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In der Stadt St.Gallen wird Gas bald teurer, dafür der Strom billiger

Die St. Galler Stadtwerke passen ihre Tarife an: Per Anfang Oktober steigt der Preis für Koch- und Heizgas um 8 bis 10 Prozent. Im Gegensatz dazu sinkt im nächsten Jahr der Strompreis.
Roger Berhalter
Wer mit Gas kocht und heizt, bezahlt in Zukunft 140 Franken mehr pro Jahr. (Bild: Getty)

Wer mit Gas kocht und heizt, bezahlt in Zukunft 140 Franken mehr pro Jahr. (Bild: Getty)

Wer mit Gas heizt oder kocht und Kunde der St. Galler Stadtwerke ist, hatte in den vergangenen Tagen einen unerfreulichen Brief in der Post. Der Versorgungsdienstleister gab damit all seinen Kundinnen und Kunden bekannt, dass ab 1. Oktober der Gaspreis steigt, und zwar um 0,7 Rappen pro Kilowattstunde. Dieser Schritt sei «aufgrund höherer Beschaffungskosten an den Energiemärkten» nötig. Es ist schon das zweite Mal in zehn Monaten, dass die Stadtwerke den Gaspreis erhöhen. Seit Anfang 2018 müssen ihre Kunden rund sieben Prozent mehr bezahlen, am 1. Oktober steigt der Preis nun erneut um 8 bis 10 Prozent.

Ein Rechenbeispiel nach dem Standardmodell des Preisüberwachers, das von einem gasbeheizten Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden ausgeht: Bis jetzt war für diesen Kunden ein Gaspreis von 8,78 Rappen pro Kilowattstunde fällig. Wobei sich dieser Preis zusammensetzt aus dem sogenannten Arbeitspreis sowie dem Grundpreis, der von der aktuellen Änderung nicht betroffen ist. Der Kunde im Rechenbeispiel hat bis jetzt insgesamt 1756 Franken pro Jahr für Gas ausgegeben. Nach dem neuen Tarif ab Oktober steigt der Preis pro Kilowattstunde auf 9,48 Rappen an, was einem Jahresverbrauch von 1896 Franken entspricht. Der Kunde bezahlt damit pro Jahr 140 Franken oder acht Prozent mehr.

Der Gaspreis steigt und steigt

«Wir versuchen, den Preis möglichst stabil zu halten», sagt Peter Graf, Bereichsleiter Energie, Verkauf und Marketing bei den St. Galler Stadtwerken. Er zeigt auf eine Kurve, welche die Entwicklung des Gaspreises von Anfang 2016 bis jetzt abbildet. Die Kurve verläuft von links nach rechts nicht gleichmässig, sondern sie hat Spitzen und Senken, doch die allgemeine Richtung ist klar: Der Gaspreis geht nach oben.

«Es besteht eine hohe Volatilität im Gasmarkt», sagt Graf. Um von diesen Preisschwankungen nicht allzu sehr abhängig zu sein, verteilen die Stadtwerke ihren Gaseinkauf auf das ganze Jahr. Sie verfolgen damit das Ziel, den Preis zu glätten und so die Gastarife für die Kunden möglichst konstant zu halten. Ab und zu – so wie jetzt – ist laut Graf aber eine Anpassung nötig. Lange sei der Gaspreis relativ tief gewesen; zwischen 2011 und 2017 konnten die Stadtwerke den Tarif fünfmal senken. Seit zwei Jahren aber steige der Gaspreis wieder. «Allein seit Anfang Jahr ist für uns die Beschaffung von Gas 50 Prozent teurer geworden.» Deshalb sähen sich die Stadtwerke schon zum zweiten Mal innert Jahresfrist gezwungen, die Gastarife zu erhöhen.

Diesen Schritt unternehmen die Stadtwerke jeweils nicht zu fixen Zeitpunkten, sondern unregelmässig und nach Bedarf. Anders sieht es bei den Stromtarifen aus. Sie dürfen gemäss Gesetz nur einmal jährlich angepasst werden, jeweils auf Jahresbeginn (siehe Zweittext).

7100 Gaskunden in der Region

Die neuen Gastarife betreffen alle Kunden der St. Galler Stadtwerke gleich, egal ob es sich um Privathaushalte oder um Unternehmen handelt. Die Gaskunden verteilen sich auf die ganze Region; die Stadtwerke beliefern Kunden von Arbon bis Rorschach und auch Abtwil mit Gas. Insgesamt zählen sie 4700 Heizgaskunden, dazu kommen weitere 2400 Kunden, die mit Gas kochen, aber nicht heizen, und damit einen deutlich niedrigeren Verbrauch haben.

Ob sich dieser Trend fortsetzt und Gas in Zukunft noch teurer wird, kann Peter Graf nicht sagen. Er verweist wieder auf die gezackte Kurve, auf die Preisschwankungen und auf die Tatsache, dass die Stadtwerke beim Gaspreis von globalen Entwicklungen abhängig seien: «Der Gaspreis wird international bestimmt.»

Stromtarife sinken zum dritten Mal

Während Gasbezüger künftig tiefer ins Portemonnaie greifen müssen (siehe Haupttext), können Stromkunden der St. Galler Stadtwerke mit einer kleinen Entlastung des Haushaltsbudgets rechnen. Per Anfang 2019 senken die Stadtwerke ihre Stromtarife. Wie viel der einzelne Kunde dabei spart, hängt von mehreren Faktoren ab. Das Konsumentenmagazin «K-Tipp» macht in seiner aktuellen Ausgabe ein Rechenbeispiel für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden (mit Elektroherd und Tumbler, aber ohne Elektroboiler).

Aufs Jahr hochgerechnet, spart ein solcher Kunde ab 2019 rund drei Prozent der Stromkosten ein, was rund 25 Franken entspricht. Gemäss «K-Tipp» zählen die St. Galler Stadtwerke damit zu jenen zehn Stromanbietern, die ihren Kunden die grössten Preisabschläge gewähren. Insgesamt 50 Schweizer Stromlieferanten hat das Magazin verglichen.

Es ist bereits das dritte Jahr in Folge, dass der Strom in St. Gallen günstiger wird. Dabei seien die Energiekosten für die St. Galler Stadtwerke dank bestehender Verträge unverändert geblieben, sagt Peter Graf, Bereichsleiter Energie, Verkauf und Marketing. Gesunken seien hingegen die Netzkosten. Einerseits verrechne der Energiedienstleister Axpo den Stadtwerken weniger für die Nutzung des übergeordneten Netzes. Anderseits verrechne auch die nationale Netzbetreiberin Swissgrid tiefere Kosten. Deshalb seien die Stadtwerke in der Lage, den Strom günstiger anzubieten. (rbe)

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