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Das «rote Fieber» hat auch sie gepackt: Maria Hautle rüstet Feuerwehren in der ganzen Schweiz aus

Die Gallus Hautle AG in Wittenbach wird seit 2010 von der Tochter des Gründers geführt.
Laura Widmer
«Ich weiss, dass sie das gut macht», sagt Firmengründer Gallus Hautle über seine Tochter Maria, die das Unternehmen heute führt.

«Ich weiss, dass sie das gut macht», sagt Firmengründer Gallus Hautle über seine Tochter Maria, die das Unternehmen heute führt.

Gleich neben dem Eingang der Gallus Hautle AG steht eine Holzbank, die der Firma von der Feuerwehr Steinach geschenkt wurde. An der Wand im Treppenhaus hängen Bilder verschiedener Feuerwehren in Uniform. Das kommt nicht von ungefähr: Die Gallus Hautle AG produziert Einsatzbekleidung für Profis, rüstet Feuerwehren im ganzen Land aus. Im vergangenen Jahr ist die Firma ins Industriegebiet von Wittenbach gezogen, vorher hatte sie ihren Sitz in St.Gallen.

«Die Lage hier ist ein Glücksfall», sagt Maria Hautle. Das Ostschweizer Feuerwehrausbildungszentrum befinde sich ganz in der Nähe und auch das Parkplatzproblem in der Stadt St.Gallen störe hier nicht mehr. Die 37-Jährige hat die Leitung des Betriebs im Jahr 2010 von ihrem Vater übernommen. Ganz zur Ruhe gesetzt hat sich der 74-Jährige aber nicht: «Ich komme jetzt einfach erst um 8Uhr ins Büro, statt schon um 7Uhr», sagt er.

Uniformen für die Schweizer Armee

Der gelernte Kaufmann gründete die Firma 1971 und stellte zu Beginn hauptsächlich Uniformen und Zivilbekleidung her. Die Uniformen verkaufte das Unternehmen unter anderem an die Schweizer Armee und die Kantonspolizei St.Gallen. Als das Militär beschloss, künftig im Ausland einzukaufen, sattelte die Firma auf den Bereich Gefahrenschutzkleidung um. «Wir waren in der Schweiz die ersten Hersteller von schwer entflammbarer Feuerwehrbekleidung», sagt Gallus Hautle stolz. Die Firma stattet heute etwa die Berufsfeuerwehren von St.Gallen, Basel oder Genf aus. Mittlerweile sei man Marktführer in diesem Bereich, sagt er.

Wie die Eltern

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieses bekannte Sprichwort meint, dass ein Kind Eigenschaften und Verhaltensweisen der Eltern übernimmt. In einer losen Serie porträtiert die «Tagblatt»-Stadtredaktion Familien, in denen ein Kind dasselbe macht wie die Mutter oder der Vater – beruflich, politisch, gesellschaftlich, sportlich oder künstlerisch. (red)

Dass seine einzige Tochter, einmal den Betrieb übernehmen würde, war für Gallus Hautle keineswegs selbstverständlich. «Man darf seine Kinder nie zu etwas drängen», betont er. Maria Hautle hat Betriebswirtschaft studiert und danach einen Abschluss am KMU-Institut der Universität St.Gallen gemacht. Einige ihrer Mitstudenten wollten in den Familienbetrieb einsteigen und auch für Maria Hautle war das plötzlich eine Option. Obwohl sie nicht in der Feuerwehr ist, hat sie einen guten Draht zu ihr gefunden. «Die Feuerwehr ist wie eine grosse Familie, das passt zwischenmenschlich einfach», sagt Maria Hautle. Das «rote Fieber» habe sie mittlerweile voll gepackt. Dass sie eine der wenigen Frauen in diesen Kreisen ist, hat sie nie gestört. Solange man mit anpacken könne, sei das kein Problem. Auch die Hilfsbereitschaft unter den Feuerwehrleuten beeindrucke sie. Die Mitarbeiter ihrer Firma werden immer wieder zu Festen von Feuerwehren in der ganzen Schweiz eingeladen, die von der Gallus Hautle AG ausgestattet wurden. «Wir schauen, dass wir immer persönlich hingehen.»

Stiefel, Helme, Handschuhe und Dienstleistungen

Seit Maria Hautle den Betrieb führt, hat sie frischen Wind in die Firma gebracht und das Sortiment ausgebaut. Mittlerweile verkauft die Gallus Hautle AG nicht nur Feuerwehrbekleidung, sondern alles, was zur persönlichen Schutzausrüstung gehört: Stiefel, Helme, Handschuhe. Hinzugekommen sind auch Dienstleistungen, etwa in der Materialprüfung. «Die Leute gehen heute nicht mehr zur Metzgerei und zum Fischhändler, sondern lieber in die Migros, wo sie alles an einem Ort finden», sagt Maria Hautle. Vor einem Jahr wurde Hautle Technics gegründet, wo verstärkt auf die Feuerwehrtechnik gesetzt wird. «Wir möchten noch mehr Fuss fassen in dieser Branche», sagt Maria Hautle. Für die Feuerwehr Steinach wird zurzeit ein Atemschutzfahrzeug gebaut und das erste Tanklöschfahrzeug wurde vor kurzem an die Feuerwehr Rheineck-Thal-Lutzenberg verkauft.

Gallus Hautle steht seiner Tochter noch beratend zur Seite und beide bezeichnen die Zusammenarbeit als «sehr bereichernd». Hatte der Patron jemals Zweifel an den Entscheidungen seiner Tochter? Er winkt ab und betont: «Maria ist jetzt die Chefin und muss hinter ihren Entscheidungen stehen. Ich weiss, dass sie das gut macht.»

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