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Höhere Gebühren: Bibliotheken in der Bodenseeregion kommen nicht in Bedrängnis

Auf Anfrage der Urheberrechtsgesellschaft Pro Litteris sollen Bibliotheken spätestens ab 2021 höhere Gebühren zahlen. Büchereien in der Region Rorschach machen sich wenig Sorgen.
Laura Manser
Auf Bibliotheken kommen eventuell bald höhere Kosten zu: Sie sehen dem gelassen entgegen. (Bild: Urs Bucher)

Auf Bibliotheken kommen eventuell bald höhere Kosten zu: Sie sehen dem gelassen entgegen. (Bild: Urs Bucher)

Das eidgenössische Schiedsgericht hat der Urheberrechtsgesellschaft Pro Litteris zugestimmt: Bibliotheken sollen ab 2021 höhere Gebühren zahlen müssen. Der Grund: Autoren sollen Geld für ihre Bücher, CDs oder DVDs bekommen, egal ob ein Kunde sie mietet oder ausleiht. Gemäss dem Verleihrecht seit 1993 war bisher nur das Mieten kostenpflichtig. Allerdings ist noch nichts entschieden: Die Ständeratskommission stellt sich auf die Seite der Büchereien und der Dachverband der Bibliotheken, Bibliosuisse, prüft das Urteil vor dem Bundesgericht . Die Büchereien müssten gemäss dem Urteil neun Prozent der Mitgliederbeiträge abgeben.

Für die Bibliotheken in der Bodenseeregion ist die Gebührenerhöhung noch kein grosses Thema. «Wir erhielten von Pro Litteris in diesen Tagen erst das Abrechnungsformular für das Jahr 2017. Sollte es tatsächlich eine Erhöhung der Miet- und Verleihgebühren geben, wäre das frühestens in ein bis zwei Jahren relevant», sagt Richard Lehner, Leiter der Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg. Die Bücherei zählt fast 1500 Mitglieder.

Ein Erwachsener zahlt 30 Franken für ein Jahresabonnement. «Die von Pro Litteris angestrebte Gebührenerhöhung hat keinen Einfluss auf die Abo-Tarife der Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg», hält Lehner fest.

Kein Wirbel um ungelegte Eier

Bettina Brunner, Präsidentin der Bibliothek in Rheineck, vertritt die gleiche Ansicht: «Wir werden abwarten und schauen, was auf uns zukommt.» Sie habe sich noch nicht mit dem Thema befasst. Bei ihnen zahlt ein erwachsenes Mitglied 60 Franken pro Jahr. Brunner zählt rund 300 Abonnenten. Durch Beiträge der Stadt Rheineck wird die Räumlichkeit finanziert. «Deswegen machen wir uns eigentlich keine Sorgen», sagt Brunner.

Dem stimmt auch Philip Kübler, Direktor von der Pro Litteris zu: «Es besteht kein Grund zur Besorgnis.» Der Entscheid sei auch noch nicht rechtskräftig. Laut Kübler habe die Schiedskommission nicht gegen die Bibliotheken entschieden, sondern einen Kompromiss verfügt: «Die Abgaben an den Bibliotheksgebühren betragen 1,5 Prozent, später 4,5 Prozent. Von einem 50 Franken Mitgliederbeitrag wären das 75 Rappen pro Jahr.»

In Horn zahlt die Gemeinde

Die Horner Bibliothek ist eine der wenigen, die keine Gebühren verlangt. Der Mitgliederbeitrag entfällt. «Es ist schön, dank der grosszügigen Beiträge der Kooperationen, etwas Kostenloses für die Bevölkerung anbieten zu können. Wir wollen das beibehalten, solange es möglich ist», sagt Kommissionspräsidentin Silvia Fröhlich. Das Bibliotheksteam habe vier Mal im Jahr Sitzung. Die Gebührenerhöhung sei bei ihnen aber noch kein Thema gewesen. «Bei einer starken Gebührenerhöhung würden wir überlegen, wo wir einsparen könnten. Zum Beispiel im Medieneinkauf», sagt Fröhlich.

Ein anderer Plan sei, mehr Unterstützung zu beantragen oder Mitgliedergebühren zu verlangen. «Das wäre jedoch ein kleiner Betrag und somit nur ein Tropfen auf dem heissen Stein.» Ausserdem hat Fröhlich Angst, dadurch Leser zu verlieren.

«Ich habe mich noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt, da es noch nicht aktuell ist», sagt Monika Eggenberger von der Schul- und Gemeindebibliothek Mühlegut in Goldach. Ende 2018 zählte das Mühlegut 723 Mitglieder und 1100 Schüler und Lehrer. Ein Jahresabonnement kostet 50 Franken. «Weil wir von der Schule und der Gemeinde Goldach unterstützt werden, müssen wir uns weniger Gedanken machen als Vereine», sagt Eggenberger.

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