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Gaiserwald fühlt den Verkehrspuls: Einer Umfrage zufolge gibt es zwischen Engelburg und Abtwil mehr Binnenverkehr als erwartet

Die Gemeinde Gaiserwald hat mit einer Umfrage das Mobilitätsverhalten ihrer Einwohner untersucht. Überraschend oft sind Leute zwischen Engelburg und Abtwil unterwegs – vorwiegend mit dem Auto.
Adrian Lemmenmeier
Ab Dezember verkehrt nicht nur das Postauto, sondern auch der Stadtbus Nummer 12 durch die Spisegg. (Bild: Daniel Dorrer (4. April 2016))

Ab Dezember verkehrt nicht nur das Postauto, sondern auch der Stadtbus Nummer 12 durch die Spisegg. (Bild: Daniel Dorrer (4. April 2016))

Die Abtwiler, Engelburger und St. Josefer sind mit dem Öffentlichen Verkehr in Gaiserwald mehrheitlich zufrieden. Das zeigt eine Umfrage, die Kanton und Gemeinde zusammen durchgeführt haben. Demnach beurteilen 80 Prozent der Befragten die öffentlichen Verkehrsverbindungen als gut oder sehr gut – vier Prozent als schlecht oder sehr schlecht. Gut 2000 Leute haben sich an der Erhebung beteiligt.

«Die Umfrage sollte den Puls der Bevölkerung fühlen», sagt der Gaiserwalder Gemeinderatsschreiber Andreas Kappler. «Die Resultate zeigen nun, dass wir grundsätzlich richtig unterwegs sind.» An den Feinheiten müsse man aber noch arbeiten, sagt Kappler.

Andere Dörfer, andere Präferenzen

Nötig wurde die Umfrage, weil die kantonale Pendlerstatistik nur zu den Verkehrsströmen der einzelnen Gemeinden erhoben wird. Im Fall der Gemeinde Gaiserwald, die aus den Dörfern Abtwil, St. Josefen und Engelburg besteht, greift diese Statistik zu kurz. Denn die Einwohner verschiedener Dörfer haben verschiedene Präferenzen bei der Verkehrsnutzung. Zwar reisen sowohl aus Abtwil wie auch aus Engelburg die Leute am häufigsten ins Zentrum der Stadt St. Gallen. 2850 Fahrten pro Tag sind es von Abtwil, 1600 von Engelburg. Über 50 Prozent der Reisenden benutzen dabei Bus oder Postauto – und nicht das Auto.

Innerhalb der Gemeinde unterscheiden sich die Verkehrsgewohnheiten allerdings. 850 Fahrten täglich wurden von Engelburg nach Abtwil gemessen. Umgekehrt waren es 600. Diese Zahlen sind gemäss der Studie «erstaunlich hoch». Zum überwiegenden Teil handle es sich bei diesen Reisenden um Einwohner aus Engelburg, die in Abtwil arbeiten, einkaufen oder zur Schule gehen. Beim Binnenverkehr liegt der Anteil am ÖV allerdings unter 20 Prozent. «Hiermacht es Sinn, eine Erweiterung zu prüfen», sagt Kappler. In den Kommentarspalten der Umfrage haben denn auch 77 Leute angegeben, sie wünschten sich einen Ausbau auf der Linie 132, die von Engelburg nach Abtwil verkehrt. Vor allem Engelburger würden den Bus gern auch abends und an Wochenenden nutzen – für Kinobesuche oder zum Einkaufen im Säntispark zum Beispiel.

Der ÖV als Standortvorteil

Gut 27 Prozent der Befragten sind in den letzten fünf Jahren nach Gaiserwald gezogen. 63 Prozent von ihnen wiederum gaben an, dass die ÖV-Erschliessung bei der Wahl ihres Wohnortes eine sehr wichtige Rolle gespielt habe. Für weitere 25 Prozent ist der öffentliche Verkehr «mindestens ein bisschen wichtig», wie die Autoren der Umfrage schreiben. Der gute ÖV-Anschluss sei somit ein wesentlicher Standortfaktor.

Das zeigen weitere Rückmeldungen: 95 Gaiserwalder begrüssen die neue VBSG-Linie 12, die nach dem Fahrplanwechsel im Dezember eingeführt wird, explizit im Kommentarfeld. Der Bus Nummer 12 bringt die Fahrgäste während der Pendlerzeiten (von 6 bis 8, von 11.30 bis 13.30 und von 16.30 bis 19.30 Uhr) von Abtwil via Spisegg an den St. Galler Bahnhof. Er fährt alle 30 Minuten. Mit der direkten Verbindung soll die Reduktion des Taktes der Linie 7 von 10 auf 15 Minuten aufgefangen werden. Häufig kritisierten die Befragten die Preise für den öffentlichen Verkehr. Weil Abtwil wie auch andere Randgemeinden 2014 aus der städtischen Tarifzone ausgegliedert wurde, ist die Fahrt von dort in die Stadt teurer geworden.

Stossrichtung wird nicht vor November entschieden

Konkrete Schlüsse habe man aus der Umfrage noch nicht gezogen, sagt Gemeinderatsschreiber Kappler. «Eine Projektgruppe mit Vertretern von Kanton und Gemeinde wird nun prüfen, wo genau ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs Sinn macht.» Die beteiligten Verkehrsbetreiber seien in das Projekt eingebunden. Vor November sei allerdings nicht mit konkreten Beschlüssen zum weiteren Vorgehen zu rechnen.

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