Gastronomie
«Ich habe mir immer gewünscht, ein ländliches Restaurant zu führen»: Der «Sennhof» in Waldkirch bleibt doch in der Familie

Claudia und Ruedi Eilinger haben neue Pächter für ihren «Sennhof» in Waldkirch gefunden. Die fünfte Generation hat bereits Erfahrung in der Gastronomie gesammelt.

Rita Bolt
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Bettina Bürke und Christian Carigiet sind die neuen Pächter des Restaurants Sennhof in Waldkirch.

Bettina Bürke und Christian Carigiet sind die neuen Pächter des Restaurants Sennhof in Waldkirch.

Bild: Rita Bolt

Das Restaurant Sennhof ist leer geräumt; Tische und Stühle sind aufeinandergestapelt. «Wir renovieren sanft und verlegen einen neuen Boden», erklärt Bettina Bürke, die neue Wirtin. Neuer Wirt ist Christian Carigiet. Die beiden sind kein Paar, gehören aber zur Eilinger-Familie. Ruedi Eilinger ist der Götti von Bettina Bürke, Carigiet der Lebenspartner von Bürkes Schwester. Eilinger sagt sichtlich zufrieden:

«Die fünfte Generation übernimmt jetzt.»

Für ihn ein Glücksfall: Er wird weiterhin im «Sennhof» ein- und ausgehen. Nicht als Wirt, sondern als Koch, der das junge Pächterpaar in der Küche unterstützt.

Neue Pächter bringen Erfahrung mit

Seit 1914 ist der «Sennhof» in den Händen der Familie Eilinger. «Der Sennhof ist mein Elternhaus», sagt Eilinger. Vor 34 Jahren haben er und seine Frau das Restaurant übernommen und es zu einem erfolgreichen Speiserestaurant geführt. 2019 war Schluss, einen Nachfolger zu finden, sah alles andere als vielversprechend aus.

In einem Interview mit dieser Zeitung Mitte Juni 2019 sagte Eilinger: «Uns war früh bewusst, dass keine fünfte Generation das Restaurant übernehmen wird.» Da war er wohl etwas zu pessimistisch. Der 63-Jährige freut sich, dass es nun doch anders kommt und das Restaurant in Edlischwil in der Familie bleibt.

Bettina Bürke ist in Bernhardzell aufgewachsen und hat im Wohn- und Pflegezentrum Wiborada die Ausbildung zur Köchin gemacht, anschliessend noch Fachangestellte Gesundheit gelernt. Ihre Grossmutter Barbara Bruggmann hat in Waldkirch das Restaurant Friedegg geführt.

Christian Carigiet hat ebenfalls Gastronomieerfahrung: Er hat die letzten fünf Jahre im BBC butterbarcafe in Gossau gearbeitet. Er sagt:

«Ich habe mir immer gewünscht, ein ländliches Restaurant zu führen.»

Da könne man seine eigenen Pläne umsetzen, müsse nicht städtischen Trends folgen. Sein Grossvater habe 36 Jahre lang das Restaurant Bahnhof in Bettwiesen geführt. Er habe ihn bewundert, sagt der 25-Jährige. «Wer nichts wagt, der nichts gewinnt», sagt die 22-Jährige. Ihr Partner nickt.

Kegelbahnen sollen mehr genutzt werden

Das Pächterpaar wird den «Sennhof» als Speiserestaurant mit gut bürgerlicher Küche weiterführen. «Ich kann mir gut vorstellen, ein veganes Menu oder ein Thai-Curry in die Karte aufzunehmen», sagt Bürke, die kochen wird. Köchin in einem Speiserestaurant zu sein, sei Neuland für eine Person, die in einem Pflegeheim gekocht habe, sagt Eilinger, der weiss, wie ein Speiserestaurant erfolgreich geführt wird.

An der Front wird Christian Carigiet zu sehen sein. Die Pächter wünschen sich, dass dereinst die beiden vollautomatischen Kegelbahnen wieder vermehrt genutzt werden. Im Moment wird noch nicht allzu viel geplant. Sie wären schon froh, wenn der «Sennhof» am 3. März wieder eröffnet werden könnte. Ruhetage wären wie bis anhin am Montag und Dienstag.

www.sennhof-waldkirch.ch