierte Kater häuslicher und trügen weniger Revierkämpfe aus. Aus diesem Grund appelliert Bolt an Hauskatzenhalter, ihre Tiere nicht nur wegen einer unkontrollierten Vermehrung zu kastrieren oder zu sterilisieren, sondern auch um die Verbreitung des «Katzen-Aids-Virus» zu stoppen.

Der Tierschutzverein unterstützt Kastrationen finanziell: Rund die Hälfte der Kosten für den Eingriff übernimmt der Verein. «Wer sich eine Katze zulegt, sollte die Kastration nicht vor sich herschieben, bis das Tier einen dicken Bauch hat», mahnt Erika Bolt. Herrenlose Tiere sterilisiert der Verein gar auf eigene Rechnung und setzt sie wieder am Einfangort aus. Mit der Aktion spricht der Tierschutzverein speziell die Landwirte an, ihre Katzenpopulationen einzugrenzen.

So schnell wie möglich einfangen

Doch das Einfangen von verwilderten Katzen ist nicht immer einfach, weiss Erika Bolt. Die Tiere um den Bauernhof im Riethüsli hätten gesehen, wie ihre Artgenossen im Herbst eingefangen worden seien.

«Danach ging keine mehr in die Falle. Katzen sind nicht dumm.»

Davon lässt sich Erika Bolt aber nicht beirren. «Sobald der Schnee weg ist, wollen wir die Katzen zusammen mit dem Pächter so rasch als möglich einfangen.» Sie sollen zum Tierarzt, auf das Virus getestet und anschliessend sterilisiert oder kastriert werden. Bolt will nicht, dass sich im Riethüsli eine wilde Population entwickelt. Und so wünscht sich die Tierschützerin, dass es auf dem Bauernhof im Frühling keine Jungtiere mehr gibt.

Hinweis

www.tierlidienst.ch

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