Kein Durchkommen an der Mündung des Alten Rheins: Fussweg lässt weiter auf sich warten

Zwei laufende Rechtsverfahren blockieren das Projekt an der Rheinmündung weiter. Die Absperrgitter dürften noch über Jahre erhalten bleiben. Was Verantwortliche von Kanton und Gemeinde dazu sagen.

Rudolf Hirtl
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Kein Durchkommen: Ein Zaun versperrt den Uferweg zur Mündung des Alten Rheins.

Kein Durchkommen: Ein Zaun versperrt den Uferweg zur Mündung des Alten Rheins.

Bild: Rudolf Hirtl

Auf der Krone steht ein Campingstuhl. Am Gitter, das den Zugang versperrt, ist Grüngut angelehnt. Das Kies hat sich gesetzt und die eine oder andere Pflanze hat sich darauf angesiedelt. Es ist unverkennbar, die Arbeiten am Hochwasserdamm an der Mündung des Alten Rheins sind abgeschlossen, und dies seit Februar.

Solange der Damm nicht gefestigt und begrünt ist, bleibt die Absperrung auf beiden Seiten unverändert, hat die Rheinbauleitung damals betont. Nun, knappe sechs Monate später ist der Zaum immer noch da. Fussgänger oder Jogger müssen nach wie vor auf die asphaltierte Rheinhofstrasse ausweichen.

Projekt für Fussweg wegen Rechtsverfahren blockiert

Und daran dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern. Die Gemeinde Thal plante als Bauherr ursprünglich nach Abschluss des Hochwasserdamms die Pläne für den Uferweg zügig aufzulegen. Dass dagegen Einsprachen eingehen werden, ist zu erwarten. So weit ist es aber gar nicht gekommen. Noch während der Arbeiten am Damm wurde ein Baustopp beantragt. Auch mit der offensichtlichen Absicht, den Uferweg noch länger hinauszögern.

Bleibt der Zaun also auf unbestimmte Zeit bestehen? «Davon müssen wir ausgehen. Zudem wird die wasserseitige Böschung diesen Herbst noch mit Bäumen und Buschgruppen bepflanzt», sagt dazu Daniel Dietsche, Leiter Rhein und Hydrometrie beim kantonalen Baudepartement.

Rheinbauleitung und Gemeinde suchen nach Lösung

Ob es eine Möglichkeit für eine vorgängige provisorische Öffnung für Fussgänger gibt, kann er zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. «Das müssen wir vor allem auch nochmals mit der Gemeinde besprechen.»

Die Verantwortlichen der Gemeinde Thal würden also gerne, können aber nicht, weil das Verfahren noch läuft. Solange diese Einsprache nicht vom Tisch ist, kann die Planung nicht beginnen. Theoretisch stünde dem durchgängigen Fussmarsch also nichts mehr im Weg, doch praktisch läuft dort noch nichts.

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