Fussball im ehemaligen Kino Tiffany in St.Gallen: Über das Spielfeld hinaus

Heute beginnen die fünften Fussballlichtspiele St.Gallen. Zu sehen gibt es einige Perlen.

David Gadze
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Sir Bobby Robson 1999 bei der Vorstellung als Trainer von Newcastle United, wo er seine Karriere beendete. (Bild: Getty)

Sir Bobby Robson 1999 bei der Vorstellung als Trainer von Newcastle United, wo er seine Karriere beendete. (Bild: Getty)

Wem es während der Natipause trotz des EM-Quali-Spiels der Schweiz gegen Georgien morgen Abend im Kybunpark zu wenig Fussball hat, kann sich auf die kommenden drei Tage freuen: Heute beginnen die Fussballlichtspiele St. Gallen. Im ehemaligen Kino Tiffany an der Lämmlisbrunnenstrasse gibt es drei Tage lang Filme (und Diskussionen) zu sehen, die den Fussball von einer anderen Seite zeigen. Viele davon sind erstmals in der Schweiz zu sehen.

Der heutige erste Festivaltag ist englischen Legenden gewidmet. Vor der offiziellen Eröffnung der Fussballlichtspiele (20.45 Uhr) gibt es um 18.30 Uhr die Dokumentation «Bobby Robson – More than a Manager» zu sehen. Die britische Trainerikone erfüllte sich zum Abschluss der Karriere den Traum, bei seinem Lieblingsclub Newcastle United an der Seitenlinie zu stehen. Der Spielfilm «Trautmann (The Keeper)» (21 Uhr) erzählt die Karriere des deutschen Goalies Bernd Trautmann, der als Kriegsgefangener der Briten Fussballprofi und bei Manchester City zur Legende wurde.

Eine Weltmeisterschaft, die es offiziell nie gab

Der zweite Festivaltag (morgen Freitag) steht unter dem Motto «Wahnsinnige Fussballgeschichten» und beginnt um 18 Uhr mit einem Kurzfilmblock. Danach gibt es die unglaubliche Geschichte einer vergessenen Weltmeisterschaft zu sehen. Die Dokumentation «The Lost World Cup» (19.45 Uhr) geht dem Gerücht nach, dass es 1942 in Patagonien eine Weltmeisterschaft gegeben haben soll, die in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht existiert. Der anschliessende Spielfilm «Diamantino» (22.15 Uhr) handelt von der Odyssee eines gescheiterten Fussball-Weltstars, der sich auf der Suche nach einem neuen Lebenssinn mit Faschismus, Bootsflüchtlingen, Geldwäsche und einer unerwarteten Liebe auseinandersetzen muss.

Am Samstag, dem dritten und letzten Festivaltag, steht der Frauenfussball im Fokus. Der Film «Aragh-e-Sard» (14.30 Uhr) zeigt, wie Afrooz Ardestani, die Kapitänin des iranischen Futsal-Nationalteams, gegen das Ausreiseverbot ihres Mannes und für die Teilnahme am Final des Asien-Cups kämpft. «Home Games» (16.15 Uhr) handelt vom ukrainischen Ausnahmetalent Alina, gefangen zwischen dem Nationalteam und einer Existenz als verarmte Ersatzmutter in der Vorstadt von Kiew. «Just Charlie» (19 Uhr) erzählt die Geschichte eines jungen Talents aus dem Arbeitermilieu, das sich bei den Buben unwohl fühlt und sich schliesslich als Mächen outet. Zum Abschluss läuft die Dokumentation «Take the Ball, Pass the Ball» (21.45 Uhr), die Pep Guardiolas Ballbesitzfussball auf den Grund geht.

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